Kreis Ludwigsburg: Obstbauern sind zufrieden mit Ernte

Meik Sartorius vom Apfelland Bönnigheim – in seiner Plantage mit der Sorte Topaz – spricht von einer sehr guten Apfelqualität.
/Martin KalbDie Apfelliebhaber dürfen sich auf reichlich gute, schmackhafte Äpfel und Birnen freuen, und das bei stabilen Preisen“, verspricht Obstbauer Frank Braun von der Kirchheimer Obsthalle. Meik Sartorius vom Apfelland Bönnigheim ergänzt: „Trotz Frostschäden, erwarten wir eine leicht unterdurchschnittliche Ernte, bei sehr guter Qualität.“ Von einer guten Ernte mit sehr guter Qualität und Geschmack spricht auch Thomas Häberle vom Erligheimer Talhof und verspricht: „Die Preise bleiben günstig, es wird keine Preissteigerung geben.“
Die Einschätzung der drei Obstbauern aus dem Kreis Ludwigsburg deckt sich damit mit der landesweiten Einschätzung des Statistischen Landesamt Baden-Württemberg: „Obwohl es laut den Angaben aufgrund der Trockenheit im Frühjahr sowie aufgrund von Alternanz, also der zweijährigen Schwankung des Fruchtertrags, häufiger zu Mindererträgen kommen wird, fallen die Schätzungen insgesamt weitgehend zufriedenstellend aus.“ Die Landesbehörde rechnet mit einem Flächenertrag von gut 30 Tonnen pro Hektar. Das liege nahe am sechsjährigen Mittel von rund 31 Tonnen pro Hektar. Auf einer Fläche von 11.610 Hektar im Land könnten somit 362.000 Tonnen Äpfel geerntet werden.
Erntebeginn Mitte Juli
Das Apfelland Bönnigheim von Meik Sartorius hat Mitte Juli mit dem Sommerapfel Piros begonnen und wird dieses Erntejahr Mitte Oktober mit der Sorte Fuji beenden. Die Zwetschgensaison hatte bei dem Bönnigheimer Obstbaubetrieb bereits Ende Juni begonnen und dauert bis voraussichtlich Mitte/Ende Oktober.
„Begonnen haben wir mit den frühen Äpfeln schon Anfang Juli“, sagt der Kirchheimer Obstbauer Braun. Seither werde kontinuierlich eine Sorte nach der anderen geerntet: „Nach den ersten Piros kamen Delbar Estivale und Zari, dann folgten Elstar und Gala. Aktuell ernten wir Rubinette, Boskop und die neue Sorte Snap Dragon.“ Bei den Birnen sind Williams und Conference schon geerntet und aktuell wird die Novembra eingebracht. „Obwohl zur Blütezeit kein optimales Wetter war und der Sommer entweder von ausgeprägter Trockenheit oder längeren Regenperioden geprägt war, sind wir sehr zufrieden, was die Qualität und auch die Erntemenge betrifft“, sagt Braun.
Ende Juli war der Erntebeginn im Erligheimer Talhof, Häberle geht davon aus, dass im Oktober die Apfelernte beendet wird.
Frostnächte im April
„Wir hatten Anfang April mehrere Frostnächte mit Temperaturen von bis zu minus vier Grad Celsius, wobei die erste Frostnacht am 7. April gleichzeitig auch die kälteste war“, blickt Sartorius auf das Frühjahr zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren die Apfelblüten schon in ihrer empfindlichen Phase. Je nach Sorte gab es Frostschäden zwischen zehn und 90 Prozent. Auch bei Zwetschgen, Kirschen, Mirabellen und Quitten gab es Ausfälle durch den Frost. „Wir konnten einen Großteil unserer Ernte durch die Frostberegnung schützen. Jedoch haben wir sowohl Apfel- als auch Birnensorten, die keine Frostberegnung besitzen, da waren die Schäden zum Teil sehr stark“, so der Obstbauer.
„Das Blühwetter war gut, mit ein paar kalten Nächten“, sagt Thomas Häberle. Mit der Frostberegnung bewertet er das Frühjahr als gut. Viel Regen im Sommer, aber auch viel Sonne – hatte das Auswirkungen auf die Ernte?
Viel Regen, viel Sonne
Meik Sartorius sagt dazu: „Hohe Temperaturen von über 35 Grad Celsius können die Früchte schädigen, es entsteht Sonnenbrand.“ Dabei werde die Zellstruktur des Apfels geschädigt. In Extremfällen entwickeln sich braune, verbrannte Flächen auf der Oberfläche. „Diese Früchte sind weder für den direkten Verzehr geeignet noch für die Saftherstellung, da die verbrannten Stellen Bitterstoffe enthalten, die die Qualität des Apfelsaftes beeinträchtigen würden“, erklärt Sartorius.
Wie Frank Braun, verspricht auch Meik Sartorius den Freunden von Obst aus Region: „Bei unserem großen Obstsortiment, von Kirschen im Sommer bis Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Mirabellen, Quitten und Walnüsse ist für jeden Geschmack etwas dabei. Bei uns findet man auch alte Apfelsorten, wie zum Beispiel den Glockenapfel.“ Auch für Apfelallergiker habe das Apfelland Bönnigheim mit den Sorten Santana und Wellant zwei „hervorragende Apfelsorten, die auch von Allergikern problemlos gegessen werden können.“
Von guten Regenphasen spricht Häberle auf seinen Erligheimer Apfelanlagen, dennoch war im August eine Tröpfchen-Bewässerung nötig. „Es wäre gut, wenn es jetzt zur Ernte trocken wäre“, so Häberle.