Mini-Handball-WM in Bönnigheim
: „An dieses Event werden die Kinder lange zurückdenken“

Bei der Mini-WM in Bönnigheim laufen E-Jugend-Mannschaften als Nationalteams mit Einmarsch und Nationalhymne auf. Oppenweiler/Backnang holt den Titel.
Von
bzh
Stuttgart
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Kein Ball wurde verloren gegeben. Hier hechtet sich eine Spielerin der SG BBM Bietigheim gegen ein Talent des SG Oppenweiler/Backnang nach dem Spielgerät.

Avanti/Ralf Poller

Weltmeister – bei der Mini-WM in Bönnigheim holten sich die E-Jugendlichen des HC Oppenweiler/Backnang den Titel. Die als Team Ägypten angetretenen Handball-Talente aus dem Murrtal gewannen das Endspiel gegen die vom TV Tamm verkörperte spanische Mannschaft. Dritter wurde die als Serbien gestartete SG BBM Bietigheim. Zu den Gewinnern zählte der Ausrichter TSV Bönnigheim. Von allen Seiten wurde das Organisationsteam um Jochen Schmälzle mit Lob überhäuft.

Bei WM-Turnieren ist meist das Finale der Höhepunkt. Für den sorgte bei den Spielerinnen und Spielern der 32 teilnehmenden Teams bereits die Eröffnung. Mit der jeweiligen Landesflagge und begleitet von der Nationalhymne marschierten die Mannschaften in die Sporthalle ein. Los ging es mit Frankreich (TSV Bönnigheim 1) und der Marseillaise. Als modisches Accessoire, wie man es von Eröffnungszeremonien bei Olympischen Spielen kennt, präsentierte die deutsche Mannschaft (TSV Korntal 2) Strohhüte mit einem Band in den Farben Schwarz-Rot-Gold. Auf dem Spielfeld konnte die deutsche Mannschaft später allerdings keine Akzente setzen.

Fanartikel, wohin man blickt

Auch auf der voll besetzten Tribüne ging es bunt zu: Die Fanartikel-Shops hatten gute Geschäfte gemacht: Fahnen in allen Größen, Sticker in den Nationalfarben und Fantrikots der verschiedenen Länder, gern mit Namen von Profi-Fußballern, sorgten für WM-Feeling.

In den Bönnigheimer Sporthallen waren jeweils zwei Spielfelder markiert. Insgesamt fanden 72 Partien à zehn Minuten statt. Dabei blieb keine Mannschaft ungeschlagen. Der HC Oppenweiler/Backnang verlor auf dem Weg zum WM-Titel sein Hauptrundenspiel gegen die SG BBM Bietigheim. „Das hat meine Mannschaft zusätzlich motiviert“, bekannte Trainer Julian Friz. Im Halbfinale trafen die beiden erneut aufeinander, dabei gewannen die Ägypter aus dem Murrtal gegen die als Serbien gestartete SG.

Bietigheim tröstete sich mit einem Sieg gegen Brasilien (SG Schozach-Bottwartal) im Spiel um Platz drei. Trainerin Tanja Maiwald war begeistert: „Unser Team hat sich super geschlagen Wir hatten eine aus Mädchen und Jungen gemischte Mannschaft, die anderen Teams in der Endrunde spielten fast komplett mit Jungs. Das Wichtigste: Den Kindern hat die WM voll Spaß gemacht.“

Fürs Endspiel hatte sich neben Ägypten auch Spanien qualifiziert. Für die Iberer war der TV Tamm ins Turnier gegangen. Trainer Alexander Gaeta zeigte Flagge: Er hatte sich extra ein Trikot der spanischen Nationalmannschaft besorgt. „Die Mini-WM war top. Von der Organisation des TSV Bönnigheim bis hin zum großartigen Auftritt meines Teams“, freute sich der TVT-Übungsleiter. Die Finalniederlage gegen Ägypten konnte die Begeisterung nicht trüben. Gaeta: „An dieses Event werden die Kinder lange mit strahlenden Augen zurückdenken.“

Ex-Nationalspieler begeistert

Den Eindruck hatte auch Timo Salzer. Der Ex-Nationalspieler war von der Veranstaltung begeistert. „So was hätte ich mir früher gewünscht“, bekannte Salzer als Tribünengast. „Das Drumherum mit dem Einlaufen, den Flaggen und Hymnen – sich einmal wie die Großen fühlen. Es gibt für die handballspielenden Kinder kaum etwas Schöneres.“  bzh

Jugendliche testen an der Pfeife

Zum Gelingender Mini-WM trugen auch 15 jugendliche Schiedsrichter bei, die testen konnten, ob ihnen das Pfeifen Spaß macht. Allein sieben Schiri-Aspiranten hatte die SG BBM Bietigheim fürs Turnier gewinnen können. „Das sind Spielerinnen und ein Spieler unserer B- und C-Jugend“, freute sich SG-Jugendleiterin Manuela Weller über das Interesse des Nachwuchses, der von Bietigheims Schiri-Ikone Jimmy Sauerbrey und Rita Seiter betreut wurde.