Pleidelsheimer Schleuse
: Ds Schleusentor ist wieder da

Rund ein Jahr hat die Reparatur des 60 Tonnen schweren  und 60 Jahre alten Tores gedauert. Gestern wurde es eingebaut.
Von
Claudia Mocek
Ludwigsburg
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Pleidelsheim Schleuse Einbau neues Schleusentor⇥

Martin Kalb

Das allzu flotte Manöver eines Schiffskapitäns hatte  im September 2019 an der Pleidelsheimer Schleuse einen erheblichen Schaden angerichtet. Das Schiff hatte das geschlossene Ausfahrttor gerammt, das dabei erheblich beschädigt wurde. Die Reparatur hat ein Jahr gedauert. Am Dienstag ist das 60 Tonnen schwere Untertor wieder an seinen Platz gehievt worden, das Obertor ist noch eingerüstet.

Zunächst war unklar, ob ein neues Tor eingebaut werden muss, sagt der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Neckar (WSA), Walter Braun. Das beschädigte Tor ist noch das in Teilen genietete Originaltor und bereits 60 Jahre alt, sagt  Braun. Nach dem Ausbau war jedoch klar, dass der Schaden repariert werden kann und kein neues Tor angeschafft werden muss. Dennoch haben die Arbeiten etwa ein Jahr gedauert, sagt Braun. Kostenpunkt: Rund 1,3 Millionen Euro.

Kran und Stoßschutz

„Die Folge des Unfalls 2019 war ein wirtschaftlicher Totalschaden“, sagt Braun auf BZ-Anfrage, und vergleicht den damaligen Schiffsunfall mit dem Zusammenstoß bei einem alten Auto. Da die Bundesrepublik Deutschland kein Wirtschaftsbetrieb sei, habe die Versicherung vor allem die Kosten für den Kran und den Stoßschutz übernommen.

Das Einhängen des reparierten Tores habe nur zehn Minuten gedauert, berichtet Braun. Doch dazu habe im Vorfeld aus Sicherheitsgründen die Straße sperren müssen und beim ersten Mal habe das Einhängen nicht geklappt. Braun lobte den Kranführer und den Montageleiter, beide hätten einen zweiten Versuch mit dem Tor unternommen – dabei sei das Tor „wie Butter in Vorrichtung hineingeglitten“.

Ob so ein Schaden noch einmal passieren könnte? „Ja“, sagt Braun. Auch wenn er hofft, dass ein solch großer Schaden nicht so bald passiert. Um die Schleusentore vor Schäden zu bewahren, sei ein Stoßschutz angebracht. „Wir haben einen solchen Schutz als Reserve auf jeder Schleuse“, erklärt Braun. Den Toraustausch hat das WSA gleich für eine Neuerung genutzt, um die Kommunikation mit den Hobby-Bootfahrern zu erleichtern. In der Schifffahrt richten sich die Torbezeichnungen „links“ oder „rechts“ nach der Himmelsrichtung. Zusätzlich hilft in Pleidelsheim eine rote und eine grüne Ampel, erläutert Braun.

Mit dem neuen Tor wurde nun ein „richtiger Service“ eingebaut, sagt Braun: Das neue Untertor und das Obertor sind cremeweiß gestrichen und nicht schwarz wie das andere Tor. Die Farbe habe neben der Orientierung auch einen weiteren Vorteil: Wenn doch wieder einmal Arbeiten an dem reparierten Tor nötig sein sollten, wird das Material im Sommer nicht so heiß. „Das probieren wir jetzt einmal aus“, sagt Braun.