RKH Kliniken Bietigheim
: „Abschaffung ist nicht notwendig“

Dr. Ulrich Gronwald, Chef der Unfallchirurgie Bietigheim sieht keinen Grund, das Feuerwerk abzuschaffen.
Von
Heidi Vogelhuber
Bietigheim-Bissingen
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Dr. Ulrich Gronwald, Ärztlicher Direktor im Klinikum Bietigheim, inspiziert einen Fußbruch einer jungen Frau. ⇥

Martin Kalb

„Es ist nicht notwendig, auf das Feuerwerk zu verzichten“, sagt Dr. Ulrich Gronwald, Ärztlicher Direktor der Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie am Klinikum Bietigheim-Bissingen auf Anfrage der BZ. Das Feuerwerk sei für das Krankenhaus in Bietigheim-Bissingen nicht ausschlaggebend, um mehr Kapazitäten für Corona- und andere Patienten zu haben. „Es treten jedes Jahr nur ein bis zwei Patienten auf, die sich durch ein Feuerwerk schwer verletzen und etwa fünf, die sich leichtere, ambulante Verletzungen zuziehen“, sagt Gronwald. Insofern würde er aus seiner Sicht das Böllern nicht verbieten.

Alkohol ist eher das Problem

Problematischer seien die Patienten nach erhöhtem Alkoholkonsum. Diese stellen für die Klinik eher eine Belastung dar. Jedes Jahr seien es mehrere Fälle, die wegen Alkoholvergiftungen eingeliefert werden.

Die häufigsten durch Feuerwerk auftretenden Verletzungen sind laut Gronwald Verbrennungen an den Fingern und im Gesicht. „Bei den Verbrennungen an den Fingern kann dies im Einzelfall sogar bis zur Amputation des Fingers führen.“

Ob an Silvester und Neujahr mehr Personal eingesetzt wird? „Nein, es liegt eine ganz normale Schichtbesetzung vor. Aber es gibt sozusagen einen Plan B im Falle eines erhöhten Notfallaufkommens“, sagt der Ärztliche Direktor. In einem solchen Falle können kurzfristig zusätzliche Mitarbeiter rekrutiert werden, Stichwort Rufdienst.

„Es fällt auf, dass über den Jahreswechsel nicht nur diejenigen Patienten in die Notaufnahme des Krankenhauses kommen, die tatsächlich einen akuten Notfall haben, sondern auch solche, die schon längere Zeit ein Leiden haben und es vor den Feiertagen versäumt haben, einen Arzt aufzusuchen“, merkt Ulrich Gronwald noch an. Diese Patienten, die eigentlich durch einen niedergelassenen Arzt behandelt werden könnten, führen auch zu einer zusätzlichen Belastung der Klinik, sagt er.