Reitverein Bietigheim-Bissingen: Mary Poppins ist aufs Pferd gekommen

Mit kreativen Kostümen und viel Können überzeugten die Kleinen des Reitvereins ihr begeistertes Publikum. So auch in der Szene, in der das Spielzeug aufgeräumt werden sollte.
/Oliver BürkleAm Verkaufsstand mit Glühwein, Kinderpunsch, roter Wurst im Brot und leckeren Herzwaffeln herrschte reger Andrang, während hinten nahe der Pferdeboxen noch letzte Vorbereitungen für den Auftritt getroffen wurden. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen im Plusbereich kamen zahlreiche Familien und genau so war es geplant: „Es ist eine Veranstaltung für Kinder“, erklärte Jugendwartin Nadine Luidthardt. Jede und jeder aus dem Reitverein darf mitmachen und zeigen, was sie oder er kann, so Luidhardt: „Wir geben wenig vor“, denn die Kinder sollen ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Daher wurde vorab fleißig gebastelt, die Reithalle wurde festlich geschmückt.
Atempause vom Alltag
Die Sitzplätze waren alle besetzt und gespannt wartete das Publikum auf den Beginn von Mary Poppins. Zuerst aber begrüßte die neue erste Vorsitzende des Reitervereins Bietigheim-Bissingen Claudia Schade die Anwesenden sehr herzlich und verwies darauf, dass die Vorführung auch als kleine Atempause in der oft hektischen Vorweihnachtszeit gedacht sei. „Der Verein steht gut da, Dank seiner engagierten Mitglieder“, führte sie weiter aus und betonte, dass auch solch eine opulente Weihnachtsfeier nur durch Freiwillige möglich sei.
Mary Poppins beschrieb sie als eine Art Superheldin, die gut in unsere Zeit passe, und schließlich entschuldigte sie noch die Bläsergruppe. Traditionell eröffnen sie mit ihren Klängen den Nachmittag, aber aus gesundheitlichen Gründen musste der Auftritt der Bläsergruppe in diesem Jahr leider ausfallen.
Bunte Kostüme und viele Kinder
Wer kennt den mit fünf Oscars ausgezeichneten Disney Film um das zauberhafte Kindermädchen Mary Poppins nicht. Der Filmklassiker begeisterte in den 1960er-Jahren Jung und Alt. Bis heute hat er nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt und so erzählten die Kinder und Jugendlichen des Reitervereins die märchenhafte Geschichte pantomimisch.
Als Erzählerin fungierte Claudia Schade, die die einzelnen Auftritte ankündigte und die Zuschauer ins London des beginnenden 20. Jahrhunderts versetzte. Außerdem bat sie darum, auf den Applaus zu verzichten, da auch die vierbeinigen Mitspieler angesichts der vielen Menschen im Publikum aufgeregter waren. Zum Mary Poppins Lied „Ein Löffelchen voll Zucker“ starteten die Voltigierer und zeigten kunstvolle akrobatische Figuren. Geduldig drehte dazu der große dunkelbraune Wallach Hagrid seine Runden und bei einer beeindruckenden Hebefigur vergaß das mitgerissene Publikum sogar kurz die „kein Applaus“-Regel.
Inhaltlich ging es so weiter: Das Kindermädchen hat wütend gekündigt – wieder einmal – und Vater Banks will sofort ein neues einstellen. Streng soll es sein, was seinen Kindern Jane und Michael verständlicherweise gar nicht gefällt. Die unterschiedlichen Standpunkte zeigten die Kinder des Pony-Clubs wunderbar einfallsreich, indem die Vater-Banks-Gruppe ganz in schwarz gekleidet zu einer festen Choreografie tanzte, während die bunte Kindergruppe mit Luftballons und Seifenblasen wild durch die Halle wirbelte.
Lichterketten in den Mähnen
Ebenfalls sehr kreativ umgesetzt war die Karussellszene. Mit Lichterketten in den Mähnen liefen die geführten Ponys zunächst artig im Kreis, jedes gehalten von einem roten Band, um dann – filmgetreu – eins nach dem anderen auszubrechen.
Die Szene, in der das Spielzeug aufgeräumt werden soll, stellte eine lustig schillernde Quadrille aus acht Pferden und Ponys dar. Da saß Tigger ebenso wie Minnie Maus, eine Fee und ein Cowboy im Sattel. Sie begeisterten das Publikum genauso wie der folgende schwungvolle Spring-Pas de deux. Schade war aus Pferdesicht der teils leider doch heftige Einsatz der Sporen.
Vierbeinige Mary Poppins
Nach Vogelszene, Schornsteinfeger- und wildem Drachentanz verabschiedete sich das Kindermädchen, um anschließend gemeinsam mit dem Weihnachtsmann Geschenke zu verteilen.
Hier hatte dann auch die braune Ponydame namens Mary Poppins ihren großen Auftritt, half beim Verteilen der kleinen grünen Geschenkboxen an alle Kinder und das Urteil war einstimmig: Das war ein „supercalifragilisticexpialigetischer“ Nachmittag beim Reiterverein Bietigheim-Bissingen.







