Markgröninger Musiker Robin Sky
: Elektronische Sounds vom Strohgäu

Robin Sky komponiert auf Laptop und Keyboard tanzbare und eindringliche Klänge. Schicksalsschläge prägten den Musiker. Seine Inspiration holt er sich aus der Natur.
Von
Bigna Fink
Sachsenheim
Jetzt in der App anhören

Der Elektromusiker Robin Misslang alias Robin Sky aus Markgröningen entwickelt seine Melodien und Lieder mithilfe einer Musiksoftware und eines Midi-Keyboards.

/Martin Kalb

Kraftvoll dringen die Beats seines neuen Songs ins Ohr und in den ganzen Körper. Das Lied aus dem Bereich des elektronischen Musikgenres Retrowave oder Synthwave, angelehnt an Soundtracks der 1980er-Jahre, ist noch ohne Namen und steckt im finalen Stadium. Bisher weitgehend unentdeckt produziert Robin Misslang unter seinem Künstlernamen Robin Sky in seiner Heimatstadt Markgröningen elektronische Musik. „Meine Tracks sind bis dato völlig unbekannt“, sagt der 28-Jährige bei einem Glas Wasser im Gespräch in der Redaktion der Bietigheimer Zeitung.

„Ich bin noch kompletter Newcomer“, sagt der Musiker über sich. „Es gibt im Bereich elektronischer Musik viel Konkurrenz. Jeder, der will, kann Musik produzieren.“ Sein neuer Song wird der zehnte sein, den Robin Sky veröffentlicht. Seit November 2022 sind über das Stuttgarter Musiklabel J. Dutt Music neun Lieder des Markgröningers aus dem Bereich elektronische Musik erschienen. Sie lassen sich in die Stilarten Deep House, Pop Dance, Breakbeat oder Synthwave einordnen und haben tanzbare bis tranceähnliche Melodien.

Von Onkel Didi motiviert

„Durch meinen Onkel kam ich dazu, Musik zu machen“, erzählt Robin. Mit ihm habe er 2003 den heute kultigen Musikfilm „School of Rock“ im Kino angeschaut, der ihn zum Gitarrenspielen animierte. Sein Onkel Dietmar Renz aus Vaihingen hat mit seiner Coverband Didi & Friends regionalen Bekanntheitsstatus, tritt im Juli etwa in Sachsenheim-Ochsenbach und bei den Erligheimer Weintagen auf.

Robin nahm sich als Jugendlicher ein Jahr Gitarrenunterricht, brachte sich dann aber nach Gehör und in Online-Tutorials selbst das Gitarrespielen bei. „Mit etwa 14 Jahren habe ich Klavierspielen zu Hause ausprobiert und ebenfalls ohne Noten erlernt“, sagt Robin Sky über seine musikalischen Anfänge. „Ich spiele einfach und es ergibt sich ein Song“, beschreibt er die Entstehung seiner Musik. Auf dem Klavier komponierte er schon früh eigene „quasi klassische“ Lieder. „Manche Lieder brauchen über zehn Jahre, bis ich zufrieden bin“, sagt er lachend. Er sei im Bereich klassischer Musik weiterhin am Ball und kann sich vorstellen, auch klassische Kompositionen zu veröffentlichen.

Viele Schritte bis zum fertigen Song

Die Anfänge seiner elektronischen Musik begannen konkret vor einem Jahr, „da habe ich an verschiedene Musiklabels meine ersten Demos geschickt.“ Im Sommer 2022 kaufte sich Robin Sky einen neuen Laptop, auf dem er mit einer speziellen Musiksoftware Melodien einspielt. „Dann folgen ganz viele Schritte im Mixering und Mastering“, erklärt Sky und meint damit vereinfacht beschrieben den Prozess, verschiedene Tonspuren zusammenzumischen und Klänge auszubalancieren. „Mindestens 20 Arbeitsstunden brauche ich für einen Song“, so der Künstler.

Seine Lieder heißen „Control your Dream“, „Don’t stop now“, oder „Waves of the Sky“. Am liebsten mag er sein im Februar veröffentlichtes Lied „Wolkenflug“. „Meine Songs eignen sich gut als Hintergrundmusik etwa zum Autofahren“, sagt Robin Sky über seinen Elektrosound, der mit meist schnelleren Beats und klaren Melodien bei der Hörerin positive Energie weckt.

Robin hat eine siebenjährige Tochter, ist in Markgröningen aufgewachsen und lebt nach anderen Stationen wieder mit seiner Partnerin in seiner Heimatstadt. Er war einige Jahre als Oberfeldwebel bei der Bundeswehr tätig, machte eine Ausbildung als Versicherungskaufmann und arbeitete in verschiedenen Berufen. Schicksalsschläge haben ihn geprägt, etwa als sein Vater sich hinter Markgröningen Richtung Talhausen erschossen hatte. Da war Robin gerade eineinhalb Jahre alt. Trotzdem inspiriere ihn musikalisch die Natur rund um Markgröningen, im Glems- und Leudelsbachtal, wo er gerne spazieren geht.

Seine Botschaft: Nicht aufgeben

2020 erkrankte der junge Mann an Corona. Seither leidet er unter einer extremen Variante von Long Covid, hat 26 Kilogramm abgenommen, darum ist bald ein Krankenhausaufenthalt mit weiteren Untersuchungen geplant. „Der spätere Umgang mit dem Tod meines Vaters und nun meine schwere Erkrankung haben mir die Augen geöffnet, wie schnell es vorbei sein kann.“ In seiner Musik will er die Botschaft vermitteln, nicht aufzugeben und sich auf das Wesentliche, nämlich Gesundheit, Liebe und Zufriedenheit, zu konzentrieren. „Musik verbindet Menschen weltweit“, das ist für den Künstler auch immer wieder eine Motivation bei seiner Arbeit und Leidenschaft.

Irgendwann möchte Robin Sky von seiner Musik leben können und bei Konzerten und in Clubs auftreten. „Mein kurzfristiges Ziel ist die Anschaffung von professionellem Equipment“, so der Markgröninger. Seine Lieder sind auf Spotify, Apple Music, Amazon Music, Deezer, Napster und Beatport zu hören. Auch können sie etwa als Storymusik in den sozialen Medien, auf Instagram und Tik Tok, umsonst genutzt werden.

Das Musikvideo für seinen neuen Track wurde inzwischen gedreht, teilt der sympathische Musiker später mit. Das Stück ist noch in Bearbeitung, in Kürze wird es veröffentlicht.