Routinierin trifft in letzter Sekunde
: Altmeisterin Kudlacz-Gloc als Fels in der Brandung

Der 37-jährigen Polin gelingt gegen Herning-Ikast dank ihrer Routine der ganz späte Siegtreffer.
Von
Sebastian Klaus
Ludwigsburg
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Bietigheims achtfache Torschützin Karolina Kudlacz-Gloc machte im Halbfinale ein ganz starkes Spiel.⇥

Marco Wolf

Nur wenige Sekunden nach dem Schlusspfiff im dänischen Viborg wusste Karolina Kudlacz-Gloc ganz genau, bei wem sie sich zu bedanken hatte. Die gläubige Katholikin bekreuzigte sich und dankte dem Herrgott für ihren späten Siegtreffer, der ihr und ihrem Team am Samstagnachmittag im Halbfinale der European League gegen Herning-Ikast den Einzug ins Endspiel ermöglicht hatte.

Eine Sekunde vor dem Ende der Partie hatte die bereits 37-jährige Rückraumshooterin ihr Herz in die Hand genommen, auf Halbrechts den Durchbruch gewagt und mit einem präzisen Abschluss den 34:33-Endstand erzielt. Dabei hatte es der Erfahrung und Abgezockheit der Routinierin auch durchaus bedurft, denn Bietigheim hatte es gegen die nie aufsteckenden Däninnen geschafft, einen Sieben-Tore-Vorsprung innerhalb der letzten 14 Minuten noch aus der Hand zu geben.

Perfekte Wurfquote

Dass es letztlich doch nicht in die Verlängerung ging, hatte die über lange Zeit bärenstarke Bietigheimer Mannschaft dann jedoch Kudlacz-Gloc zu verdanken, die sich von der allgemein einsetzenden Verunsicherung offensichtlich nicht anstecken ließ.

Denn nicht nur der entscheidende Treffer war der Polin vergönnt, die Rückraumspielerin glänzte auch mit einer perfekten Wurfquote von acht Treffern aus acht Versuchen als Toptorschützin und mit einer resoluten Abwehrarbeit.

Und dennoch war der Rückraumspielerin die Aufmerksamkeit nach der Zittersieg dann doch ein bisschen zu viel: „Ich mag es nicht, über mich zu sprechen“, sagte Kudlacz-Gloc nach der Begegnung im Interview. Und stellte sich direkt danach auch verbal wieder ganz in den Dienst der Mannschaft: „Ich wurde von meinen Mitspielerinnen auch gut mit Bällen gefüttert. Aber es geht ja nicht nur um Tore“, so die vierfache Deutsche Meisterin, die noch nie einen internationalen Titel gewinnen konnte. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir glauben immer an uns.“