Markgröningen: Ein Windrad für Markgröningen: Antrag ist genehmigt

Das im Windvorranggebiet LB 14 geplante Windrad, nahe dem Waldgebiet Muckenschupf, wurde genehmigt. Mit Bau und Inbetriebnahme rechnet Geschäftsführer Falk Hecker der WW Süd, die das Projekt umsetzt, in den Jahren 2029 und 2030.
/Martin KalbDass nach Ingersheim im Jahr 2012 in Markgröningen die nächsten Windräder im Kreis Ludwigsburg entstehen sollten, war bereits im März dieses Jahres bekannt (die BZ berichtete). Ganze 23 Anlagen im Kreis, verteilt auf sieben Windkraftvorranggebiete, warten beim Landratsamt auf ihre Bauanträge. Doch der Regionalplan, in dem all die Standorte als privilegiert vermerkt gewesen wären, ist im August geplatzt. Das Land hat bei der Prüfung Konflikte mit dem Naturschutz moniert, weshalb eine abermalige Schleife gedreht werden muss, das Werk kann damit frühestens gegen Ende 2027 Rechtskraft erlangen.
Dennoch wurde ein Windrad im Markgröninger Stadtteil Unterriexingen nun vom Landratsamt genehmigt. Es ist Teil des Projektvorhabens der WW Süd GmbH, die eine Geschäftsstelle in Unterriexingen betreibt.
Mit der Gemeinde verbunden
„Da wir dort wohnen, sind wir mit der Gemeinde eng verbunden und haben daher bei Ausweisung der Vorranggebiete zunächst in der unmittelbaren Umgebung geschaut“, berichtet Dr. Falk Hecker, einer der Geschäftsführer der GmbH. Und die Windkraftvorranggebiete LB 13 sowie LB 14 liegen beide auf Markgröninger Gemarkung. Im Gebiet LB 13, das sich westlich vom Waldgebiet Muckenschupf bis Pulverdingen erstreckt, sind zwei weitere Anlagen gerade im Genehmigungsverfahren, hier wird eine Genehmigung aber erst zu Beginn des nächsten Jahres erwartet. Für die Genehmigung des Windrads im Gebiet LB 14, das nahe Muckenschupf, südlich von Unterriexingen und westlich von Talhausen gelegen ist, habe man das sogenannte Zielabweichungsverfahren gewählt, sagt Hecker. Dabei habe man alle Umweltschutzaspekte im Detail berücksichtigen müssen: „Daher sind wir mit dieser Anlage nicht von den Verzögerungen bei der Ausweisung der Vorranggebiete betroffen.“
Mit einer verbindlichen Planung tut man sich, so Hecker, dennoch schwer. Die Situation bei der Ausschreibung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei schwierig; das Ausschreibunsgvolumen sei zu gering und es kämen fast nur norddeutsche Projekte zum Zug. „Als optimistischer Mensch glaube ich aber, dass sich die Situation im nächsten Jahr verbessert, sodass wir 2029/30 mit dem Bau und der Inbetriebnahme rechnen.“ Vor ein paar Monaten war die Inbetriebnahme noch 2028 geplant. Kosten soll das Windrad inklusive Gutachten, Genehmigung, Projektierung und Aufbau etwa neun Millionen Euro. Die drei Windräder auf Markgröninger Gemarkung sollen gemeinsam etwa 35 Millionen Kilowattstunden Strom einbringen. Das würde für 9000 Haushalte, sprich: ein Drittel von Markgröningen, reichen.
Keine Verzögerungen befürchtet
Der Verband Region Stuttgart sagt zum Gebiet LB 14: „Es umfasst eine kleine Teilfläche, die im Zuge der Nacharbeiten nochmals untersucht werden mussten. Eine Veränderung der Fläche resultiert daraus jedoch nicht.“ Der Standort der Anlage befinde sich außerdem außerhalb des 200-Meter-Prüfbereichs und sei dadurch unabhängig von den Nacharbeiten zu betrachten. Der Verband bestätigt die Aussage Heckers, dass aufgrund des Zielabweichungsverfahrens den Plänen nichts entgegensteht: „Da für die Anlage im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren auch ein Zielabweichungsverfahren durchgeführt wurde, ist die Genehmigung unabhängig von Verzögerungen in der Teilfortschreibung des Regionalplans.“ Dieses Beispiel belege, so der Verband Region Stuttgart, dass trotz der erforderlichen Nacharbeiten am Regionalplan die regulären Genehmigungsverfahren ohne weiteren Verzug durchgeführt werden können.
Da der Standort in einem der Windkraftvorranggebiete liege, sei er aus Sicht der Regionalplanung geeignet, um die Windkraft dort zu nutzen. Mit der nun erteilten Genehmigung sei des Weiteren davon auszugehen, dass der Standort alle gesetzlichen Anforderungen erfülle, da die weitergehenden Untersuchungen im Genehmigungsverfahren unternommen wurden.
