Markgröningen
: Eltern setzen sich für Bolzplatz ein

Im Gemeinderat war den Bürgern der Bolzplatz der Glemstal-Grundschule ein Anliegen. Im Gegensatz zur Sporthalle wird er erst mal nicht saniert werden.
Von
Lisa Lorenz
Ludwigsburg
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Hier spielt gerade niemand mehr: Der Bolzplatz der Glemstal-Grundschule ist auf unbestimmte Zeit gesperrt worden. Sein Zustand sei zu schlecht, es bestehe eine Unfallgefahr.

Martin Kalb

Der einzige Bolzplatz in Unterriexingen ist von der Stadtverwaltung wegen Unfallgefahr geschlossen geworden – das sorgte im Gemeinderat Markgröningen für Diskussionen. Auf den voll besetzten Zuschauerplätzen saßen neben Eltern auch der Vorstand des Fördervereins der Glemstal-Grundschule, Sven Hausmann, und die Schulleiterin der Glemstal-Grundschule, Susanne Schmidt-Hannig.

Der Bolzplatz, der zur Glemstal-Grundschule gehört, sei ein zentraler Treffpunkt für Kinder, so Hausmann. Er fragte deshalb nach einer Wiedereröffnung und einer Alternative für den abgesperrten Platz. Der Fachbereichsleiter für den technischen Service der Stadt, Volker Heiden, berichtete, dass eine Fachfirma den sanierungsbedürftige Platz angeschaut habe und die Stadt bereits einen Kostenvoranschlag angefordert habe. Das Ziel sei, den Platz für eine dauerhafte Nutzung wiederherzustellen.

Sanierung notwendig

Da Belag und Unterbau jedoch „versandet, bröselig und nicht mehr tragfähig“ seien, müsse der Belag komplett entfernt und der Unterbau neu errichtet werden, um den Platz neu aufzubauen. Ein weiterer Stein auf dem Weg zum neuen Platz: Die Sanierung könnte erst beginnen, wenn die Temperaturen nicht mehr unter zehn Grad Celsius fallen, also nicht vor Mai. „Wenn man das Geld hätte, würde ich vorschlagen, den Platz komplett zu sanieren“, sagte Bürgermeister Jens Hübner. Die Bedeutung des Platzes sei der Stadt bewusst. Gerade, da es nicht viele andere Angebote für Kinder gebe. Das Problem: Für die Sanierung wäre ein sechsstelliger Betrag nötig, und die finanzielle Situation sei „sehr ernst“, so Hübner. Der Stadt fehlen sieben Millionen Euro, wie Kämmerer Klaus-Dieter Schmelzer in seinem Finanzbericht darlegte (die BZ berichtete).

Unfallgefahr vorhanden?

Das reichte den Bürgern als Erklärung nicht aus – zumal sie die Schließung des Platzes selbst nicht nachvollziehen konnten: „Der Platz hat schon immer so ausgesehen wie jetzt, eine Unfallgefahr ist uns so nicht bewusst, deshalb das Unverständnis“, erläuterte eine Bürgerin. Hübner und Heiden erwiderten darauf, man könne sich den Platz noch einmal vor Ort anschauen, um zu überprüfen, ob die Unfallgefahr tatsächlich vorhanden sei.

Eine weitere Zuschauerin warf die Idee in den Raum, gemeinsam mit der Stadt ein „Crowdfunding“ zu starten, um die Sanierung zu finanzieren. „Eigentlich ist es traurig genug, dass man die Finanzierung als Stadtverwaltung nicht selbst hinbekommt“, so der Bürgermeister.

Wenn ein „Flicken“ des Platzes ausreiche, wäre er dazu bereit, das gemeinsame Spendensammeln auszuprobieren, aber bei einer kompletten Sanierung sei der Preis dafür zu hoch. „Wir veranstalten einen Schäferlauf, der Unsummen kostet, und unsere Kinder bleiben auf der Strecke“, lautete eine weitere Stimme der Bürger. Gefolgt von der Frage, ob man nicht beim Schäferlauf einsparen und dieses Geld in den Bolzplatz investieren könne. Der Bürgermeister antwortete auch hier differenziert: Keinen Schäferlauf zu veranstalten, komme nicht in Frage, aber über die Verteilung der Mittel könne man immer streiten. Es dürfe keine Tabus geben, über Vorschläge nachzudenken – konkrete Einsparungen beim Schäferlauf müsse man sich anschauen, blieb Hübner vage.

Mehr als ein Bolzplatz

Die Schulleiterin der Glemstal-Grundschule, Susanne Schmidt-Hannig, betonte, dass es sich nicht um irgendeinen Bolzplatz handele, sondern auch um einen Pausenhof und Sportplatz. „Ich hätte mich über eine klare Kommunikation von Beginn an gefreut“, kritisierte sie.

Von beinahe ironischem Zufall war die Tatsache, dass in der Gemeinderatssitzung kurz nach der Bolzplatz-Diskussion die Kostenfeststellung für die bereits geschehene Sanierung der Sporthalle 1 in Markgröningen genehmigt wurde (siehe nebenstehender Bericht). Die Entscheidung für das eine und gegen das andere Projekt stieß bei manchen Zuschauern auf Unverständnis.