Pferdemarkt Bietigheim-Bissingen: Festumzug ist „Pflichtveranstaltung für Bietigheimer“

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Südwest PresseWer am frühen Montagmittag in der Altstadt unterwegs ist, sieht so manch seltsame Dinge: Männer, Frauen und auch Kinder in wunderschönen Trachten, Menschen, die Instrumente durch die Mittagssonne tragen. Und wer zu viel all diesen Dingen nachsieht, übersieht dann vielleicht diese verdächtigen braunen Kugeln, die an verschiedenen Stellen auf dem Altstadtpflaster liegen. Denn na klar, wenn Pferdemarkt ist in Bietigheim, dann sind nicht nur die Zweibeiner in der Stadt unterwegs, auch die Vierbeiner zeigen sich an diesem Montag natürlich von ihrer schicksten Seite. Schließlich ist es wieder Zeit für den traditionellen Pferdemarktumzug.
55 Startnummern hat die Stadt in diesem Jahr für den Festzug des Bietigheimer Pferdemarkts vergeben. Viele Vereine, Sportgruppen, Winzer und auch die Feuerwehr ließen es sich nicht nehmen, diese Traditionsveranstaltung bunt und unterhaltsam zu machen. Entlang der Route beginnend in der Kronenbergstraße über die Hiller- und Hauptstraße bis hinüber zum Festplatz vor der Sporthalle am Viadukt haben sich bereits viele mehr als eine Stunde vor Umzugsbeginn den heiß begehrten Schattenplatz gesichert. Manch ein Besucher ist sogar perfekt vorbereitet mit einer aufklappbaren Sitzgelegenheit, um dem bunten Treiben entspannt zusehen zu können.
Sitzplätze mit perfekter Aussicht
Werner und Inge Kleeberg mussten die Stühle nicht weit tragen, denn Werner Kleebergs Wohnung ist gleich um die Ecke. Er hat sich heute extra freigenommen, um den Umzug zu sehen. „Mir gefällt einfach alles an dem Umzug“, freut er sich und macht fleißig Fotos. Als die Kutsche mit Oberbürgermeister Jürgen Kessing vorbeifährt, ruft eine Zuschauerin überrascht: „Wie, da gibt’s noch Platz?“ Doch Kessings Gefährt ist zu schnell wieder vorbei, um auch noch die Antwort des OB hören zu können. Silvia Dombrowski freut sich, denn nach fast 20 Jahren Pause hat sie es endlich mal wieder auf den Umzug geschafft. „Als Rentnerin geht das jetzt“, freut sich die gebürtige Markgröningerin.
„Der Pferdemarktumzug ist als Bietigheimerin eine Pflichtveranstaltung“, sagt Maren Hartlieb. Sie ist gemeinsam mit ihren Kindern und Freundinnen sowie deren Kindern an die Kronenbergstraße gekommen. Vorbereitet sind sie auch: Zum Schutz vor der Sonne für jeden ein Käppi, für die Süßigkeiten eine Tüte und massig „Trinkerle“ im Rucksack, damit alle ausreichend hydriert bleiben. So sind die Freundinnen gerüstet für den langen Festzug.
Auch die Festzugsteilnehmenden sind bestens ausgerüstet: Mit Bechern und reichlich Rebensaft ist das Fahrzeug der Felsengartenkellerei Besigheim bestückt. Die Handballfrauen der SG BBM Bietigheim haben kurzer Hand einen ihrer vielen Pokale in eine Süßigkeitenschüssel umfunktioniert und verteilen Freikarten. Für Abkühlung sorgt die Bietigheim-Bissinger Jugendfeuerwehr mit ihren Wasserspritzen, die hier und da in Richtung der Besucher gehalten werden.
Für Mengdi Müller ist es heute der erste Pferdemarktumzug. Sie zog vor einem Jahr mit ihrer Familie nach Bietigheim-Bissingen. Ihr Mann Martin Müller ist ursprünglich aus Kleinsachsenheim und verbindet mit dem Pferdemarkt und dem Festzug viele Kindheitserinnerungen. „Gerade der Umzug und auch das Feuerwerk sind mir besonders in Erinnerung geblieben“, sagt Müller. Seine Frau freut sich über die Pferde, die Musik und die vielen Kostüme.