Ludwigsburg
: Datenpanne am Klinikum

Gesundheitsdaten einer Station sind falsch entsorgt worden. Betroffen sind 194 Patienten.
Von
Uwe Mollenkopf
Ludwigsburg
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Das Ludwigsburger Klinikum.

Helmut Pangerl

Im Klinikum Ludwigsburg, in dem jährlich rund 140.000 Patienten ambulant und 35.000 stationär behandelt werden, ist es zu einer Datenpanne gekommen. Offenbar hat ein Pfleger, der über eine Zeitfirma am Klinikum beschäftigt war, Stationsbelegungspläne mit nach Hause genommen und in eine Gemeinschaftspapiertonne in Stuttgart geworfen. Die betreffenden Papiere wurden dort gesammelt bereits Ende 2024 aufgefunden, teilt Sprecherin Suzan Gross auf BZ-Anfrage mit. Die Finderin schickte sie daraufhin an die Kreiskliniken. Öffentlich wurde der Vorfall erst dieser Tage.

Die Daten betrafen ausschließlich eine Station und davon 194 Patienten. Erfasst wurden Namen und Zimmernummern der Patienten, teilweise auch Gesundheitsdaten, aber nicht in allen Fällen, so die Sprecherin. Üblicherweise werden im Klinikum Unterlagen und Notizen in Papierform, soweit diese nicht mehr benötigt werden, in Datenmüllcontainern entsorgt. Die Sprecherin betont, dass die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben und der ärztlichen Schweigepflicht den RKH-Kliniken ein sehr wichtiges Anliegen seien. Mitarbeiter würden in regelmäßigen Abständen zum Datenschutz geschult und in Besprechungen, im Intranet, bei Begehungen und in Audits, sowie anlassbezogen im Einzelfall auf Datenschutzthemen hin sensibilisiert.

Aufsichtsbehörde informiert

Als Konsequenz aus dem Vorfall seien umgehend alle notwendigen Schritte eingeleitet worden, um den Sachverhalt umfassend aufzuklären und sowohl den hierfür Verantwortlichen wie auch die vom Vorfall Betroffenen zu identifizieren. Gross: „Gleichzeitig wird und wurde geprüft, welche Maßnahmen umgesetzt werden können, um das Risiko solcher Vorfälle in Zukunft zu minimieren.“

Dazu sei das Zeitarbeitsunternehmen angeschrieben und über den Vorgang informiert worden, sodass dieses darauf hinwirken könne, ein zukünftiges Fehlverhalten des Mitarbeiters zu unterbinden und gegebenenfalls arbeitsrechtliche Maßnahmen zu ergreifen, heißt es weiter. Ein weiterer Einsatz des Leiharbeitnehmers am Klinikum sei ausgeschlossen.

Der Vorfall wurde als Datenpanne gemäß Datenschutzgrundverordnung an die Aufsichtsbehörde gemeldet, die betroffenen Patienten wurden informiert. Die falsch entsorgten Notizen wurden inzwischen datenschutzkonform entsorgt. Die Personalabteilung sei gebeten worden, nochmals die zugrunde liegenden Prozesse zu prüfen und sicherzustellen, dass alle Leiharbeitnehmer ordnungsgemäß sensibilisiert und verpflichtet würden, so die Sprecherin.