Schlossfestspiele Ludwigsburg: Intendant Sandig plant 88 Konzerte

Sasha Waltz inszenierte die Oper „Dido und Aeneas“ als bunte Unterhaltungsshow. Geplant war die Aufführung zu Beginn der Amtszeit von Intendant Jochen Sandig, nun soll sie in der kommenden Saison gezeigt werden.⇥
Bernd UhligWie immer vor Weihnachten geben die Ludwigsburger Internationalen Schlossfestspiele Baden-Württemberg ein paar Konzerte der kommenden Saison bekannt, um ein Stück des Weihnachtsgeschäftes mitzunehmen. Neben zehn Konzerten der Spielzeit 2022, die vom 5. Mai bis zum 17. Juli geht, hatte Intendant Jochen Sandig aber noch weitere Neuigkeiten.
Da ist einerseits die Hoffnung, diese verlängerte Spielzeit mit 88 Konzerten in Präsenz und unter Besucherauslastung spielen zu können. „Unser Ziel sind zumindest 35 000 Zuschauer in der Saison 2022 und wir planen analog, nicht digital“, so Sandig hoffnungsvoll, dass Corona dieser Saison keinen Strich durch die Rechnung macht wie 2021. Dass die 2022er-Festspielzeit länger als sonst ist, ist dem Umstand geschuldet, dass einige ausgefallene Konzerte der diesjährigen Saison nachgeholt werden, aber Sandig auch auf neue Produktionen setzt.
Festspiele sollen internationaler werden
Zudem stellte der Intendant eine zweite Geschäftsführerin vor. Ab 1. Januar 2022 wird ihn die Ludwigsburgerin Gabriele Zerweck als Leiterin der künstlerischen Planung und Produktion unterstützen. Zerweck, die bisher die Stuttgarter Stiftsmusik leitete und schon vor Jahren bei den Schlossfestspielen arbeitete, soll vor allem die weitere Entwicklung der Festspiele zu Internationalen Festspielen Baden-Württemberg forcieren. „Das ist auch wichtig, wenn in den nächsten Jahren durch die geplante Sanierung des Forums dieses als Spielstätte wegfällt“, sagte Sandig, der dann sowohl an ungewöhnlichen Orten in Ludwigsburg, aber auch in weiteren Städten Konzerte veranstalten will. „Nachhaltig wäre auch, wenn wir mit einigen Künstlern auf Tour gingen, wenn sie schon die Reise hierher in Kauf nehmen“, sagte Jochen Sandig, der vor allem das „Dreigestirn“ der Schlossfestspiele als Fest der Künste, Demokratie und Nachhaltigkeit betonte.
Diese strategische Ausrichtung der Schlossfestspiele und die Tatsache, dass im vergangenen Jahr durch Corona der erste Teil der Saison digital geplant werden musste, hat laut Sandig eine ganz neue Kooperation zustande gebracht. Die Firma Porsche und die IT-Beratung MHP haben mit den Schlossfestspielen einen Kooperationsvertrag bis zum Jahr 2023 geschlossen. Gemeinsam wollen die Partner Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiter stärken „und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen“, so Ingo Guttenson von der MHP-Geschäftsleitung. Schon in der vergangenen Festspielzeit hat Porsche neben einem sechsstelligen Betrag, so Sandig, die Schlossfestspiele bei der Einrichtung ihrer Digitalen Bühne und weiteren Online-Formaten unterstützt. „Wir hätten weder das Personal, noch das Knowhow oder das Geld dazu gehabt“, sagt Sandig.
Die Zusammenarbeit mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen ist für Porsche laut Guttenson ein neuer Weg, mit einem Kulturpartner auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, „nämlich Nachhaltigkeit als bestimmendes Motiv des eigenen Handelns durchzusetzen“. Im Rahmen der Zusammenarbeit wollen sich die Partner verschiedener digitaler Technologien bedienen und neue Formate erarbeiten.