Markgröningen: 209 Mal „professionelle und schnelle Hilfeleistung“

Kommandant Neubauer zeigte sich bei der Hauptversammlung zufrieden mit seiner Feuerwehr.
/Richard Dannenmann„So viele Einsätze wie noch nie wurden 2023 abgearbeitet“, resümierte Kommandant Michael Neubauer am Freitag in der Markgröninger Stadthalle. Bei der Hauptversammlung seiner Feuerwehr blickte er auf 209 bewältigte Einsätze zurück, davon 51 Brände und 125 technische Hilfeleistungen. Anders als viele denken würden, säßen die Mitglieder der Feuerwehr dabei nicht einsatzbereit im Feuerwehrhaus, sondern würden auf der Arbeit oder Zuhause alarmiert, müssten nachts ihre Familie zurücklassen. Die vielen Einsätze hätten seine Feuerwehr „im Spannungsfeld Familie, Freizeit und Beruf teilweise an ihre Grenze“ gebracht, so der Kommandant.
Schwerster Einsatz
Das vergangene Jahr brachte auch den wohl größten Einsatz seit mehreren Jahren: Am 24. Januar diesen Jahres starben beim Brand in der Straße „Auf Hart“ vier Menschen. 40 Personen konnten aber unverletzt aus dem Gebäudekomplex gerettet werden – gemeinsam mit den umliegenden Feuerwehren habe man „Schlimmeres verhindern“ können, so Neubauer. Der Einsatz wird nun auch in den Übungen der Feuerwehr aufgearbeitet, die Szenarien wiederholt.
Auch Bürgermeister Jens Hübner war der Großeinsatz „immer noch sehr präsent“, gestand er im Grußwort. Der große Aufwand von so vielen Übungen und der investierten privaten Freizeit der Feuerwehrleute habe ermöglicht, dass sie im entscheidenden Moment zur Stelle waren und so viele retten konnten. Und so überbrachte der Bürgermeister auch den Dank einer Angehörigen.
Ein weiterer Einsatz im vergangenen Jahr war der Brand auf dem Mall-Gelände am 3. März: Dort lief „alles wie am Schnürchen“, so der Kommandant – unter anderem, weil erst kurz zuvor auf dem Gelände eine Führungskräfteübung mit einer ähnlichen Einsatzlage stattgefunden hatte. „Spektakulär“ ist dem Kommandant auch der Kaminbrand in Unterriexingen in Erinnerung. „Über die Jahre nehmen wetterbedingte Einsätze zu“, so Neubauer. In diesem Jahr soll der Ausbildungsschwerpunkt folglich auch auf Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung liegen. Was die Ausbildung angeht habe sich 2023 auch das neue Konzept der Übungssamstage bewährt. Hier können, anders als unter der Woche am Abend, auch komplexere Szenarien trainiert werden.
Die Ausstattung seiner Feuerwehr sei „ordentlich“, fasste der Kommandant zusammen: als „ein schwäbisch solides mittelständisches Unternehmen zur professionellen und schnellen Hilfeleistung in der Stadt“ könne man sie bezeichnen. In den vergangenen Jahren seien dafür die richtigen Entwicklungsschritte getätigt worden. 2023 wurde unter anderem der Gerätewagen Transport ausgeschrieben, die Ausschreibung des LF 10 steht kurz bevor und der Zuschuss für die Einsatzbeschaffung des Löschgruppenfahrzeugs bewilligt. Ebenso wurden Atemschutzgeräte und Einsatzkleidung beschafft. Für die kommenden Jahre mahnte der Kommandant auch den Ausbau der beiden Feuerwehrhäuser an.
104 Mitglieder in Einsatzabteilung
Die Entwicklung der Mitgliederzahl in der Einsatzabteilung ist positiv, mit neun Neuzugängen aber auch acht Austritten bleibt mit 104 Mitgliedern die Sicherstellung der Einsatzfähigkeit gewahrt. Gerade im Stadtteil Unterriexingen aber müsse man neue Mitglieder werben, so der Kommandant: Dort ist die Tagesverfügbarkeit schon seit Jahren angespannt.
2023 war auch das Jahr der Jubiläen: Die Freiwillige Feuerwehr feierte 150 Jahre Alters- und 25 Jahre Jugendfeuerwehr. Geehrt wurde bei der Hauptversammlung auch Willi Rau: Seit 70 Jahren ist er schon Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Markgröningen. Jonathan Lung