Sachsenheim
: 50 Minuten warten auf den Bus

Seit Jahren klagen Schüler der Kirbachschule in Hohenhaslach über Mängel beim Busverkehr. Auch dieses Schuljahr gibt es Probleme. Das Landratsamt hat gute und schlechte Nachrichten.
Von
Bigna Fink
Sachsenheim
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Die Schülersprecherinnen der Kirbachschule Emily Conradt (links) und Marie Klink vor der Haltestelle Schule. Sie bestätigen, dass die Linie 571 nur bis zur Haltestelle „An der Steige“ fährt und dort oft zu spät ankomme, so dass die Schüler bis zu 15 Minuten zu spät im Unterricht eintreffen.

/ndreas Essig

Wenn mittags um 13.15 Uhr der Unterricht endet, verpassen viele Schüler der Kirbachschule den Bus nach Hause. Denn die Linie 590 Richtung Vaihingen fährt bereits um 13.08 Uhr ab und kommt erst wieder um 14.08 Uhr. „Das war schon immer so“, seufzt Emily Conradt, eine der Schülersprecherinnen der Grund- und Werkrealschule in Sachsenheim-Hohenhaslach. Die Kirbachschule mit ihren rund 320 Schülern hat ein sehr großes Einzugsgebiet: Die Kinder und Jugendlichen kommen aus dem Kirbachtal, aus Sachsenheim, Vaihingen, Bietigheim, Besigheim sowie aus Hessigheim – und ein Großteil davon mit dem Bus.

Die Bustaktung ist nur eines der Probleme, das die Kirbachschüler seit Jahren belastet. Die stellvertretende Schulleiterin Birgit Latterell kann das bestätigen: „Uns erreichen ständig Beschwerden von Schülern und Eltern, dass Busse ausfallen, zu spät kommen, nicht an die Schule hochfahren oder übervoll sind.“ 2025 widmete sich im Sachsenheimer Jugendforum eine Projektgruppe dem Thema. Auf deren Initiative hin fand ein Austausch zwischen Schülern, dem Landratsamt, Vertretern des Friedrich Müller Omnibusunternehmens (FMO) und der Schulleitung statt. Bisher gab es jedoch keine Veränderung.

Auto-Chaos am Mittag

Die fehlende Busverbindung nach dem Schulende machen Emily Conradt und Mitschülern zu schaffen, schließlich sind es fast 50 Minuten bis zum nächsten Bus. So holt ihre Mutter die 15-Jährige viermal die Woche mit dem Auto ab. Dabei nehmen sie Klassenkameraden mit, die auch in oder in der Nähe von Vaihingen wohnen.

„Das gibt mittags ein Auto-Chaos“, meint Emily Conradt mit Blick auf die „Elterntaxis“, die auch morgens ein Problem seien. Viele Eltern würden die enge Schulgasse (Klingenstraße) hoch zur Schule fahren, um ihre Kinder abzuholen. Einige Schüler seien mit dem Bus über eine Stunde unterwegs, mit Umsteigen in Bietigheim oder Sachsenheim, wenn sie von der Kirbachschule zum Beispiel nach Rosswag (Vaihingen) wollen. „Ein früherer Bus mittags, um 13.30 Uhr oder 13.45 Uhr, würde uns schon sehr helfen“, sagt Emily Conradt. Auch von 10 bis 13 Uhr fahre kein Bus von der Schule ab, was sehr blöd sei, wenn man einmal früher aus habe.

Mehr Angebot bei der Linie 590

Vom Landratsamt Ludwigsburg, das als Aufgabenträger für den regionalen Busverkehr und die Nahverkehrsplanung im Kreis Ludwigsburg zuständig ist, gibt es gute und schlechte Nachrichten für Betroffene: Ab dem 1. Januar 2027 soll das Angebot der Linie 590 ausgeweitet werden, heißt es von der Sprecherin Franziska Schuster. „Künftig wird die Lücke zwischen 10 und 13 Uhr geschlossen. Die Busse fahren dann tagsüber durchgehend im Stundentakt.“ Die Fahrzeiten würden sich durch die Anschlüsse, die die Busse am Bahnhof Vaihingen erreichen müssen, ergeben. Die schlechte Nachricht: „Für die Verbindung nach Unterrichtsende um 13.15 Uhr ist derzeit keine Anpassung auf eine Abfahrt gegen 13.30 Uhr vorgesehen“.

„Bei den Linien 590 und 567 gibt es zudem oft eine Stehparade“, berichtet Emily Conradt, die bisweilen ganz vorne beim Busfahrer steht, „weil es so voll ist.“ Das Landratsamt: „Die Rückmeldungen zur Auslastung der Linien 590 und 567 nehmen wir ernst.“

15 Minuten zu spät zum Unterricht

Marie Klink ist wie Emily Conradt Schülersprecherin der Kirbachschule. Sie wohnt in Bietigheim und fährt mit der Linie 571 nach Hohenhaslach. „Die Busse kommen oft zu spät an der Haltestelle An der Steige an“, direkt zur Schule dürfe der Bus ja leider nicht fahren. „Wir laufen von dort etwa zehn Minuten zur Schule, und kommen oft bis zu 15 Minuten zu spät in den Unterricht“, berichtet die 16-Jährige.

Die Schüler wünschen sich mehr direkte Verbindungen bis zur Schule. Um den Fahrzeitverlust für andere Gäste dieser ÖPNV-Linie zu minimieren, solle die Fahrt zu Schule nur dann erfolgen, wenn diese wirklich notwendig ist, heißt es vom Landratsamt. Die Planungen zur Einrichtung einer gewünschten Wendestelle oder eines Kreisverkehrs im Bereich der Schule laufen laut Landratsamt bei der Stadt Sachsenheim. Franziska Schuster bittet um mehr konkrete Hinweise zu den Fahrten. Unterrichtsverspätungen seien dabei besonders relevant. Die Sprecherin weist auch darauf hin, dass im Bereich Bietigheim die Baustellen und Verkehrsbehinderungen der letzten Zeit auch Auswirkungen auf die Pünktlichkeit haben können.

Wechsel des Busunternehmens

Die Deutsche Bahn, die für das zuständige Busunternehmen FMO verantwortlich ist, teilt mit, dass die Probleme intensiv nachgeprüft werden. Im Vergabeverfahren wurde der Verkehrsauftrag kürzlich für 2027 an einen anderen Wettbewerber erteilt, sagt die DB-Sprecherin. Nach Auskunft des Landratsamtes sollen im Herbst weitere Abstimmungen mit den Linienbetreibern stattfinden. Dabei sollen auch mögliche Anpassungen der Abfahrts- und Ankunftszeiten geprüft werden.