Naturkindergarten Bönnigheim: Ein Naturparadiesfür Kinder

Zur offiziellen Eröffnung des Bönnigheimer Naturkindergartens trugen die Kinder und Erzieherinnen den Gästen ein Lied vor. Seit September ist der Kindergarten in Betrieb.
/Oliver BürkleSich auf dem Boden wälzende, spielende Kinder, die sich von der Rede eines Bürgermeisters, in dem Fall vom Bönnigheimer, Albrecht Dautel, nicht stören lassen und viele Besucher, die sich vom Regen nicht abhalten ließen: Der neue Naturkindergarten Bönnigheim beim Schützenhaus findet Anklang, am vergangenen Freitag wurde er offiziell eingeweiht. Seit Anfang September fühlen sich dort nach Angaben von Leiterin Amalia Neuchel 15 Kinder in einer Gruppe, acht in der Spielegruppe und fünf Erzieherinnen „pudelwohl“. Es sei geradezu ein Naturparadies, sagt sie. Zukünftig soll es eine zweite Spielegruppe und bis zu 20 Kindergartenkinder geben. „36 Kinder haben hier Platz“, so Albrecht Dautel.
„Der Kindergarten ist so gelungen, wir haben sogar einen eigens für Bauwagenkindergärten entwickelten Holzofen, mit dem man auch kochen und backen kann“, sagt Neuchel.
Ein Holzofen zum Heizen, Backen und Kochen
Demnächst soll er zum ersten Mal ausprobiert werden, wenn die Äpfel aufgesammelt und ein Kuchen gebacken werden soll. Denn der neue Naturkindergarten steht mitten auf einer Streuobstwiese. Ein kleines Beet für eigenes Gemüse ist auch schon angelegt, ein Hochbeet soll demnächst kommen. Der Bezirksvorstand der Johanniter, Yves-Patrick Wörner hatte einen Gutschein für ein solches bei der offiziellen Eröffnung dabei. Voller Lob für die Architektur von Architektin Meike Kleinbrahm aus Sachsenheim waren auch die Bönnigheimer Gemeinderäte, die zahlreich gekommen waren. Seit 2022 hatten sie das Projekt begleitet, damals fiel der Grundsatzbeschluss. Ein Jahr später, im Dezember 2023 konnten zwei Bauwagen bestellt werden, zum Preis von 174.131 Euro. Wie Bürgermeister Dautel sagte, gestaltete sich vor allem die Suche nach einem passenden Grundstück schwierig. Fündig wurde man dann in der Nähe des Schützenhauses.
Baubeginn war im Mai 2024. Nachdem die Bauwagen aufgestellt waren, wurde ein zusätzlicher Vorbau errichtet. Insgesamt kostete der Naturkindergarten rund 260.000 Euro. Der Strom kommt von der Photovoltaikanlage auf dem Dach, geheizt wird mit Holz, nur Wasser kommt vom Wassernetz. „Aber wir versuchen den Kindern vor allem Wassersparen beizubringen, deshalb füllen wir es jeden Tag in Kanister ab, mehr Wasser darf nicht verbraucht werden“, sagt Neuchel. Klar war dem Bönnigheimer Gemeinderat von Anfang an, dass das Konzept ein besonderes sein sollte und dass man einen externen Träger suchen will. Fündig wurden die Bönnigheimer bei den Johannitern, seit zehn Jahren Deutschlands größter Träger von Kindertagesstätten.
Konzept der Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit
Vor allem in Baden-Württemberg, so sagt Johanna Urban vom Kreisverband der Johanniter, die das Konzept erarbeitete, ist man derzeit dran, sich auf Naturkindergärten zu spezialisieren. „Das Konzept ist schon speziell auf Natur, Nachhaltigkeit, das Lernen am Objekt und das Draußensein ausgerichtet und wir denken, das wird in Zukunft immer mehr nachgefragt“. Dazu, so Urban, brauche es auch Erzieherinnen, die Weiterbildungen in Naturpädagogik absolviert haben.