Musikschule Bietigheim-Bissingen: Die Gebühren könnten noch etwas weiter steigen

Schülerinnen der Musikschule in Bietigheim-Bissingen bei einer Veranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Einrichtung in der Stadtkirche.
/Oliver BürkleDie Musikschulgebühren der Städtischen Musikschule Bietigheim-Bissingen gliedern sich in unterschiedliche Tarife. Es gibt einen Basis-Tarif, der für Schüler aus Bietigheim-Bissingen gilt und bislang auch für die Schüler aus Löchgau und Ingersheim angewandt wurde. Daneben gibt es die Tarife mit Gebührenzuschlägen von 6,3 Prozent (Tamm), 15 Prozent (Freudental, Sachsenheim) und 20 Prozent für weitere Auswärtige, wie der Erste Bürgermeister Michael Hanus in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats darlegte. Zum 1. September wurde nun für die Ingersheimer Schüler laut Beschluss des dortigen Gemeinderats ein Zuschlag von 15 Prozent erhoben (die BZ berichtete). Der Gemeinderat der Stadt Bietigheim-Bissingen, der als Träger der Musikschule formal zustimmen musste, gab dafür einstimmig seinen Segen.
Der Beschluss in Ingersheim soll die steigenden Kosten im Musikschulbereich besser abdecken. Es wird eine jährliche Entlastung des Haushalts in Höhe von rund 10.000 Euro erwartet.
Kostendeckung verbessern
Für die Musikschüler aus Bietigheim-Bissingen ändert sich dadurch erst einmal nichts, allerdings: Im November 2024 hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, die Musikschulgebühren für die hiesigen Schüler in den Jahren 2025, 2026 und 2027 um jeweils zehn Prozent anzuheben, um wieder einen besseren Kostendeckungsgrad zu erreichen. Die nächste dieser jeweils zehnprozentigen Erhöhungen steht im März 2027 an.
Doch damit nicht genug: Wie die Stadtverwaltung in der Sitzung ankündigte, soll im Zuge der Haushaltskonsolidierung auch über eine erneute Anpassung der Musikschulgebühren beraten werden. Die Verwaltung schlage eine Erhöhung um drei Prozent vor, damit die tariflichen Personalkostensteigerungen aufgefangen werden könnten, heiß es in der Ratsvorlage.
SPD-Stadtrat Werner Kiemle kündigte dagegen schon einmal seinen Widerstand an. Er teile diesen Ausblick nicht, sagte Kiemle. Die Musikschule habe laut den Ausführungen der Verwaltung aktuell einen Kostendeckungsgrad von rund 64 Prozent, was dem angestrebten Ziel entspreche. „Das wäre eigentlich eine Punktlandung“, so Kiemle.
Auch 2024 hatte die SPD gegen die dreimalige zehnprozentige Erhöhung gestimmt, da sie zwei Erhöhungen für ausreichend hielt. Ebenso hatte sich die GAL dagegen ausgesprochen.
Im laufenden Jahr rechnet die Stadtkämmerei mit einem Abmangel von mehr als 1,3 Millionen Euro durch die Musikschule. Die Einnahmen an Gebühren werden für 2026 mit 1,4 Millionen Euro angesetzt.