Kreis Ludwigsburg: Steinkauz-Bestand im Kreis bleibt stabil

Ein Steinkauz bei einer Beringungsaktion im Kreis.
/Uwe MollenkopfWechselhaft gestalteten sich die Bedingungen für die kleinste der einheimischen Eulenarten im vergangenen Jahr im Kreis. Die Balz- und Rufgesänge des Steinkauzes waren schon ab Januar hörbar, das milde Wetter im Frühjahr begünstigte die frühen Gelege und war für die Jungvögel ein guter Start mit einem ausreichenden Futterangebot, berichtet Jürgen Staudt von der Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz (AGE) im Landkreis Ludwigsburg im jüngst erschienen „Kauzbrief“ am Beispiel der Tammer Gemarkung. Danach kam indes ein Wetterumschwung mit Extremregen und einem Temperatursturz. Für den Steinkauz bedeutete das, so Staudt: „Das Mäuse- und Insektenangebot war gering, die Nahrung bestand größtenteils nur aus Regenwürmern.“
Gutes Nahrungsangebot nach dem Extremregen
Jungvögel, die nach der Regenzeit geschlüpft waren, fanden hingegen wieder ein gutes Nahrungsangebot vor, so dass laut Staudt schlussendlich noch eine zufriedenstellende Entwicklung zu beobachten war. Ähnliches könne auch aus den anderen Regionen des Landkreises berichtet werden. Sein Fazit: „Der Bestand an Steinkäuzen blieb stabil.“
In Zahlen ausgedrückt: 2024 wurden im Betreuungsgebiet der AGE 40 Bruten von Steinkäuzen festgestellt, nach 39 im Vorjahr. Sowohl bei den Jungvögeln (114 statt im Vorjahr 108) als auch bei den belegten Röhren (16,1 statt 13,9 Prozent) gab es eine Steigerung.
Auch nach den von der Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen (FOGE) veröffentlichten Daten gab im gesamten Landkreis Ludwigsburg samt Randgebiet im vergangenen Jahr mehr Bruten: Demnach stieg die Zahl der Bruten in Nisthilfen von 331 (2023) auf 345 (2024). Die Zahl der Bruten in Naturhöhlen in Bäumen (5) und in Gebäuden (2) fällt dagegen kaum ins Gewicht. Die Anzahl der beringten Jungvögel und Nestlinge erhöhte sich laut FOGE von 837 (2023) auf 888 (2024). Dies, obwohl die Zahl der ermittelten Brutpaare mit 358 (Vorjahr: 378) etwas zurückgegangen ist. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 1045 Nisthilfen im Kreis – 2023 waren es noch 1106.
Bestand der Schleiereulen
bleibt gefährdet
Jürgen Staudt von der AGE beklagt in diesem Zusammenhang, dass die Streuobstwiesen immer weniger werden. Bauprojekte würden trotz Rodungsverbot genehmigt, die Pflege der Streuobstwiesen sei sehr aufwendig, die Erträge aus dem Obstverkauf gering, nennt er einige der Ursachen. „Dennoch verlieren wir den Mut und den Optimismus nicht und setzen uns weiter für unsere Schützlinge ein“, so der Eulenschützer.
Diesen Schutz hat auch die Schleiereule besonders nötig, deren Bestand laut Staudt weiterhin gefährdet ist. Es würden immer noch Nistkästen abgebaut oder beschädigt und weiterhin fänden aus kommerziellen Gründen bewusst Vertreibungen statt. Für 2024 lasse sich aber schwer eine vergleichende statistische Aussage treffen, da aus Remseck keine überprüfbaren Bruterfolge dieser Eulenart gemeldet werden konnten, so Staudt. 2023 wurden von der AGE 29 Jungvögel registriert, 2024 waren es 14.
Positiver Trend bei den Uhus scheint sich fortzusetzen
Positives gibt es dagegen vom Uhu zu vermelden. Diese Eulenart sei erfreulicherweise im Landkreis wieder anzutreffen, so Jürgen Staudt, im Jahr 2023 wurden 22 erfolgreiche Bruten registriert. Dieser erfreuliche Trend scheine sich fortzusetzen. Die größte Gefahr droht den großen Eulen laut Staudt durch Kollisionen mit Kraftfahrzeugen und unvernünftigen Beobachtern, welche trotz Verboten die Ruhe der brütenden Uhus störten.