MHP Riesen Ludwigsburg: Buie führt King-Team zum Sieg gegen Alba

Desure Buie (von rechts) war auch von deutlich größeren Spielern wie Johannes Thiemann nicht zu stoppen.
Avanti/Ralf PollerDie MHP Riesen Ludwigsburg sind nach der Champions League auch in der Basketball-Bundesliga wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. In einem intensiven Duell schlugen sie Alba Berlin mit 87:79. „Wir hatten einen Gegner, der uns viele Probleme bereitete. Aber unsere Bankspieler haben uns zum Sieg geführt. Als sie reinkamen im ersten Viertel bei 6:14-Rückstand, setzten sie den Ton vor allem in der Defensive“, berichtet Riesen-Trainer Josh King. Und sein Gegenüber Israel Gonzalez ergänzt: „Die Ludwigsburger haben wirklich ein gutes Spiel abgeliefert, aber auch hart am Limit gespielt.“
Die Barockstädter verloren aber Yorman Polas Bartolo. Der Forward wurde 102 Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels disqualifiziert, nachdem er dem am Boden liegenden Johannes Thiemann in die Weichteile trat, als er dem Ball hinterherhechtete. Knapp fünf Minuten davor hatte Polas Bartolo schon ein Unsportliches Foul kassiert. Als er sich von Thiemann losreißen wollte, traf er den Alba-Center im Gesicht. „Beim Unsportlichen hat mich ,JT‘ festgehalten, als ich weglaufen wollte. Doch die Schiedsrichter haben nur meinen Ellbogen gesehen“, berichtet Polas Bartolo. „Die andere Situation war einfach ein schlechter Pfiff. Weltmeister muss man sein.“ Der Forward wird nun mindestens für ein Spiel gesperrt.
Riesen mit Ganzfeldpresse
Die Riesen setzten dort an, wo die Berliner in dieser Saison Probleme haben, beim Ballvortrag. Schon tief in der Hälfte der Berliner attackierten sie den ballführenden Spieler. Der Druck zeigte Wirkung. Immer wieder schmissen die Gäste den Ball einfach weg oder verdribbelten sich. Einmal bekamen sie sogar den Ball nicht innerhalb der vorgeschriebenen acht Sekunden über die Mittellinie. Das Ergebnis: Schon beim Seitenwechsel hatten sie 13 Ballverluste zu Buche stehen.
Doch die Berliner hatten nicht nur Probleme im Spielaufbau. Auch die Defensive erwies sich ziemlich löchrig. Doch die Umstellung auf eine Zonenverteidigung zeigte nicht die erwünschte Wirkung. Zwar war mit 2,21-Meter-Hüne Khalifa Koumadje der Weg zum Korb verbaut. Die Riesen trafen aber nun ihre Distanzwürfe. Bis zur Pause enteilten die Ludwigsburger auf 47:34.
Thiemann wird Topscorer
Der einzige Berliner, der sich gegen die Niederlage zu stemmen schien, war Thiemann. Der Weltmeister war an seiner alten Wirkungsstätte kaum zu stoppen. Am Ende war er mit 29 Zählern der Topscorer der Partie. „Ich wollte unbedingt gewinnen“, erklärt der Alba-Center.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Berliner mit mehr Intensität in der Abwehr aufs Parkett zurück. Nach dem Disqualifizierenden Foul gegen Polas Bartolo verkürzte Thiemann auf 59:61 (29.). Den Bock umzustoßen gelang ihnen aber nicht. „Die Ludwigsburger hatten immer die richtige Antwort parat. Entweder erzielten sie einen Korb oder machten in der Defensive die richtige Entscheidung“, zollt Gonzales den Riesen Respekt.
Vor allem Desure Buie schulterte in der zweiten Halbzeit die Verantwortung. Er war am Ende mit 25 Punkten der erfolgreichste Scorer der Ludwigsburger. „Er spielte ein exzellentes Spiel und kontrollierte die Partie. Aber jeder war involviert und trug zum Sieg bei. Silas Melson spielte unglaubliche Verteidigung. Jonathan Bähre gab uns wichtige Minuten von der Bank. Jacob Patrick traf einen wichtigen Wurf“, berichtet King. Und am Ende machte Eddy Edigin den Deckel drauf. Erst versenkte er einen Korbleger zum 85:77, dann angelte er sich den Defensivrebound und sorgte auch für das 87:77. Michael Nachreiner