Kreis Ludwigsburg
: Was in die Schulen investiert wird

Bildung ist eines der Themen der „Gen Z“-Demonstrationen, die am Wochenende stattfanden. Die BZ zeigt auf, wie es um die hiesigen Bildungseinrichtungen bestellt ist.
Von
Lisa Lorenz,
Uwe Mollenkopf,
Markus Wirth
Kreis Ludwigsburg
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Die Sanierung der Ellentalgymnasien schreitet voran. Nun geht es mit dem Mittelbau weiter.⇥

Die Sanierung der Ellentalgymnasien schreitet voran. Nun geht es mit dem Mittelbau weiter.⇥

Werner Kuhnle
  • Bildung im Kreis Ludwigsburg im Fokus: Kommunen investieren in Sanierung und Digitalisierung.
  • Bietigheim-Bissingen: 53 Mio. Euro in zehn Jahren, 1000 neue iPads geplant, Hitzeschutz schrittweise.
  • Sachsenheim: Ausbauten und Sanierungen für mehrere Schulen, größere Projekte stehen auf der Liste.
  • Bönnigheim: Umbau Schulzentrum für rund 15 Mio. Euro, Digitalpakt-Mittel und IT-Support laufen.
  • Ingersheim: Schillerschule umfassend saniert und gut ausgestattet – aktuell keine neuen Investitionen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Kein Sparkurs bei der Bildung angesichts „kaputter Schulen“ ist eine Forderung, die sich die Initiatoren der „Gen Z“-Proteste auf die Fahnen geschrieben haben - neben Ablehnung der Wehrpflicht, der Forderung nach einem bezahlbaren Leben oder mehr Klimaschutz. Am Wochenende haben sie dafür in mehreren Großstädten zu Demonstrationen aufgerufen, die allerdings auch von Ausschreitungen und linksextremistischen Parolen überschattet wurden. Die BZ zeigt aus diesem Anlass an lokalen Beispielen, was es mit dem Vorwurf mangelnder Investitionen in der Umgebung auf sich hat.

In Bietigheim-Bissingen wurde erst im Juni der neue Schulentwicklungsplan im Gemeinderat vorgestellt. In der Sitzung erklärte der Erste Bürgermeister Michael Hanus, grundsätzlich seien acht Schulen im Stadtgebiet in einem guten Zustand. An der Realschule im Aurain reichten allerdings einfache Instandsetzungsarbeiten nicht mehr aus, hier werde man in den nächsten Jahren eine Sanierung anstoßen müssen, sobald die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung stünden.

Das Gleiche gelte für die Schule im Sand. Wenn die Sekundarstufe komplett nach Bissingen umgezogen ist, müsse die Sandschule zu einer echten Grundschule umgebaut werden. Aktuell wird am Ausbau des Campus in Bissingen gearbeitet, bis zum Schuljahr 2027/28 sollen dort neue Räume zur Verfügung stehen. Dafür werden in diesem Jahr 5,5 Millionen Euro aufgewendet.

Wie Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Haushaltseinbringung am Montag sagte, wurden in den letzten zehn Jahren 53 Millionen Euro in die Schulen in Bietigheim-Bissingen investiert. Auch die Digitalisierung wurde angegangen. Erst im August beschloss der Gemeinderat die Beschaffung von Ersatz für veraltete Geräte. Für 750.000 Euro sollen 1000 neue iPads angeschafft werden.

Für Ärger hatte in diesem Rekordsommer das Thema Hitzeschutz gesorgt. Der Gesamtelternbeirat hatte sich über zu hohe Temperaturen in den Klassenräumen beklagt und überall den Einbau von Klimaanlagen gefordert. In den Ellentalgymnasien funktionierten die neuen Anlagen nicht. Im BZ-Gespräch hat Oberbürgermeister Jürgen Kessing erklärt, der Einbau von Klimanlagen gehe nur Schritt für Schritt, alles auf einmal würde die Stadt von der Menge her überfordern, sowohl was das Personal angeht, aber auch mit Blick auf die Firmen, die man dazu brauche sowie finanziell. Die Stadt hoffe dabei auf ein Förderprogramm des Bundes zum Hitzeschutz.

Allgemein erklärt der Gesamtelternbeirat zum Zustand der Bietigheim-Bissinger Schulen:

Sachsenheim

Die Gemeinschaftsschule in Sachsenheim wurde in den vergangenen Jahren um vier Klassenzimmer erweitert, berichtet Arved Oestringer, Pressesprecher der Stadt. Außerdem wurde die Kraichertschule brand- und medientechnisch erneuert. Die Investitionen an den beiden Schulen haben zusammen 2,5 Millionen Euro gekostet. Die Technikräume der Eichwald-Realschule wurden für 200.000 Euro saniert; 600.000 Euro wurden im Rahmen des Digitalpakts in die medientechnische Ausstattung investiert. Der Bau B der Gemeinschaftsschule wurde außerdem für 16 Millionen Euro ausgebaut.

