Oberriexingen
: Gerd Maisch unterstützt Rathaus

Der ehemalige Vaihinger Oberbürgermeister soll stellvertretender Bürgermeister Oberriexingens werden. Er will damit helfen die Verwaltung zu stabilisieren, die unter dem krankheitsbedingten langfristigen Ausfall Frank Wittendorfers leidet.
Von
Bigna Fink
Sachsenheim
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Verwaltungsprofi Gerd Maisch wird ab Mai voraussichtlich stellvertretender Bürgermeister Oberriexingens auf Zeit.

Werner Kuhnle

Gut ein Jahr bereits fehlt der Chef des Rathauses in Oberriexingen. Seitdem Bürgermeister Frank Wittendorfer wegen einer langwierigen Post-Covid-Erkrankung ausfällt, hat der stellvertretende Bürgermeister der 3300-Einwohner-Stadt, Erich Bannert, die Geschäfte ehrenamtlich übernommen. Die Personalsituation ist in der Oberriexinger Verwaltung zusätzlich prekär, da es auch noch elternzeit- und krankheitsbedingte Ausfälle gibt. „Wir haben bisher im Zwei-Monats-Rhythmus vorausgearbeitet, in der Hoffnung, Frank Wittendorfer wäre bald wieder gesund und arbeitsfähig“, erzählt Bannert. „Wir brauchen dringend Menschen, die aus dem Verwaltungsbereich kommen“, so der 66-Jährige zum Personaldilemma in Oberriexingen.

Kurzfristig eingesprungen

Nun sind Erich Bannert und sein Team froh, eine namhafte Unterstützung für die Verwaltungsspitze gefunden zu haben: Gerd Maisch, der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Vaihingen, soll als stellvertretender Bürgermeister auf Zeit die kleine Stadt unterstützen. „Die Option gibt es noch nicht so lange“, erzählt Gerd Maisch. „Mitte März kam die Stadtverwaltung auf mich zu, und wir stimmten die Lösung mit der Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes ab,“ so der 59-Jährige.

Da er sich nach seiner 16-jährigen Amtszeit als Oberbürgermeister formal im Ruhestand befinde, könne er recht flexibel bald zur Verfügung stehen, erzählt Maisch. Er freue sich, die Nachbarstadt mit seiner Erfahrung zu unterstützen und so die Zeit bis zur hoffentlich baldigen Wiederkehr von Bürgermeister Wittendorfer überbrücken zu können.

Am kommenden Dienstag, 25. April, entscheidet der Gemeinderat über das Konzept. Er gehe davon aus, dass die Ratsmitglieder zustimmen werden, da die Personalthemen vorab schon ausgiebig in den Sitzungen besprochen worden seien, so Maisch. Bei positiver Beschlusslage kann der Vaihinger Verwaltungsfachmann bereits am 1. Mai die befristete Tätigkeit im Oberriexinger Rathaus aufnehmen. „Ich bringe eine gewisse Erfahrung mit“, fasst Gerd Maisch seine fast 35 Jahre in der Verwaltung und über 28 Jahre als Rathauschef zusammen: Darunter war er zwölf Jahre Bürgermeister der Gemeinde Tamm, anschließend von 2006 bis 2022 Oberbürgermeister der Stadt Vaihingen.

Aktuell ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag sowie Sprecher der Freien Wähler im Verband Region Stuttgart. „Deshalb bin ich auch an andere Kapazitäten gebunden und kann nicht Vollzeit der Oberriexinger Verwaltung zur Verfügung stehen“, sagt Maisch. Auch wenn er ehrenamtlich arbeitet, wird Maisch als sogenannter Ehrenbeamter mit einer Aufwandsentschädigung vergütet, teilt er mit.

Arbeitsaufteilung der Chefs

„Wir werden die Arbeit aufteilen“, bestätigt Erich Bannert. Der jetzige Ersatz-Schultes werde weiterhin die repräsentativen Aufgaben eines stellvertretenden Bürgermeisters übernehmen und Gerd Maisch mit seiner geballten sachlichen Erfahrung als Verwaltungschef das Rathausteam leiten und inhaltliche Entscheidungen zu den anstehenden Projekten der Stadt fällen.

Wichtige Themen für Oberriexingen, bei denen die Entscheidungskompetenz von Maisch laut Bannert gefragt ist, sind in diesem Jahr die Projektbetreuung für die Erneuerung des Sporthallendachs, das endlich wasserdicht werden soll, Projekte auf dem Campus wie etwa ein Bewegungsparcours für Senioren, der Schutz gegen Starkregen sowie die Wärmeplanungen.

Bürgermeister Frank Wittendorfer zeigt sich über den Gewinn von Gerd Maisch erleichtert: „Ich bedauere es sehr, dass es mein Gesundheitszustand immer noch nicht zulässt, ins Rathaus zurückzukehren.“ Umso mehr freue ihn, dass Maisch sich kurzfristig bereit erklärt habe, „der Stadt Oberriexingen und mir in dieser Notsituation auszuhelfen“. Bigna Fink