Ortskern Löchgau
: Lichtspiele im Herzstück der Gemeinde

Baubeginn ist erst in etwa zwei Jahren, aber die Beteiligung der Bevölkerung bei der Neugestaltung der Ortsmitte ist für Bürgermeister Robert Feil wichtig. Am Dienstagabend wurden in einer Bürgersammlung die aktuellen Planungen erläutert.
Von
Jürgen Kunz
Bönnigheim
Jetzt in der App anhören

Bürgermeister Robert Feil und die beauftragten Fachplaner erläuterten bei der Bürgerversammlung den aktuellen Stand zur Neugestaltung des Löchgauer Ortskerns.

/Martin Kalb

Für Bürgermeister Robert Feil ist es das „Herzstück der Gemeinde“ und die Ziele für die Umgestaltung der Löchgauer Ortsmitte mit Rathaus- und Marktplatz sind klar definiert: mit Verweilmöglichkeiten, Beleuchtung und Begrünung die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, eine Verkehrsberuhigung durch gleichberechtigte Fußgänger, Radler und Autofahrer sowie die Verringerung von Barrieren. In der gut besuchten Bürgerversammlung am Dienstagabend in der Gemeindehalle erläuterten Bürgermeister Feil, Steffen Blessing vom Planungsbüro „mquadrat – kommunikative Stadtentwicklung“ und Fabian Wagner vom „Studio DL“ für Lichtdesign die aktuellen Planungsstand. Das Interesse der Bevölkerung daran war so groß, dass zusätzliche Stühle für die Zuhörer aufgestellt werden mussten – ein gutes Zeichen für Feil, zumal Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung ganz bewusst auf die Beteiligung der Löchgauer setzen.

Bisher fast acht Millionen Förderung

Seit 2014 ist die Ortskernsanierung IV in Löchgau ins Landessanierungsprogramm aufgenommen. Rund 5,7 Millionen Euro sind inzwischen als Fördergelder geflossen bei einem Förderrahmen von 9,5 Millionen Euro, zusätzlich 2,16 Millionen Euro für die Umnutzung der Grundschule zum Kindergarten. Nach Einschätzung von Feil gibt es Signale vom Regierungspräsidium, dass die Entwicklung der Ortsmitte weiter gefördert werde.

Von einer „dynamischen Situation“ im Löchgauer Ortskern sprach der Bürgermeister. Im Zeitraum zwischen 2013 und 2022 verringerte sich der Einzelhandel um vier Geschäfte und die Nachnutzung waren oft Dienstleistungen und Büroräume. Daraus resultiert für Feil eine Ausweitung des Leistungsprogramms auf neue Produkte und neue Märkte (Diversifizierung) mit der Sicherstellung der Grundversorgung. „Die Aufenthaltsqualität gewinnt an Bedeutung“, betont er, und die Steuerung durch die Gemeinde sei für ihn unabdingbar. Durch eine durchgehende einheitliche Pflasterung mit Granitsteinen, einem „Pflasterteppich von Haus zu Haus“, wie es Planer Steffen Blessing nannte, wird von der Lange Gasse im Osten über Markt- und Rathausplatz in der Hauptstraße bis zu Bietigheimer Straße im Westen eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer umgesetzt.

Dabei bleibt ab dem Markt- und Rathausplatz die Einbahnstraßenregelung bestehen. Viele zusätzliche Bäume (als Baumpaare) sowie große Pflanzkübel über die ganze Fläche sind als Gestaltungselemente geplant. Mit großen mobilen Schirmen und einen mit rund vier Meter Durchmesser großen Brunnen, der Kinder zum Planschen einlädt und darüber hinaus Sitzgelegenheiten bietet, wird der Marktplatz aufgewertet. Zusätzlich kann der Platz mit versenkbaren Pollern bei Festen komplett für den Verkehr gesperrt werden. „Es entsteht ein Platz, der allen gehört“, verspricht der Planer.

Aufenthaltsqualität durch die Beleuchtung

Eine große Bedeutung für die Gestaltung des Ortskerns hat die Lichtplanung, Möglichkeiten, die Feil nach eigenem Bekunden, „zunächst etwas unterschätzte“. Feil sei aber dankbar für die Planungen des „Studios DL“, die mit je nach Tages- und Jahreszeit steuerbarer Grundbeleuchtung und Akzentuierung für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität sorgen, wie Planer Fabian Wagner nicht nur theoretisch erläuterte. Denn es wurde kurzerhand die Bürgerversammlung in den Ortskern verlegt, wo die Lichtdesigner an ausgewählten Stellen wie etwa am Rathaus- und Marktplatz Musterbeleuchtungen installiert hatten, damit die Bürger die Möglichkeiten erkennen konnten. Feil: „Ich hoffe, dass meine Euphorie auch auf Sie übergeht.“

Dieses Jahr soll mit dem Umbau des Parkplatzes Nonnengassen begonnen werden. In einer Bauzeit von rund 18 Monaten sollen ein veränderter Parkplatz, eine Tiefgarage sowie Hausarztpraxis entstehen. Danach wird – in etwa zwei Jahren – mit der Umgestaltung der Hauptstraße mit Rathaus- und Marktplatz begonnen.