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Im kommenden Jahr ist der Umbau des ehemaligen Lehrschwimmbeckens an der Grundschule Kleinsachsenheim in einen Betreuungsraum für eine halbe Million Euro geplant. Auch größere Projekte hat die Stadt bereits ins Auge gefasst. So soll die Kirbachschule in Hohenhaslach generalsaniert und erweitert werden (26 Millionen Euro), bei ihr bestehe auch der größte Sanierungsbedarf. Die Grundschule der Gemeinschaftsschule soll einen Neubau bekommen (zehn Millionen Euro).

Die bereits sanierten Schulen sind, heißt es von Oestringer, in einem modernen und guten Zustand. An den anderen könne man ihn als „sanierungsbedürftig“ beschreiben: „Glücklicherweise stehen die Maßnahmen schon auf der Projektliste.“ Kritik aus den Reihen der Schüler am Zustand der Schulen halte sich im Rahmen - und beziehe sich meist auf den Zustand der Sanitäranlagen.

Bönnigheim

In Bönnigheim stellt die Stadtverwaltung mit dem Umbau und der Erweiterung von Bau II im Schulzentrum die Weichen für ein modernes Lernen. Dies hebt Birgit Papendorf, Fachgebietsleitung Ordnung, Bildung und Betreuung, gegenüber der BZ hervor. „Die Stadt investiert in Klassenräume für die Sophie La-Roche-Realschule und das Alfred-Amann-Gymnasium, eine neue Mensa und eine Stadtbücherei auf dem Campus der Schulen nach derzeitigem Stand rund 15 Millionen Euro.“ Die digitale Weiterentwicklung der Schulen habe ebenfalls Priorität. Papendorf: „Zur Umsetzung des Digitalpaktes hat die Stadt in den Jahren 2021 und 2022 1,6 Millionen Euro investiert. In den vergangenen vier Jahren gab es  den Austausch einer pädagogischen Managementlösung und diverse Ersatzbeschaffungen. Ebenfalls gibt es einen IT-Service- und Support-Vertrag mit Kosten von rund 55.000  Euro pro Jahr.“ Der Schulcampus soll nach Abschluss des Umbaus für die Schülerinnen und Schüler attraktiv und nach deren Wünschen gestaltet werden. „Hierzu stellen wir in der Sitzung des Gemeinderats am 27. November das Beteiligungs- und Ideenkonzept zur Gestaltung des  Schulcampus als Kooperationsprojekt mit der Walter Amos-Stiftung vor.“

Außerdem gebe es laut Birgit Papendorf die Ganztagesbetreuung an der Generbenschule bereits seit dem Schuljahr 2007/2008: „Kinder, welche dieses Angebot wahrnehmen, werden von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von7.35 bis 15.35 Uhr, also acht Stunden lang, unterrichtet, betreut und gefördert.“ Die Schulkindbetreuung für Regel- und Ganztagsschüler der Stadt ergänze das schulische Angebot in den Zeiten zwischen 7 und 15.35 Uhr mit 41,75 Stunden pro Woche während der Schulzeit, wie auch in den Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien mit Betreuungszeiten von 7 bis 13 (Halbtagesbetreuungsangebot) oder von 7 bis 15 Uhr (Ganztagesbetreuungsangebot). Außerdem, so Papendorf weiter, gebe es das Jugendbegleiter-Programm, das öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg die Möglichkeit gebe, außerunterrichtliche Bildungs- und Betreuungsangebote durch ehrenamtlich Engagierte zu realisieren. Das Programm solle Schulen helfen, Lern- und Lebenserfahrungen über den regulären Unterricht hinaus zu bieten.

Papendorf: „Die Stadt Bönnigheim sieht sich in der bildungspolitischen Aufgabe der Umsetzung des Rechtsanspruchs gut aufgestellt und hat für Schülerinnen und Schüler der Grundschule ein gutes Betreuungssystem im offenen Ganztagsbetriebs mit dem ergänzenden städtischen Betreuungsangebot etabliert.“

Ingersheim

„Die Schillerschule wurde vor etwas mehr als zehn Jahren komplett saniert und neu ausgestattet. Von Mensa über Möbel bis zur digitalen Ausstattung sind wir auf dem neuesten Stand“, berichtet Ingersheims Bürgermeisterin Simone Lehnert. Auch das Inventar wurde zeitgleich mit der Sanierung neu beschafft. 2021 wurden über den Digitalpakt Schule 20 iPads und zwölf Smart-TVs für rund 68.000 Euro angeschafft. In den folgenden zwei Jahren wurde ein neuer Drucker und drei Sonnensegel für insgesamt 5700 Euro gekauft. Seit 2024 gab es keine weiteren Investitionen, lediglich der Gebäudeunterhalt wurde jeweils beglichen. Geplant sind für dieses und das kommende Jahr keine Investitionen: Der Zustand der Schule wird von der Stadt als „sehr gut“ beschrieben.