Ortschaftsrat Häfnerhaslach: Ausbau des Radwegs gefordert

Ein Bürger forderte, dass Bürgermeister Albrich mit dem Ausbau des Radwegs sein Wahlversprechen einlösen müsse.
/Martin KalbIn Häfnerhaslach stehen – wie in den anderen Kirbachtalgemeinden auch – einige Projekte auf der Liste der Mittelanmeldungen für den Haushaltsplan 2023 der Stadt Sachsenheim. „Manche Wünsche haben wir bereits in den Vorjahren geäußert, die jedoch bisher noch nicht umgesetzt worden sind. Daher nehmen wir sie erneut auf unsere Liste und hoffen, dass im Etatplan 2023 die notwendigen Finanzmittel dafür bereitgestellt werden“, sagte der Häfnerhaslacher Ortsvorsteher Valentin Stuber in der jüngsten Ortschaftsratssitzung.
Mehr Kontrollen gefordert
So machen sich die Ortschaftsräte unter anderem für mobile Geschwindigkeitsanzeige-Geräte oder Dezibel-Messanlagen stark, die an den Ortseingängen von Häfnerhaslach aufgestellt werden sollen, um vor allem den rasenden Motorradfahrern Herr zu werden, die immer wieder für Ärger sorgen. Ortschaftsrätin Jutta Glöckle verwies darauf, dass auf Eigeninitiative Schilder mit der Aufschrift „Freiwillig Tempo 30“ an der Ortsdurchfahrt aufgestellt worden seien. „Zudem habe ich mit Ordnungsamtsleiter Hartmut Schmid von der Stadtverwaltung Sachsenheim vereinbart, dass ab Januar 2023 mobile Geschwindigkeitsanzeige-Geräte in Häfnerhaslach aufgestellt werden“, erläuterte Glöckle. Ein Bürger votierte in der Bürgerfragestunde dafür, dass die Verantwortlichen des Sachsenheimer Ordnungsamtes in Häfnerhaslach mehr Kontrollen durchführen sollen. „Bei uns geht es manchmal zu wie im Wilden Westen. Es wird auf dem Gehweg kreuz und quer geparkt oder es werden dort Schilder aufgestellt, dass kein Ausweichen möglich ist. Hecken wachsen in die Fußwege hinein. Aber die Vertreter des Ordnungsamts scheinen unseren Stadtteil nicht auf der Landkarte zu finden“, monierte der Bürger.
Auch die Sanierung und der Ausbau der Feldwege sowie des Radweges sind große Anliegen der Häfnerhaslacher Ortschaftsräte und der Bevölkerung, denn ein Bürger stellte klar, dass Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich bis heute nicht sein Wahlversprechen eingelöst habe, den Radweg nach Häfnerhaslach entsprechend auszubauen. „Für den Radwegeausbau hätte es Fördermittel gegeben. Warum hat die Stadt diese nicht rechtzeitig beantragt? Ich hoffe, der Glasfaserausbau wird in Häfnerhaslach besser angegangen und nicht ebenso verschlafen“, beklagte ein anderer Häfnerhaslacher. Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) soll in Häfnerhaslach, nach dem Willen der Ortschaftsräte, ebenfalls fortgeführt werden. Zudem bedarf, ihrer Ansicht nach, der Fußweg um die Aussegnungshalle am örtlichen Friedhof einer Sanierung ebenso wie der Zugangsweg am unteren Eingang des Friedhofs. Die Verantwortlichen des TSV Häfnerhaslach wünschen sich eine Erneuerung des Fangzaunes am Hauptspielfeld sowie der Tore. In der Häfnerhalle müssen ebenso die Tore zum Geräteraum dringend ausgetauscht werden.
Sanierung des Jagdhäusles
Ein Thema aus den vergangenen Jahren ist auch die Instandsetzung des Jagdhäusles am Waldrand zwischen Häfnerhaslach und Sternenfels, das im Jahr 2017 durch einen herabstürzenden Baum beschädigt wurde und seitdem von den örtlichen Vereinen nicht mehr für gesellige Stunden wie früher genutzt werden kann.
Die Stadt Sachsenheim, die im Besitz des Jagdhäusles ist, hatte in den Haushalt 2020, nach hartnäckigem Ringen der Häfnerhaslacher Ortschaftsräte, 8000 Euro für die Sanierung des Jagdhäusles eingestellt. Doch immer noch scheint für das historische Gebäude keine Lösung gefunden zu sein. Der Jagdpächter des Reviers, auf dessen Gelände sich das Jagdhäusle befindet, Klaus Decker aus Markgröningen, will das Gebäude in Eigenleistung sanieren, wenn ihm die Stadt dafür ein Nutzungsrecht einräumt. Auch eine gelegentliche Nutzung für ortsansässige Vereine kann sich der kooperationsbereite Jagdpächter vorstellen. Allerdings besitzt er bereits eine Hütte in seinem Jagdrevier, die er für seinen Bedarf nutzt. „Derzeit wird beim Landesjagdverband Baden-Württemberg noch geprüft, ob einem Jagdpächter auch zwei Jagdhütten pro Revier zugeschrieben werden können. Auf eine entsprechende Rückmeldung warte ich noch“, betonte der Häfnerhaslacher Ortsvorsteher Stuber.
Ein Bürger wies darauf hin, dass nach den Statuten des Landesjagdverbands nur eine Jagdhütte pro Revier erlaubt sei. „Wäre ein Privatmann in Besitz des baufälligen Jagdhäusles, hätte er dies nach der langen Zeit schon längst abreißen müssen. Wenn der Jagdpächter das Jagdhäusle doch sanieren darf, werde ich dagegen beim Regierungspräsidium vorgehen“, empörte er sich. Die anderen Bürger waren gegenteiliger Meinung und würden sich freuen, wenn das Häusle erhalten und saniert werden könne.
Michaela Glemser