Kreis Ludwigsburg: Prozess um Diebstahl von Motorrädern

Die Fassade des Landgerichts Heilbronn, wo der Fall verhandelt wird.
Helmut PangerlZwei Männer sollen 26 teure Enduro-Rodeo-Motorräder in Bietigheim und anderen Orten im Landkreis Ludwigsburg gestohlen haben. Jetzt sitzen sie auf der Anklagebank. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Große Strafkammer am Heilbronner Landgericht mit Motorrad-Diebstählen befassen muss. Bereits Anfang des Jahres wurden drei Männer verurteilt. Sie hatten sich auf sportliche Rodeo-Maschinen spezialisiert. Um solche Maschinen geht es jetzt im Prozessauftakt am gestrigen Montag gegen zwei 24- und 25-jährigen Männer.
26 Maschinen im Kreis gestohlen
Laut der Anklage sollen sie in der Zeit zwischen November 2023 und Juni 2024 26 dieser Wettbewerbs-Maschinen im Kreis Ludwigsburg und Heilbronn gestohlen haben. Betroffen sind Besitzer der Motorräder der Marken Enduro-Supersport, Honda, KTM Typ Adventure, Suzuki, BMW und die Marken CForce 1000, sowie Aprilia RS 660 – alles Fahrzeuge der oberen Preisklasse – zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Die Tatorte der gestohlenen Cross-Motorräder beschreibt die Anklage mit Bietigheim-Bissingen (acht Fälle), Ludwigsburg-Poppenweiler, Markgröningen, Großbottwar, Ilsfeld, Abstatt, Ditzingen und Pleidelsheim.
Die Staatsanwaltschaft Heilbronn geht in der Anklageschrift davon aus, dass die beiden Beschuldigten tagsüber Ausschau gehalten und nachts zugeschlagen haben. An den Maschinen entschlüsselten sie fachkundig die elektronischen Diebstahlsicherungen und luden sie auf. So habe das Duo etwa in der Nacht zum 1. Juli 2023 acht Mal in Bietigheim-Bissingen Motorräder der Marken BMW, KTM, Honda, Aprilia und Suzuki gestohlen. Die letzte Tat haben die Ermittler auf die Nacht zum 28. Juli 2024 datiert.
Mit der Beute sei man zu einer Hehlerwerkstatt nach Köln gefahren. Dort sollen andere Beteiligte der Bande die Motorräder in Einzelteile zerlegt, in Kisten verpackt und eingelagert haben, ehe sie gewinnbringend versandt wurden. Den Gesamtwert der gestohlenen Maschinen beziffert die Anklage auf 321.000 Euro.
Der Vorsitzende Richter der 14. Großen Strafkammer richtete nach der Anklageverlesung deutliche Worte in Richtung Anklagebank: Man werde mit der Strafkammer, der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern Rechtsgespräche führen, um bei Geständnissen Strafobergrenzen anzubieten. Wie hoch diese sein werden, will das Gericht erst am nächsten Prozesstag bekannt geben. Die Angeklagten selbst haben bislang nichts gesagt. Bernd Winckler