Relegation zur Fußball-Regionalliga
: Großaspach geht mit Hypothek ins Rückspiel

Die SG Sonnenhof verliert die erste Relegationspartie um den Aufstieg in die Regionalliga Südwest bei der TuS Koblenz trotz Überzahl mit 1:2 (1:0).
Von
Michael Nachreiner
Stuttgart
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Damir Grgic von der TuS Koblenz (von links) versucht, Großaspachs Anthony Mbem-Som Nyamsi den Ball abzunehmen.

/Heinz-Jörg Wurzbacher

Die TuS Koblenz ist im Hinspiel der Relegation zur Fußball-Regionalliga Südwest ihrer Heimstärke gerecht geworden. Auch im wettbewerbsübergreifend 19. Spiel im Stadion Oberwerth blieben die „Schängel“ ungeschlagen. Gegen die SG Sonnenhof Großaspach gewannen sie trotz mehr als 30 Minuten Unterzahl mit 2:1 (0:1) und gehen damit als leichter Favorit ins Rückspiel am Mittwoch (19 Uhr) in der Wir-machen-Druck-Arena in Aspach. „Wir haben erst die erste Halbzeit gespielt und liegen nur ein Tor zurück“, macht SG-Trainer Evangelos Sbonias deutlich, wie er sein Team für das zweite Duell einstellen wird.

Die Gäste traten bei der TuS abwartend auf. Bei Koblenzer Ballbesitz stellte sich eine Fünfer-Abwehr- und eine Dreier-Mittelfeldkette den Gastgebern entgegen. Dadurch hatte die TuS ein optisches Übergewicht. Die Koblenzer taten sich gegen die tief stehende Defensive der SG aber schwer. „Wir haben den Gegner nicht so bewegt bekommen, dass wir hinter die letzte Linie gekommen sind“, erklärt TuS-Spielertrainer Michael Stahl.

Gefährlich wurden die Koblenzer nur zweimal bei Standardsituationen. Bei einem Kopfball von Damir Grgic nach einer Ecke von André Mandt hatten die Koblenzer Anhänger unter den 3769 Zuschauern zwar schon den Torschrei auf den Lippen. Doch SG-Torwart Maximilian Reule lenkte den Ball mit dem Schienbein um den Pfosten (14.). Und bereits in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam Stahl frei nach einem Freistoß aus dem Halbfeld zum Kopfball, drückte das Spielgerät aber über die Latte (45.+2).

Die Großaspacher versuchten, aus der kompakten Defensive vor allem durch lange Bälle für Nadelstiche zu sorgen. So entstand auch die Führung. Volkan Celiktas schlug einen Freistoß von der Mittellinie in den TuS-Strafraum, wo Dominik Salz per Kopf in Richtung Tor verlängerte und Anthony Mbem-Som Nyamsi den Ball aus fünf Metern volley über die Linie drückte (30.).

Nach dem Seitenwechsel drückten die Koblenzer direkt auf den Ausgleich. Nach einer Ecke zappelte der Ball auch im Netz der SG. Nach einer Kopfballverlängerung von Erijon Shaqiri schoss sich Mbem-Som Nyamsi am langen Pfosten zunächst selbst an, und Wöhrle schlug am Boden liegend auf der Linie ein Luftloch, sodass Dylan Esmel den Ball über die Linie drückte (49.).

Wiederum nur fünf Minuten darauf schien sich das Spielglück aber wieder zu Gunsten der Großaspacher zu drehen. Nach einem taktischen Foul an Wöhrle an der Mittellinie zeigte Schiedsrichter Christian Ballweg Grgic die Gelb-Rote Karte (54.).

Doch der Platzverweis schien die Gäste zu hemmen und die Koblenzer zu beflügeln. „Eine Rote Karte ist für das Team, das sie nicht bekommt, nicht immer von Vorteil. Der Rucksack wird immer größer. Man denkt, man ist ein Mann mehr und muss die Linie verlassen und mehr machen als zuvor“, erklärt Sbonias. Und Stahl ergänzt: „Bei einer Roten Karte macht es keinen Sinn, negative Gedanken zuzulassen, weil keiner voraussagen kann, was weiter passiert. Es geht darum, bis zur letzten Sekunde an den Aufstieg zu glauben. Und wenn es nicht klappt, geht die Welt auch weiter. Das ist ein befreiender Gedanke.“

Mit der Einwechslung von Marcel Wingender bewiesen die TuS-Trainer Stahl und Ilyas Trenz ein feines Näschen. Denn der Mittelfeldspieler war erst vier Minuten auf dem Platz, da erzielte er den 2:1-Siegtreffer. Beim Versuch, den Ball vor dem Tor auf Esmel querzulegen, lenkte Dinger das Spielgerät unhaltbar ins eigene Tor ab (67.). „Den Angriff muss man aber abpfeifen. Das war ein klares Foul“, ärgert sich Sbonias. An der Mittellinie hatte Armend Qenaj einen Großaspacher im Laufduell umgerissen. „Aber der Schiri ist nicht schuld, dass wir verloren haben“, ergänzt Sbonias.

Die Großaspacher rannten nach dem Rückstand an. Doch eingefallen ist ihnen relativ wenig. Am gefährlichsten wurde es, als Bastian Frölich auf Mbem-Som Nyamsi zurücklegte. Doch dessen Schuss aus 15 Metern war mehr eine Rückgabe auf TuS-Torwart Jonas Bast (82.). Und in der Nachspielzeit setzte Bleart Dautaj einen Kopfball nach einer Frölich-Ecke knapp neben den Pfosten (90.+8).