Kreis Ludwigsburg
: Respektvoller Umgang

Der Verein Sicherer Landkreis hat eine Aktion ins Leben gerufen, die in Schulen für einen achtsameren Umgang miteinander wirbt.
Von
Claudia Mocek
Ludwigsburg
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Nadia Ruß arbeitet als Polizeibeamtin bei der Kriminalpolizei in Ludwigsburg.

/Verein Sicherer Landkreis

Respekt bedeutet für mich Achtung, Begegnung auf Augenhöhe und das Einhalten sozialer Regeln, weil das die Basis für sachliche Gespräche und Konfliktlösung ist“, sagt Nadia Ruß, Polizeibeamtin bei der Kriminalpolizei in Ludwigsburg. Sie hat sich an der Respekt-Aktion des Vereins Sicherer Landkreis beteiligt, die aus einer Plakatausstellung und einem Film besteht. Jetzt wird in den Schulen des Kreises eingeladen, sich mit eigenen Projekten zu beteiligen.

Wanderausstellung präsentiert

„Wenn es um Respekt geht, besteht in unserer Gesellschaft ein großer Handlungsbedarf, auch im Kreis Ludwigsburg“, sagt Vereinsvorstand Burkhard Metzger, Polizeipräsident a. D. Daher entstand die Idee, 24 Menschen im Kreis danach zu fragen, was Respekt für sie bedeutet. Geantwortet haben Polizeibeamte, Bürgermeister, Schulleiter, Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks, der Malteser, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, aus dem Jobcenter und von den Stadtwerken. Von ihnen und ihren Aussprüchen wurden Plakate angefertigt, die in einer Wanderausstellung zu sehen sind. Die 24 Din-A0-Plakate wurden erstmals beim Jahresempfang des Vereins am 19. Oktober in Kornwestheim gezeigt und werden nun an verschiedenen Standorten im Kreis ausgestellt.

Außerdem wurde ein Film produziert, der unter anderem in Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Remseck spielt. Polizisten, ein Straßenreiniger, eine Verkäuferin und ein Busfahrer begegnen respektlosen Menschen, die sie provozieren oder niederträchtig behandeln. Schließlich werden die Begegnungen erneut dargestellt – allerdings mit geläuterten Bösewichten, die den Polizisten freundlich ihren Ausweis reichen statt ihn auf den Boden zu werfen, nett mit dem Busfahrer sprechen statt betrunken zu randalieren, beim Aufheben der umgestoßenen Waren helfen oder Müll richtig entsorgen, statt ihn auf die Straße zu werfen.

Die Helden und Antihelden werden im Film von Schauspielern des Theater Courage dargestellt – und von einem Kriminalhauptkommissar aus dem Kriminalkommissariat in Ludwigsburg, sagt Metzger. Letzterer sei ebenfalls gecastet worden. Gesprochen wird der Film von einem Sprecher, der sonst für Ford Deutschland wirbt.

Wettbewerb für Schulen

Mit der Präsentation der Ausstellung wurde auch der Schülerwettbewerb eröffnet: Über das Oberschulamt wird der Film, der auch bei Youtube zu sehen ist, an die Schulen verteilt. Schüler der Klassen 5 bis 13 werden in verschiedenen Kategorien dazu aufgefordert, sich ein Projekt zum Thema Respekt zu überlegen und umzusetzen – dabei sei es egal, ob es sich um ein Plakat, einen Film, ein Musik- oder Kunstprojekt handelt, sagt Metzger. Wer von den Schulklassen bis Ende März an dem Wettbewerb teilnimmt, kann einen Tag im Erlebnispark Tripsdrill oder einen Kinobesuch gewinnen.

Ziel der Aktion, die rund 20 000 Euro gekostet hat, ist es, bei den Schülern ein Bewusstsein für das Thema Respekt zu wecken und sie zu einer Auseinandersetzung damit zu animieren.