Löchgau
: Schnell auf Starkregen reagiert

Claus-Dieter Jaisle informierte den Gemeinderat darüber, welche Maßnahmen umgesetzt wurden und welche noch kommen. 
Von
Birgit Riecker
Bönnigheim
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Am 2. Juni 2024 stand die Löchgauer Wette unter Wasser.

/Oliver Bürkle

Riesige Wassermassen stürzten am 13. Mai und am 2. Juni vergangenen Jahres auf die Gemeinde nieder. Die Starkregenereignisse richteten große Schäden an. Das soll sich nicht wiederholen. Claus-Dieter Jaisle stellte im Gemeinderat vor, was schon veranlasst wurde und was noch getan werden kann. Jaisle, langjähriger Chef des Hoch- und Tiefbauamts der Stadt Bietigheim-Bissingen und engagierter Löchgauer Bürger, hat zunächst analysiert: Die Überlastungen des Kanalnetzes und die Oberflächenwasser aus den Außengebieten, gesättigte Böden beim zweiten Hochwasser und damit zusätzlich enorme Mengen im Steinbach führten zu den Überschwemmungen. Das von den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen zuvor erstellte Starkregenmanagement sei nun fortgeschrieben worden.

Schwerpunkte erfasst

Als Schwerpunkte nannte er Punkte im Wieselweg, im Veilchenweg, in der Hauptstraße/Lange Gasse, in der Besigheimer Straße, im Kernerweg und in der Rosenstraße. In der Besigheimer Straße wurde am Tiefpunkt der Einlauf in den Kanal vergrößert und ein Bordstein entfernt, der wie ein oberirdischer Kanal fungiert habe. Stattdessen gibt es nun eine sanfte Erhöhung von acht Zentimetern. Und der Schachtdeckel, den es damals herauskatapultiert hatte, wurde mit erneuert und mit einem Scharnier gesichert um die Unfallgefahr zu verringern.

„Die Bebauung im Gebiet Walheimer Weg III führte zu einer Überflutung im Bereich Wieselweg, da der Einlaufschacht verstopft war“, sagte Jaisle. Ein dreidimensionaler Rechen soll nun Abhilfe schaffen. Ein weiterer Einlauf als Bypass soll kommen, aber dafür sind noch Gespräche mit Grundstückseigentümern notwendig.

Mauer aus Findlingen

Am verlängerten Kernerweg ist vorgesehen, dass der Bauhof eine Mauer aus Findlingssteinen errichtet. Sie soll dann wie ein Trichter wirken und mögliche Wassermassen leiten. Im Veilchenweg wurden die kleinen Einläufe vergrößert und es wird vorgeschlagen, einen zusätzlichen Einlauf am Ende des Weges zu bauen, der rund 10.000 Euro kostet. Das Treibgut aus Pflanzenresten am Steinbach soll künftig nicht den Ablauf verstopfen, sondern mit Wildholzrechen aufgefangen werden. Dazu können Robinienpfähle mit einer Stärke von 15 bis 20 Zentimetern eingebracht werden. „Der Auftrag hierfür ist erteilt“, sagte Jaisle. Er rechnet damit, dass Anfang März diese Arbeiten durchgeführt werden.

Die Unterhaltungsmaßnahmen an Wasserläufen und Gräben umfassen Vorkehrungen am absoluten Tiefpunkt, dem Regenüberlaufbecken Besigheimer Straße/Hauptstraße/Lange Gasse. Am früheren Parkplatz Nonnengasse, auf dem gerade das Ärztehaus gebaut wird, soll ein mobiler Hochwasserschutz angebracht werden. „Das gilt auch für die Rathaus-Tiefgarage, um die Elektrik und die übrige Technik zu schützen“, ergänzte Jaisle.

Ein trocken gelegter Wassergraben am Walheimer Weg soll wieder freigelegt werden und das Gebiet Aufwiesen am Ortseingang von Freudental her als Überflutungsfläche gestaltet werden, um die Wette in der Ortsmitte vor Hochwasser zu schützen. Die wasserrechtliche Genehmigung sei hierfür beantragt. An den beiden standsicheren Brücken über den Steinbach werden jeweils eine Spundwand mit einem 30 Zentimeter hohen Freibord vorgesehen, sodass die ökologische Durchgängigkeit gegeben sei. „Das ist eine kostengünstige Lösung, die bei Bedarf auch einfach wieder entfernt werden kann“, sagte Jaisle. Diese Drosselung des Abflusses schaffe Kapazität zur Entlastung der Ortsentwässerung und spare den teuren Bau eines weiteren Regenrückhaltebeckens.

Überraschter Gemeinderat

Der Gemeinderat war überrascht über die effektive und schnelle Arbeit von Claus-Dieter Jaisle, der zusammen mit Bauhof, Feuerwehr und der Verwaltung die Maßnahmen vorangetrieben hat und sparte nicht mit Lob. Kämmerer Marc Löffler sagte auf Nachfrage, dass rund 50.000 Euro bislang investiert worden seien.