Mission Klassenerhalt ohne Demir Januzi: SV Germania verliert einen Leitwolf

In puncto Kampfgeist und Übersicht hat dem defensiven Mittelfeldspieler Demir Januzi kaum jemand was vorgemacht. ⇥
Marco WolfDem SV Germania Bietigheim ist ein Leitwolf abhandengekommen: In der Winterpause hat sich Demir Januzi aus privaten Gründen in die Schweiz verabschiedet – die Heimat seiner Frau. Mit dem 33-jährigen defensiven Mittelfeldspieler aus dem Kosovo verliert der Fußball im Bezirk Enz/Murr einen Kicker, der Spuren hinterlassen hat. Allein in der Oberliga hat Januzi von 2007 bis 2016 insgesamt 186 Partien absolviert, davon 155 im Trikot des SGV Freiberg. Für den VfR Aalen lief er 2009/10 sogar zehnmal in der Regionalliga Süd auf.
Nach einem Intermezzo beim TSV Münchingen war der kampfstarke Sechser im Sommer 2017 zu den damals noch in der Bezirksliga kickenden Germanen gestoßen. Beim SVG galt er als Hoffnungsträger im Kampf um den Aufstieg, der in der Saison 2017/18 auch prompt gelang. Januzi wurde seiner Führungsrolle in der Mannschaft auf Anhieb gerecht und trug mit starken Leistungen dazu bei, dass der Traditionsverein nach 24 Jahren Abstinenz in die Landesliga zurückkehrte. In den vergangenen Spielzeiten warfen ihn allerdings immer wieder Verletzungen zurück. Vor allem Knieprobleme machten ihm zu schaffen. „Demir war ein sehr wichtiger Spieler im Team. Seine Erfahrung, seine Persönlichkeit und seine Führungsqualitäten haben uns geholfen. Er wird uns fehlen“, bedauert Trainer Holger Ludwig den Verlust.
Keine neuen Gesichter
Wie in Löchgau gibt es auch im Ellental zur Rückrunde keine neuen Gesichter im Aufgebot. „Wir waren offen für Verstärkungen und auch mit ein, zwei Spielern in Kontakt, aber es hat sich nichts ergeben“, sagt Ludwig. „Im Winter ist es immer schwierig, sinnvolle Wechsel zu realisieren.“
Den Klassenerhalt soll also das bestehende Personal – minus Januzi – schaffen. Nach der Hinserie belegen die Germanen den 14. Platz unter den 19 Klubs und damit den ersten Abstiegsrang. Ludwig, der im Oktober Andreas Eschenbach abgelöst hatte, holte seit seinem Einstieg aus sechs Spielen sieben Punkte. Zwei Siege, darunter ein 3:1 gegen Spitzenreiter Türkspor Neckarsulm, ein Remis und drei Niederlagen lautet seine Bilanz. „Wir haben durchaus gute Spiele unter meiner Regie gemacht. Uns fehlt aber noch die Konstanz“, sagt der 40-jährige Realschullehrer. Speziell in der Offensive sieht er noch Luft nach oben: „Chancen zu erarbeiten, ist unser Manko.“
In den ersten drei Vorbereitungswochen fielen ständig Akteure corona- oder quarantänebedingt aus, weshalb am Sonntag auch das Testspiel gegen Unterweissach abgesagt wurde. Drei Vorbereitungsduelle, jeweils gegen Bezirksligisten, haben aber bereits stattgefunden – gegen den TV Aldingen (3:0), den NK Croatia Bietigheim (1:2) und den SV Schluchtern (0:0). Bis zum Wiederauftakt am 27. Februar beim TSV Schornbach simulieren die Bietigheimer noch mehrmals den Ernstfall: Am 5. Februar nehmen sie an einem Blitzturnier in Hirschlanden teil, bei dem sonst noch der TSV Heimerdingen (Verbandsliga), der VfB Bühl (Landesliga Südbaden) und Gastgeber SVGG Hirschlanden- Schöckingen (Kreisliga A2) mitmischen. Zwei weitere Tests gegen die SG Weilimdorf (13. Februar) und den VfR Heilbronn (21. Februar) folgen.
Ludwig ist froh, die Herausforderung beim SV Germania angenommen zu haben: „Ich fühle mich wohl, was den Verein und die Mannschaft angeht. Die Arbeit macht mir Spaß. Jetzt brauchen wir nur noch die Punkte.“