Pandemie: Apotheker und Tier- sowie Zahnärzte impfen bald
: Maitra: „Es fehlt nicht an impfenden Ärzten“

Dr. Carola Maitra, Vorsitzende der Kreisärzteschaft, sieht eher die Zuteilung von Impfstoffen als Problem.
Von
Frank Ruppert
Ludwigsburg
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Interview mit Ärztechefin Carola Maitra. Bietigheim: Interview mit Ärztechefin Carola Maitra.

Foto: Helmut Pangerl

„Zunächst ist festzuhalten, dass es momentan nicht an Ärztinnen und Ärzten fehlt, die in der Lage sind, viele Menschen gegen Corona zu impfen. Was uns tatsächlich fehlt, ist zu allererst eine zuverlässige und transparente Zuteilung von Impfstoff“, sagt Dr. Carola Maitra, Vorsitzende der Kreisärzteschaft zur Impffreigabe für Tierärzte, Apotheker und Zahnärzte.

Die Ärzte hätten derzeit die Impfkapazitäten hochgefahren und könnten mangels Impfstoff nicht ausreichend Menschen impfen. Hier müsse nach Auffassung der Ärzteschaft zuerst Abhilfe geschaffen werden. Weiterhin bestehe ein Engpass an nichtärztlichem Personal.  Medizinische Fachangestellte seien wirklich ausgelastet.

Viel mehr als nur ein Pieks

Zur Impfung durch andere Fachgruppen sei festzuhalten, dass es sich ja nicht einfach um einen „Pieks“ handele. Als Impfender müsse man nicht nur über anatomischen Grundlagen Bescheid wissen. „Die impfenden Ärztinnen und Ärzte wissen um ihre Patientinnen und Patienten, sie wissen um die Medikation, die Erkrankungen und die Frage,  wer überhaupt mit was und wann geimpft werden soll. Hier gibt es diffizile Fragen, die nicht mal eben in einem zehn minütigen Lehrvideo zu erlernen sind“, sagt Maitra.

Weiterhin müsse der Impfarzt aber auch wissen, wie er mit Komplikationen umgeht. Dabei gehe es nicht nur um die kleine Blutung oder den Bluterguss und die Allergie. „In zugegeben seltenen Fällen kann es aber zu schweren allergischen Reaktionen kommen. Hier ist wirkliche Notfallmedizin in Sekundenschnelle gefordert“, sagt Maitra.  Sie könne sich nicht vorstellen, dass  Apothekerinnen und Apotheker, die ebenfalls personell und von ihren Ressourcen her maximal am Rand ihrer Kapazitäten seien, diese Bürde auf sich nehmen wollen.

Die zahnärztlichen Kollegen seien da schon besser aufgestellt und verfügten zumindest über die Grundkenntnisse in Medizin, um Impfungen nach Schulung durchführen zu können. Von daher bestehen bei den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen weniger Bedenken.