Ludwigsburg: Im Schloss gibt es jede Menge Kultur

Das Residenzschloss öffnet seine Tore für alle: Mit neuen inklusiven Angeboten wird der Zugang für Besucher mit unterschiedlichen Bedürfnissen weiter verbessert.
/Martin KalbUnsere Veranstaltungen und Aktionen sprechen alle Sinne an – etwas, das in Zeiten zunehmender Digitalisierung an Bedeutung gewinnt“, sagt Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Bei der Präsentation der Pläne für die Saison 2025 am vergangenen Dienstag stellte sie zusammen mit ihren Partnern, darunter Stephan Hurst, Leiter der Schlossverwaltung in Ludwigsburg, die geplanten Veranstaltungen und strukturellen Veränderungen für das Residenzschloss Ludwigsburg vor.
Im vergangenen Jahr verzeichnete das Residenzschloss Ludwigsburg mehr als 260.000 Gäste und war damit das meistbesuchte Schloss in Württemberg sowie landesweit auf Platz drei hinter Heidelberg und Schwetzingen. Alberth führte dies auf das vielseitige Programm und die historische Bedeutung des Schlosses zurück. Als eines der größten Barockbauwerke Europas wird Ludwigsburg regelmäßig für kulturelle und pädagogische Angebote genutzt, was sich auch in der Nachfrage widerspiegelt: Allein im vergangenen Jahr besuchten 591 Schulklassen das Schloss.
Kulturelle Entwicklung
Neben dem Veranstaltungsprogramm hob Hurst strukturelle Entwicklungen hervor, insbesondere die geplante Anbindung des Schlosses an das Fernwärmenetz, was langfristig die Infrastruktur verbessern soll. Veranstaltungen wie die Ausstellung „Leon Löwentau“ und mehrere Konzerte hätten zudem die Wahrnehmung Ludwigsburgs als kulturellen Standort gestärkt.
Für dieses Jahr ist ein umfangreiches Programm geplant. „Wir bespielen zahlreiche Orte im Schloss, darunter das Schlosstheater, die Schlosskirche und erstmals das Schloss Favorite“, so Johannes Ernst, Geschäftsführer der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Ein Highlight ist das Open-Air-Konzert im Schlosshof mit der Geigerin Anne-Sophie Mutter, bei dem bis zu 4000 Gäste erwartet werden. Am 5. Juli folgt mit der „Spanischen Nacht“ ein weiteres Open-Air-Konzert mit dem Royal Philharmonie Orchestra und der Geigerin Leticia Moreno.
Am 20. Juni tritt das Belcea Quartett im Ordenssaal auf, gefolgt von Mozarts Opernfragment „Zaide“, das am 22. Juni im Schlosstheater in Kooperation mit der Staatsoper Stuttgart aufgeführt wird.
Open Air und Techno
Die KSK Music Open starten in ihrer 15. Ausgabe am 25. Juli mit Johannes Oerding. Laut Lilly Scholz von der Eventstifter GmbH ist erstmals eine Doppelshow von Sido am 27. und 28. Juli geplant. Am 6. September folgt das elektronische Musikfestival „Crown of Sound“, das elektronische Musik mit einer groß angelegten Licht- und Videoinstallation kombiniert. Hauptact ist Carl Cox, der in Ludwigsburg seinen einzigen Deutschland-Auftritt 2025 absolviert. Ergänzt wird das Festival durch den Techno-DJ Chris Liebing.
Neben den großen Veranstaltungen gibt es weitere musikalische Ereignisse. Die Vera Mercer-Ausstellung ist vom 1. Juni bis 17. Juli zu sehen. Am 14. Juni tritt Rakhi Singh auf, gefolgt von den LGT Young Soloists am 15. Juni im Ordenssaal. Am 3. Juli gibt der Pianist Alexander Gadjiev ein Klavierkonzert im Ordenssaal. Zudem gibt es kostenlose Open-Air-Konzerte im Schloss Favorite und im Favoritepark, unter anderem mit dem Alinde Quintet vom 23. bis 25. Juli.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt im kommenden Jahr ist die Verbesserung der Barrierefreiheit im Schloss. Neben bestehenden Maßnahmen wie Rollstuhlrampen, Aufzügen und speziellen Führungen wird am 4. Mai erstmals ein Inklusionstag stattfinden.
An diesem Tag werden Führungen in Gebärdensprache, leichter Sprache sowie Angebote für sehbehinderte Besucher angeboten. Ergänzend dazu gibt es interaktive Stationen, die den Besuchern Einschränkungen direkt erlebbar machen.
Stephan Hurst weist jedoch auf weiterhin bestehende Herausforderungen hin, insbesondere aufgrund begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen. Besonders im Bereich Denkmalpflege sei der Sanierungsbedarf hoch und könne nur schrittweise umgesetzt werden. Zudem erfordere der hohe Besucherandrang bei Veranstaltungen und in stark frequentierten Bereichen des Schlosses immer wieder logistische Anpassungen.
Neue Angebote und Änderungen im Schlossbetrieb
Für Hochzeiten gibt es nun eine weitere Option: Neben der Schlosskirche und der Ordenskapelle können sich Paare jetzt auch im Gardesaal trauen lassen. Da der Raum Platz für bis zu 94 Gäste bietet, ist er besonders für größere Zeremonien geeignet.
Die Nordterrasse wird stärker ins Besuchsprogramm integriert. Sie bietet einen Blick auf das Schloss und soll verstärkt genutzt werden, um die Abendstimmung zu genießen.
Das Café Schlosswache wird ab 2025 von der Jucker Farm betrieben und setzt auf regionale, frische Zutaten. Zu Beginn wird es erst einmal eine kleine, saisonale Karte geben, die dann im Laufe der Saison 2025 erweitert wird.