Pleidelsheim
: Bürgermeister Trettner hofft auf ein ruhiges Jahr 2023

Im Gespräch mit der BZ blickt Bürgermeister Ralf Trettner auf das vergangene Jahr und berichtet was Pleidelsheim bewegt hat. Er hofft, dass 2023 mehr Zeit bleibt um liegengebliebene Verwaltungsaufgaben nachzuholen.
Von
Petra Neset-Ruppert
Ludwigsburg
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Ralf Trettner blickt trotz der Krisen wohlwollend auf das vergangene Jahr.

/Oliver Bürkle

Nach den fast zwei Jahren Coronapandemie hatte Pleidelsheims Bürgermeister Ralf Trettner wie so viele andere auf ein Jahr ohne Krisenmodus gehofft. Mit dem Ukraine Krieg und der Energiekrise ging es jedoch für die Verwaltung mit der Krisenarbeit weiter, doch Trettner blickt trotz allem wohlwollend auf das vergangene Jahr 2022 zurück. „Ich gehe die Themen lieber an und suche Lösungen, als darüber zu sprechen wie schwierig alles ist“, betont der Schultes.

Als er damals sein Amt als Bürgermeister antrat, wollte er als Schultes nicht durch Bauten glänzen, die in seiner Amtszeit entstanden sind. „Es passiert ja schließlich auch viel, wenn keine Gebäude entstehen“, sagt Trettner. Eines seiner Highlights aus dem vergangenen Jahr war die Stammzellenspender Suche im Rathaus. Ein Ingersheimer suchte dringend einen Stammzellenspender und so taten sich Trettner und seine Kollegin Lehnert aus Ingersheim zusammen und stellten gemeinsam einen Registrierungsaktion im Pleidelsheimer Rathaus auf die Beine. „Das Schicksal hat mich natürlich auch bewegt und ich freue mich, dass ein Spender gefunden ist und nun 90 weitere potenzielle Spender dank unserer Aktion registriert sind“, erzählt der Bürgermeister.

Wichtigste Einrichtung fertig

Doch so ganz kommt Trettner 2022 um die großen Bauten nicht herum, denn im vergangenen Jahr wurde nun das Ärztehaus in Pleidelsheim fertiggestellt. „Es ist die wichtigste Einrichtung, die wir in den letzten Jahren geschaffen haben“, betont Trettner. Denn die Gemeinde baute das Ärztehaus selbst. Leider gibt es auch einen kleinen Wermutstropfen: Momentan können die Parkplätze in der Tiefgarage auf Grund eines Baufehlers nur eingeschränkt genutzt werden. Dies wird voraussichtlich noch vier Monate andauern, bis alles geklärt und der Fehler behoben ist.

Außerdem steht nun der Bebauungsplan für den neuen Supermarkt und auch ein Investor wurde dafür gefunden. In der Ortsmitte entsteht ein neues Areal, auf dem früher der Bauhof der Stadt war. Nun entstehen dort 39 Wohnung und eine Ladenfläche für einen Supermarkt. „Schön, dass wir das geschafft haben“, so Trettner. Denn diese Aufgabe sei noch eine „Altlast“ aus 2021 gewesen.

Froh ist Trettner, dass die Stadt die Unterbringung von Geflüchteten 2022 gut gemeistert habe. Für das erste Quartal 2023 sei die Unterbringung auch noch gut möglich, aber wenn die Zahlen weiterhin so hoch bleiben, werde Pleidelsheim wohl auch noch „Container aufstellen“ müssen, befürchtet der Bürgermeister.

Klima rückt in den Fokus

Ein Ärgernis, das der Bürgermeister sehr gerne im alten Jahr gelassen hat, ist die Brückensanierung zwischen Ingersheim und Pleidelsheim. „Ein Gutes hatte es: Die Anwohner an der Hauptstraße hatten ein halbes Jahr keinen Verkehrslärm. Aber die Umwege, die durch die Sperrung entstanden sind, waren nicht Klimaverträglich“, so der Schultes. Auch für das neue Jahr soll das Thema Klimawandel wieder stärker in den Fokus rücken. Eine Photovoltaikanlage soll auf das Dach der Wiegehalle kommen und für Neubaugebiete ist nun eine Dachbegrünung im Bebauungsplan vorgeschrieben. „Ich bin kein Freund von großen Plänen, lieber viele kleine Umsetzungen, die bringen in der Summe auch schon viel“, erklärt Trettner.

Die Finanzen seien 2022 gut gelaufen für Pleidelsheim. Statt der prognostizierten 3,5 Millionen Euro brachte die Gewerbesteuer 4,5 Millionen Euro in den Gemeindehaushalt. Von einer Rezession sei in Pleidelsheim bisher noch nicht so viel zu merken, so der Bürgermeister.

Liegengebliebenes abarbeiten

Trettner hofft dass 2023 ein „Brückenjahr“ für die Verwaltung wird. „Es ist vieles liegen geblieben, dass wir mit dem ständigen Krisenmodus nicht schaffen konnten.“ Die Verwaltung der gemeindeeigenen Gebäude und deren energetische Sanierung gehörten dazu.

Auch die Erschließung des XII Gewerbegebiets gehört im neuen Jahr nun zu den Aufgaben der Gemeindeverwaltung. 2022 sei ein gutes Jahr für Pleidelsheim gewesen. „Das darf gerne so weitergehen. Ich bin dankbar für eine Verwaltung, die bei allem so mitzieht und einem Gemeinderat, der mir so viel Vertrauen entgegenbringt.“ Ruhig wird es im Pleidelsheimer Rathaus auch 2023 trotzdem nicht. Für das neue Jahr wünscht sich Trettner „weniger Anspruchsdenken und mehr Miteinander“.