Ludwigsburg
: Neue Internetseite soll Bürger für Fernwärme erwärmen

Das Zieljahr einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Ludwigsburg ist 2035. Mit verschiedenen Angeboten will man die Bürger motivieren.
Von
Uwe Mollenkopf
Ludwigsburg
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Umweltfreundliche Energie liefert in Ludwigsburg unter anderem die Solarthermie-Anlage am Römerhügel.

/Martin Kalb

Gemäß den Vorgaben durch das Land hat Ludwigsburg im Jahr 2023 eine kommunale Wärmeplanung erstellt und um den Jahreswechsel 2023/2024 veröffentlicht. Wie  beispielsweise auch Bietigheim-Bissingen strebt die Stadt eine klimaneutrale Wärmeversorgung bereits für das Zieljahr 2035 an, während man sich damit auf Landesebene noch Zeit bis 2040 lassen will. Dass dies äußerst ambitioniert ist, lässt sich der Feststellung im Abschlussbericht zur Wärmeplanung entnehmen, wonach der größte Anteil des Wärmebedarfs mit Stand von 2020 durch die fossilen Energieträger Erdgas und Heizöl (rund 80 Prozent) gedeckt wird.

Um mit der angestrebten „Wärmewende“ voranzukommen, geht es nach den Worten von Steffen Märkle vom „Team Klima und Energie“ der Stadt Ludwigsburg zum einen darum, den Anteil der erneuerbaren Energie in der Stadt auszubauen, zum anderen um die Reduzierung des Energieverbrauchs. Letzterer fällt zu einem Großteil in den Privathaushalten an, und um hier voranzukommen ist die Stadt auf Überzeugungsarbeit angewiesen. Laut Märkle geschieht dies auf unterschiedliche Weise.

So habe die Stadt Ludwigsburg Wärmebilder von allen Gebäuden der Stadt erstellen lassen. Das Wärmebild und der ergänzende Energiebericht – insgesamt gibt es 2500 Berichte – zeigen auf einen Blick, wo ein Gebäude Wärme verliert. Die Thermografieaufnahmen samt individuellem Energiebericht sind seit April 2025 kostenfrei für die Eigentümer verfügbar und können online bestellt werden. Bis 25. Juni haben sich bereits 850 Bürger gemeldet, berichtet Steffen Märkle. „Das zeigt, da gibt es großes Interesse.“

Stadt bietet aufsuchende Energieberatung an

Als weitere Maßnahme gibt es in den Teilen des Stadtgebiets, in denen laut der Wärmeplanung zukünftig keine Wärmenetze vorgesehen sind, wie zum Beispiel im Ortskern von Oßweil, die also ohne zentrale Versorgung sein sollen, eine kostenlose „aufsuchende Energieberatung“. Dabei besuchen Energieberater der Energieagentur Kreis Ludwigsburg die Eigentümer zuhause und beraten sie über ihre Immobilie und die Möglichkeiten einer Gebäudesanierung.

Märkle weist zudem auf das städtische Förderprogramm „Klimabonus Ludwigsburg“ hin. Damit unterstützt die Stadt zusätzlich zu den Fördermöglichkeiten des Bundes die Bürger dabei, ihr Zuhause energieeffizienter zu machen oder erneuerbare Energiequellen zu nutzen.

Partner der Stadt bei der Umsetzung der Wärmeplanung sind die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB). Diese haben laut Märkle schon für zwei Gebiete in der Stadt konkrete „Transformationspläne“ gemacht, zwei weitere seien in Bearbeitung. Die Stadtwerke sind zudem auch verantwortlich für die Gestaltung einer eigenen Wärmewebseite inklusive einer interaktiven Karte für Ludwigsburg und Kornwestheim, die erst vor Kurzem freigeschaltet wurde. Dort geht es vor allem um den Ausbau der Fernwärme.

Die Karte zeigt in roten Linien die bestehenden Netze, in blauen Linien den Ausbau im laufenden Jahr. Flächig in Orange sind die Ausbaupläne 2026 bis 2029 markiert, flächig in Blau der noch nicht terminierte Ausbau. Wer Interesse an Fernwärme hat, kann in der Karte einen unverbindlichen Marker setzen – was bereits an etlichen Stellen getan wurde.

Bisher 1683 angeschlossene Haushalte

Mit Stand von Dienstag ist auf der Webseite zu erfahren, dass das Fernwärmenetz bis dato 80 Kilometer umfasst, mit 1683 angeschlossenen Haushalten. Dass es gleichwohl noch jede Menge zu tun gibt, zeigt die Aussage im Bericht zur Wärmeplanung, wonach die Stadtwerke als Betreiber des Verbundwärmenetzes und weiterer Wärmenetze in Ludwigsburg aktuell circa 100 Gigawattstunden Wärme liefern. Damit werden große Teile der Innenstadt versorgt, allerdings entspreche das nur circa zwölf Prozent des Gesamtwärmebedarfs der Kommune, so der Bericht