Kreis Ludwigsburg
: Schweres Unwetter richtet erhebliche Schäden an

Am Donnerstagabend hatten die Feuerwehren im Kreis Ludwigsburg durch ein Gewitter alle Hände voll zu tun.
Von
bz
Ludwigsburg
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In der Lindenstraße in Bissingen wurde das Dach einer Scheune durch den schweren Sturm abgedeckt.

/Oliver Bürkle

Am Donnerstagabend verdunkelte sich der Himmel über dem Kreis Ludwigsburg: Ein schweres Unwetter, eine sogenannte Superzelle, hinterließ überall in der Region Spuren.

Im Gebiet des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, das neben dem Kreis Ludwigsburg auch den Kreis Böblingen umfasst, war laut einer Polizeisprecherin „einiges los wegen Unwettern“. Es gab demnach rund 70 Einsätze, unter anderem wegen heruntergefallener Dachziegel und vollgelaufener Keller. Schwerpunkte waren demnach in Bietigheim-Bissingen, Vaihingen, Ludwigsburg, Marbach und Kornwestheim. Im Schleusenweg in Besigheim schlug ein Blitz in ein Dach ein und löste einen Brand aus, dabei wurden Menschen leicht verletzt, der Sachschaden beläuft sich auf rund 70.000 Euro.

20 Einsätze in Bietigheim-Bissingen

„Ich war überrascht, wie schnell das Unwetter herangezogen ist“, sagte Frank Wallesch, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bietigheim-Bissingen, am Freitagvormittag. In Summe habe man in Bietigheim-Bissingen 20 Einsätze verzeichnet, bei denen insgesamt rund 75 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz waren. Größtenteils habe es sich dabei um übliche Folgeeinsätze nach einem solchen Unwetter gehandelt: darunter umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen oder weggerissene Abdeckungen. Höhepunkt war demnach ein gemeldeter Gebäudeeinsturz in der Lindenstraße. Tatsächlich hatte der Sturm hier allerdings „nur“ das Dach einer Scheune heruntergerissen.

Die Unwetterfront hat auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Ludwigsburg erheblich gefordert. Unter anderem war man im Rahmen der Überlandhilfe gegen 20.15 Uhr in der Bietigheim-Bissinger Lindenstraße mit von der Partie. Rund eine Stunde später rückte die Feuerwehr nach Sersheim aus, wo Gasgeruch gemeldet wurde.

Im Stadtgebiet Ludwigsburg mussten die Einsatzkräfte laut einer Mitteilung insbesondere unwetterbedingte Schäden beseitigen. Der Schwerpunkt der Einsätze lag auf umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen, die Straßen blockierten oder auf Fahrzeuge gestürzt waren. Teilweise waren ganze Bäume mitsamt ihrem Wurzelwerk umgestürzt und mussten unter Einsatz von Motorkettensägen aufwendig entfernt werden.

Zu den Einsatzstellen zählte unter anderem ein Wasserschaden in einem Gebäude im Stadtteil Hoheneck, der durch den Starkregen verursacht wurde. In der Oststraße war ein Baum auf einen Pkw sowie die Fahrbahn gestürzt und musste ebenfalls durch die Feuerwehr beseitigt werden.

Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Unwetterlage elf Einsätze durch die Feuerwehr Ludwigsburg abgearbeitet. Rund 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren mit insgesamt zehn Fahrzeugen bis etwa 22.30 Uhr im Einsatz.

Vaihinger Feuerwehr im Dauereinsatz

Das Unwetter mit Starkregen und Sturmböen hat auch das Stadtgebiet Vaihingen erheblich getroffen. Feuerwehr, Bauhof und Stadtverwaltung waren bis in die Nacht hinein sowie ab dem frühen Morgen im Einsatz, um die Folgen des Unwetters zu bewältigen.

Die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen verzeichnete laut einer Mitteilung der Stadt insgesamt nahezu 100 Einsätze, darunter zahlreiche Einsätze aufgrund umgestürzter Bäume sowie weiterer sturmbedingter Schäden. Oberste Priorität hatte zunächst das Freiräumen der Straßen, um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen und Rettungswege freizuhalten, heißt es in der Mitteilung. Anschließend konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf die Sicherung absturzgefährdeter Gebäudeteile und anderer Gefahrenstellen. Der städtische Bauhof unterstützte die Feuerwehr bereits am Abend bei den Aufräumarbeiten und war seit den frühen Morgenstunden erneut im Einsatz.

Auch an städtischen Liegenschaften entstanden Schäden. Mehrere Gebäude verzeichneten kleinere Wassereintritte sowie vereinzelt beschädigte oder gelockerte Dachziegel. Besonders betroffen ist die Halle im See in Kleinglattbach. Dort trat Schmutzwasser über die Duschabläufe in das Gebäude ein. Vor einer regulären Nutzung ist daher eine umfassende Grundreinigung erforderlich.

Auswirkungen hatte das Unwetter auch auf die laufende Sanierung des Regenüberlaufbeckens unter der Gerberstraße beim Kaufhaus Sämann. Dort rissen die Sturmböen die Abdeckfolie vom frisch eingebrachten Beton und trugen sie in das Bauwerk.

Örtlich ging zudem Hagel nieder. Gemeinsam mit großen Mengen an Laub führte dies dazu, dass zahlreiche Straßeneinläufe innerhalb kurzer Zeit verstopften und das Regenwasser nicht mehr wie vorgesehen abfließen konnte. Vaihingens Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth sagt: „Wenn innerhalb kürzester Zeit so viele Einsätze anfallen, kommt es auf das reibungslose Zusammenwirken aller Kräfte an.“ Er sprach den ehrenamtlichen Einsatzkräften der Feuerwehr ebenso wie den Mitarbeitern des Bauhofs, der städtischen Abwasserbeseitigung und allen weiteren Beteiligten seinen Dank aus. ysch/ bz