Sachsenheim: Auf den Hund gekommen

Etwa 1000 registrierte Hunde gibt es in Sachsenheim.
/Martin KalbIn Sachsenheim ist die Zahl der registrierten Hunde seit 2020 stark gewachsen, wie die Stadt auf BZ-Anfrage mitteilte. Wurden 2020 noch 804 Fälle erfasst, sind es derzeit „875 aktive Hundesteuerfälle“ mit „knapp unter 1000 registrierten Hunden“, so Stadtsprecher Arved Oestringer.
Auch in den Umlandgemeinde nahm die Zahl der Fellnasen zu, wenn auch weniger stark als in Sachsenheim. So stieg die Zahl der Hunde in Oberriexingen von 230 im Jahr 2019 auf 236 im laufenden Jahr. In Sersheim stieg die Zahl im selben Zeitraum von 254 auf 278 Tiere und in Vaihingen von 1290 auf 1495.
10,5 Millionen Hunde im Land
Damit liegen die vier Gemeinden voll im Bundestrend. Dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) zufolge lebten 2019 rund 10,1 Millionen Hunde in Deutschland. 2023 waren es laut ZZF-Schätzung 10,5 Millionen. Nebeneffekt: Auch die Einnahmen durch die Hundesteuer sind bundesweit deutlich gestiegen. Und zwar von 299 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 421 Millionen Euro im vergangenen Jahr, wie das Statistische Bundesamt kürzlich mitteilte. Das spiegelt sich auch in den einzelnen Kommunen wider. Sachsenheim nahm 2020 rund 108.000 Euro Hundesteuer ein. Für 2024 werden 145.000 Euro erwartet. In Oberriexingen lagen die Steuereinkünfte 2019 bei 24.505 Euro und 2024 bei 32.315 Euro. In Sersheim waren es im selben Zeitraum 20.720 und 36.000 Euro. Spitzenreiter – zumindest in absoluten Zahlen – ist demnach Vaihingen. Hier stieg die Zahl der Hundesteuereinkünfte von 2019 bis 2024 von knapp 130.000 auf mehr als 177.000 Euro.
Höchste Steuer in Sachsenheim
Auf die Anzahl der registrierten Hunde umgelegt, ist die Haltung eines Vierbeiners allerdings in Sachsenheim am teuersten: Der beste Freund des Menschen kostet hier im Schnitt 145 Euro Steuern im Jahr. In Oberriexingen sind es 129 Euro, in Sersheim 136 und in Vaihingen 118 Euro.
Diese Durchschnittszahlen liegen teilweise über oder unter den jeweiligen Hundesteuersätzen für einen oder mehrere Hunde. Die sind in Sachsenheim am teuersten. Für den ersten Hund fallen 144 Euro an, für jeden weitere 288 Euro.
Die landläufig so bezeichneten „Kampfhunde“ kosten 864 (1728) Euro. In Oberriexingen, Sersheim und Vaihingen betragen die Abgaben für den ersten Hund jeweils 120 Euro und für weitere Hunde je 240 Euro. Der erste „Kampfhund“ kostet in Oberriexingen und Serseim 780 Euro, in Vaihingen 650 Euro. Für weitere Tiere werden in Oberriexingen 840 Euro, in Sersheim 1236 Euro und Vaihingen 1300 Euro fällig. Sersheim und Vaihingen erheben zudem 360 Euro beziehungsweise 300 Euro für jeden Zwinger.
Als einzige Kommune hebt Vaihingen 2025 die Hundesteuer an: um zwölf Euro für den ersten und 24 Euro für jeden weiteren Hund sowie für „Kampfhunde“ um 76/152 Euro; der Zwinger wird um 96 Euro teurer im Jahr. Für Tiere, die eine Ausbildung zum Begleithund, einen Team-Test oder Ähnliches absolvieren gibt es 25 Prozent Ermäßigung. Es ist die erste Erhöhung seit 2019; die Stadt rechnet mit etwa 14.000 Euro Mehreinnahmen. John Patrick Mikisch