Löchgau
: Drei etablierte Listen bewerben sich

Die Wähler der rund 6000 Einwohner zählenden Kommune bestimmen aus 36 Bewerber von Freie Wähler Löchgau, CDU und SPD am Sonntag ihre 14 Gemeinderäte.
Von
Jürgen Kunz
Bönnigheim
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Die drei Gemeinderatsfraktionen in Löchgau haben sich darauf geeinigt, dass sie trotz 14 Ratssitze jeweils nur zwölf Kandidaten auf ihren Wahlvorschlägen benennen.

/Martin Kalb

Im bisherigen Löchgauer Gemeinderat sind die 14 Sitze am Ratstisch so vergeben: sechs Sitze für die Freie Wähler Lochgau (FWL), fünf für die CDU und drei für die SPD. Da es auch in Löchgau immer schwieriger wird Kandidaten für das Ehrenamt als Gemeinderat zu gewinnen, haben sich die drei Ratsfraktionen darauf geeinigt jeweils nur zwölf Bewerber zu benennen.

„Auf der Liste der Freien Wähler Löchgau (FWL) stehen Personen aus der Mitte der Gesellschaft, die im Gemeinde- und Vereinsleben engagiert sind“, sagt Fraktionsvorsitzender Oliver Siegel. Fünf Frauen und sieben Männer im Alter von 30 bis 70 Jahren stellen sich zur Wahl. Nach Einschätzung von Siegel bilden die beruflichen Qualifikationen einen „sehr guten Querschnitt aus der Mitte der Gesellschaft“ ab. Vom Landwirt über Handwerker, Ingenieure, einer Verwaltungsexpertin bis hin zu kaufmännischen und sozialen Berufen sind auf dem Wahlvorschlage vertreten. Fünf Bewerber sind bereits seit fünf bis 25 Jahren im Gemeinderat tätig, ein weiteres aktuelles Mitglied ist 2021 nachgerückt.

Siegel: „Unser gemeinsames Ziel für unsere Gemeinde ist es, ihre Vereine und Institutionen zu unterstützen und neue Impulse zu geben. Eine sparsame und umsichtige Haushaltsführung ist uns dabei wichtig, dennoch legen wir großen Wert auf die Weiterentwicklung und den Erhalt der Infrastruktur in der Gemeinde.“ Der Fraktionssprecher hofft, dass die jetzige Anzahl von sechs Sitzen gehalten beziehungsweise noch weiter ausgebaut werden kann.

Bereits vor rund 16 Monaten habt die FWL begonnen, nach Kandidaten zu suchen. Es werd jedoch immer schwieriger, Bewerber zu finden, die bereit sind, ein solches Ehrenamt in der Gemeinde auszuüben.

Auf der Liste der CDU stehen sechs Frauen und sechs Männer. Der Altersdurchschnitt liegt bei 49 Jahren. CDU-Sprecherin Monika De Connick: „Dabei sind junge Menschen (28 Jahre) und jung Gebliebene (71 Jahre), Selbstständige, Mütter und Väter und Menschen mit Migrationshintergrund.“ Ihre Liste repräsentiere ein breites Spektrum an engagierten Löchgauer und aus vielseitigen gesellschaftlichen Bereichen, die eines gemeinsam hätten, alle wollen mit Leidenschaft und Engagement ihre vielfältigen Erfahrungen aktiv in die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde einbringen.

Für die neue Wahlperiode nur noch zwei von fünf amtierenden Gemeinderäten an. Die restlichen Bewerber haben keine kommunalpolitischen Erfahrungen. „Das ist auch nicht wirklich relevant für die Arbeit im Gemeinderat. Vielmehr ist der Wille, sich mit den anstehenden Themen zu beschäftigen und sich im Austausch mit anderen Gemeinderatsmitgliedern und den Bürgern von Löchgau eine Meinung zu bilden das entscheidende Kriterium“, so De Connick.

Formuliertes Ziel der CDU-Liste, ist das Miteinander der Generationen mit Begegnungsmöglichkeiten zwischen Jung und Alt. Dabei sei auch ein funktionierendes Vereinsleben, das von vielen ehrenamtlichen Bürger getragen wird, immens wichtig. „Das müssen wir fördern und wertschätzen“, sagt die Fraktionsvorsitzende. Nach ihre Einschätzung sind Windräder, Solarthermie , Nah- und Fernwärmenetze, der Ausbau der digitalen Infrastruktur für die Ansiedlung und den Ausbau der ortsansässigen Firmen von großer Bedeutung. Außerdem werde Wohnraum gebraucht, der bezahlbar ist. Dabei müsse auch „neu gedacht werden“. Zum Wahlziel erklärt De Connick: „Da wir alle sehr motiviert sind unser schönes Löchgau weiterzuentwickeln wäre es schön, wenn möglichst viele einen Platz im Gemeinderat bekommen würden. Sechs Plätze im Gemeinderat wären toll.“

„Wir haben versucht, eine möglichst junge und nicht allzu männliche Liste aufzustellen“, sagt Robert Fiesel über die Liste der SPD Löchgau und merkt an: „Leider haben wir nur ein Drittel Frauen und zwei Drittel Männer auf der Liste. Mein persönliches Anliegen ist es, diesmal auch von der SPD-Liste auch eine Frau ins Gremium zu bringen.“ Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 46 Jahren. Ältester Kandidat ist Thomas Makowiec, der gleichzeitig die meiste Gemeinderatserfahrung hat und mit seinen 66 Jahren gerade erst in Rente gegangen ist.

Fiesel: „Wir haben Verwaltungs- und Gemeinderatserfahrung, weil alle drei bisherigen Ratsmitglieder wieder kandidieren und dabei aufsummiert über 40 Jahre Gemeinderatserfahrung zusammen kommen.“ Die Bewerber haben berufliche Erfahrungen in der Bildung, Pflege und Handwerk, als Betriebsratsvorsitzenden bei einem großen Industriebetrieb bis hin zum Jüngsten, der bei einem öffentlichen Arbeitgeber dual Bauingenieurwesen studiert.

Vier Schwerpunkte hat die SPD für die Gemeinderatswahl formuliert: Wohnungsbau – vernünftiges Wohnen dürfe kein Luxus sein; Bildung – das sehr gute Kindergartenwesen müsse bewahrt und mit hoher Qualität und rechtzeitig ausgebaut werden. Man will sich für den Einstieg in die kostenlose Kita einsetzen; Verkehr – neben einer modernen und umweltfreundlichen Mobilität auf der Straße werde ein guter und barrierefrei ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr gebraucht; Senioren – Kleeblatt und Betreuung müsse erhalten und intensivieren werden außerdem soll der Ort hindernisfrei gestaltet werden.

Fiesel formuliert so das Wahlziel: „Ein gutes Ergebnis wäre für uns, neben unseren drei bisherigen Gemeinderatsmandaten ein oder zwei weitere Mandate zu erreichen und hier möglichst mindestens eine Frau ins Gremium zu bringen.“