Realschule im Aurain
: Schlummernde Erinnerung aufgefrischt

Mehrere hundert ehemalige Schüler treffen sich in der Realschule im Aurain. 
Von
Jürgen Kunz
Bietigheim-Bissingen
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Claus Stöckle (Bildmitte), Schulleiter der Realschule im Aurain, zwischen seinen ehemaligen Mitschülern des Abschlussjahrgangs 1975.

/Martin Kalb

Mehr als 100 Tische waren im Vorfeld des Ehemaligentreffen am Freitagabend in der Realschule im Aurain reserviert worden. Für einige war es dann zunächst ein suchendes Schlendern an den Tischen, die mit den Jahreszahlen der entsprechenden Abschlussklassen gekennzeichnet waren. „Ist das eine ehemalige Mitschülerin? Wie war noch gleich ihr Name?“, viele beschäftigte diese Fragen deutlich sichtbar.

Die gute Nachricht: Am Ende fanden alle ihre Mitschüler und es wurden ausgelassen schlummernde Erinnerungen gemeinsam ausgetauscht. Für manchen Ehemaligen waren seit der Mittleren Reife schließlich einige Jahrzehnte vergangen.

Gemeinsamer Lebensweg

Dass es auch ganz anders geht, zeigte der Abschlussjahrgang 1975, damals immerhin mit 31 Schülern aus Bietigheim, Ingersheim und Kleinsachsenheim. „Wir verbringen immer wieder gemeinsame Wochenende und treffen uns zum gemeinsamen Frühstück“, erklärt Inge Müller. Bis zu 20 frühere Mitschüler kommen dabei zusammen, und man habe inzwischen eine eigene WhatsApp-Gruppe. „Unser Lehrer Helmut Wamsler, hat eigentlich dafür gesorgt, dass wir in den letzten Jahren so zusammengefunden haben“, ergänzt Müller. Gert Wildermuth hatte sich mit 16 Jahren im Schullandheim in seine Beate verliebt – und diese Liebe hielt bis heute. „Wir waren ein richtig wilder Haufen. Rektor Egon Gilg musste öfters eingreifen“, erinnert sich Wildermuth. Zu diesem „wilden Haufen“ gehörte auch ein gewisser Claus Stöckle, der damals sicherlich noch nicht wusste, dass er Jahrzehnte später Schulleiter der Realschule im Aurain werden sollten.

 „Wir holen das für den Juli 2020 projektierte Ehemaligentreffen an diesem Freitag nach. Die Pandemie hat uns doch das komplette Jubiläumsjahr verhagelt. Nun wollen wir einfach Raum für ein Wiedersehen der vielen Generationen schaffen“, erklärte Stöckle. Dies ist beim außergewöhnlichen Schulfest gelungen, bei dem die aktuellen Klassen beim Vorbereiten, beim Aufbau, bei der Durchführung und beim Abbau geholfen haben. „Für die aktuellen Schüler ist für den Oktober 2023 ein Aktionstag geplant“, so Stöckle.

Die 1980er- und 1990er-Abschlussklassen hatten die Mehrheit beim Ehemaligentreffen. Aber es kamen auch viele 1970er-Jahrgänge und immerhin acht Jahrgänge aus den Sechzigern. Stöckle: „Ich weiß von Anmeldungen der Jahrgänge Ende der Vierziger und Anfang der Fünfziger. Also es werden auch Ü70-Personen erwartet.“

2000 Fotos ausgestellt

Naturgemäß wurden die Unterhaltungen im Laufe des Abends, auch bedingt durch angebotene Bewirtung – unter anderem mit Cocktails vom Schulförderverein – und den warmen Sommerabend im Schulhof, immer intensiver und die Stimmung ausgelassener. Sicherlich auch ein Grund dafür, dass die umfassende Ausstellung in der Aurainhalle mit mehr als 2000 Fotos der vergangenen Jahrzehnte nur sporadisch besucht wurde. Jürgen Kunz