Landkreis: Jetzt sollte das Wetter für die Landwirte stabil bleiben

Auf den Feldern im Landkreis sind jetzt wieder bis spät in die Nacht die Mähdrescher im Einsatz
/Martin KalbIm Bönnigheimer Hofgut Bellevue von Christine Bayha ist seit Montag die Ernte der Braugerste in vollem Gange. „Wir haben etwa 40 Prozent geerntet, das entspricht rund 20 Hektar“, sagt die 33-Jährige. Die Menge bei der Braugerste sei in Ordnung, die Qualität sehr gut. Parallel dazu wird in ihrem landwirtschaftlichen Betrieb im Laufe der nächsten Tage damit begonnen, den Winterweizen einzubringen.
„Die Getreideernte ist bei uns auf dem Betrieb heute Abend mit der Ernte der ersten Sommerbraugerste gestartet“, erklärt Michael Kinzinger, Stellvertretender Vorsitzender des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg und Chef des Berghofs in Vaihingen-Enzweihingen. Nach seiner ersten Einschätzung sind Qualität und Ertrag sehr gut.
Teilweise wurde mit den ersten Wintergersten vor zehn Tagen begonnen. „Ich denke, dass bei stabilem Wetter – wonach es derzeit aussieht – bis spätestens Ende Juli die Haupternte abgeschlossen ist und nun auch zügig voranschreitet“, so Kinzinger.
Natürlich sei das Wetter eine Herausforderung gewesen, wie in den letzten Jahren üblich. „Im letzten Jahr war es zu trocken, sodass die Körner eher klein blieben und somit auch der Ertrag“, sagt der stellvertretende Kreisbauernverbands-Vorsitzende. Dieses Jahr geht er nach einer vorläufigen Einschätzung aktuell von einer Durchschnittsernte aus, da es in der hiesigen Region zwar oft geregnet hat, die ganz großen Niederschlagsmengen hier aber ausblieben.
Ernteeinbußen gab es aufgrund von Hochwasser entlang der größeren Flüsse in den Tälern, im Verbandsgebiet ist dies der Neckar. Hier können die überfluteten Flächen nicht oder nur mit deutlichen Ertrags- und Qualitätseinbußen geerntet werden. Dies betrifft im Kreis vor allem Wiesenflächen, Kartoffeln und kleine Bestände an Getreide.
Nach Auskunft von Baywa-Agrar in Freiberg, wo Kinzinger nachfragte, sind die Qualität und die Mengen von Sommerbraugerste gut. Etwas anders sieht es nach ersten Einschätzungen beim Winterweizen aus, mit unterdurchschnittlichen Qualitäten und Mengen. So habe es in den letzten fünf bis sechs Wochen „einen Tick zu wenig Sonne“ gegeben, was dazu führte, dass die Hartweizenkörner die nötige so genannte Glasigkeit (siehe Infokasten) nicht ganz erreicht haben.
„In der Region war es auf jeden Fall in den letzten Wochen nicht zu nass“, konstatiert Michael Kinzinger mit Blick auf die Feuchtigkeitsverhältnisse auf den Ackerböden.