Ludwigsburg: Teilhabe müssen alle einfordern

Claudia Lychacz, kommunale Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung.
Landratsamt Ludwigsburg„Ja, es ist viel zu tun, aber wir bewegen etwas“, erklärt Claudia Lychacz, die kommunale Behindertenbeauftragte des Kreises. Dabei legt sie Wert darauf, dass die Betonung auf dem „wir“ liege, denn ohne ein großes Netzwerk sei die Inklusionsarbeit nicht zu leisten.
Seit mehr als zwei Jahren kümmert sich Lychacz, die selbst blind ist, um die Belange von Menschen mit Behinderung im Kreis. „Da ist es wichtig, dass alle Organe sich an dieser Arbeit beteiligen und viele Kommen haben sich auch schon auf den Weg gemacht, die Inklusion ganz in den Fokus zu stellen“, so Lychacz. Es gehe darum, ein anderes Bewusstsein zu schaffen und darauf aufmerksam zu machen was es für richtige Inklusion alles braucht.
Sie arbeitet gerne im Landratsamt, denn der Job sei eben ihr „Herzblut“.
Sie freut sich, dass Kommunen sie immer häufiger von Anfang an bei Planungen miteinbeziehen. Als Beispiel nennt sie Steinheim, wo sie schon frühzeitig am Prozess der Planung beim Umbau des Rathauses miteinbezogen wurde. Auch bei den Schulen stehe das Thema Barrierefreiheit immer häufiger im Fokus. „Denn Inklusion bedeutet, alle gehören dazu und jeder kann selbstbestimmt entscheiden“, so Lychacz.
„Man muss einfach mal machen“
Die zehnte Handlungsempfehlung werde die Inklusion nicht voranbringen. „Man muss einfach mal machen und auch deutlich mehr als bislang, dann kann man auch aus Fehlern lernen und es bewegt sich etwas“, sagt die Behindertenbeauftragte. Besonders stolz ist Lychacz auf ein Projekt im Kreis: „Die Lange Nacht der Inklusion in Ludwigsburg ist ein Projekt, das es in ganz Baden-Württemberg kein zweites Mal gibt. Es bringt Menschen zusammen und ermöglicht Teilhabe. Ich hoffe, dass die Lange Nacht der Inklusion auch anderen Landkreisen als Beispiel dient.“
Für Lychacz ist Inklusion dann erreicht, wenn „jede Person mit Behinderung sagen kann: Die Behinderung ist ein Teil von mir, sie definiert mich aber nicht. Ich werde angenommen mit meinen Besonderheiten und kann am Leben teilhaben und über mein Leben selbst bestimmen“. Petra Neset-Ruppert