Kreis Ludwigsburg
: KI: Fester Bestandteil im Unterricht

In allen Schulformen, zum Teil sogar schon in der Grundschule, werden datenschutzkonforme KI-Apps wie Fobizz von Lehrern und Schülern verwendet. 
Von
Gabriele Szczegulski
Ludwigsburg
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Künstliche Intelligenz ist für Schüler heutzutage nicht mehr wegzudenken und auch die Lehrer gestalten damit ihren Unterricht.

dpa/Roland Weihrauch

Es geht kein Weg dran vorbei: Die KI hat Einzug in die Schulen gehalten. Man kann sie nicht aufhalten, also muss man sie zum Besten für die Schüler nutzen, sagt Prof. Elke Grundler, Prorektorin und Leiterin der Forschung in der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Für sie ist die Datenschutzkonformität und die kritische Auseinandersetzung mit der KI am wichtigsten. Genauso wird das auch in den Schulen gesehen, die dafür eigens ein Fach haben, das ab Klasse 5 unterrichtet wird: Medienbildung.

Vor allem in der Unterrichtsvorbereitung

Durchweg alle Schulen nutzen mittlerweile das KI-Tool Fobizz, das eigens für die Unterrichtsgestaltung konfiguriert wurde. Es ist hauptsächlich für Lehrkräfte, die damit ihren Unterricht mit interaktiven Tools und Materialien vorbereiten können. In Bietigheim-Bissingen erwägt die Stadt, eine Lizenz für alle Schulen zu erwerben. Viele Bundesländer haben schon eine landesübergreifende Fobizz-Lizenz für die Schulen, Baden-Württemberg hinkt noch hinterher.

Die Realschule Bissingen ist momentan noch in der Testphase mit Fobizz, will aber eine Lizenz erwerben, sagt Rektor Hanspeter Diehl. „Die Lehrer erarbeiten mit Fobizz interaktive Arbeitsblätter, dafür bekommen die Schüler einen Zugang.“ Ein zweites Tool, Fiete.AI, hat die Realschule für die Fachschaft Deutsch. „Dieses ist für die freie Textproduktion besser“, so Diehl. Für ihn liegen die Vorteile in der Nutzung der KI „in der Schlagzahl für die Rückmeldung“. Die Schüler bekämen mehr Feedback und individuelle Unterstützung. Für die Lehrer sei die Hilfe durch die KI in der Unterrichtsvorbereitung sehr wertvoll. Diehl sagt aber auch, dass eine ständige Überprüfung der KI zur Vermeidung von Fehlern oder Falschmeldungen unbedingt notwendig sei.

In der Waldschule Bissingen, einer Gemeinschaftsschule, sei man durch die KI „geradezu überrollt“ worden, so Rektor Markus Nutz. „Mittlerweile jedoch nutzen wir Fobizz seit zwei Jahren.“ Er setzt vor allem auf das Fach Medienbildung, in dem die Schüler „an die KI herangeführt werden, einen kritischen Umgang lernen und die Daten hinterfragen lernen“. „Unsere Lehrer schätzen es sehr in der Unterrichtsvorbereitung, so sind sie immer am Puls der Zeit und können den Unterricht zielgerichtet gestalten“, so Nutz. Verschiedene Niveaus könnten mit Infos, Grafiken und Lernspielen mit Echtzeit-Feedback abgedeckt werden, die auch den drei Niveaus der Gemeinschaftsschule entsprechen.

Rebecca de Vries ist im Alfred-Amann-Gymnasium Bönnigheim für das E-Lernen durch KI zuständig. Auf dem Gymnasium arbeiten alle Lehrer mit Fobizz und die Schüler können mit den Tools arbeiten. Eine Reflexion in der Nutzung sei aber unabdingbar. In den Sprachfächern werde Fobizz vor allem genutzt und auch zum Vorbereiten von Referaten. „Ganze Referate durch eine KI erstellen zu lassen, ist aber nicht gewollt und da kommen die Schüler auch nicht weit, die Inhalte müssen schon durchdrungen werden“, sagt de Vries. Die Vorteile der KI lägen in der Möglichkeit zur individuellen Förderung der Schüler und der Entlastung der Lehrkräfte bei administrativen Aufgaben, sagt Schulleiter Achim Salomon. „Gleichzeitig sind wir uns der Gefahren bewusst, der Abhängigkeit von Technik und der Notwendigkeit, ethische Fragestellungen zu berücksichtigen.“ Vor allem Stereotypen und Vorurteile müssten immer wieder überprüft werden, so de Vries, denn „die KI möchte immer antworten, wenn sie nicht weiter weiß, erfindet sie etwas“. Der Unterricht würde sich mit KI ständig wandeln und anders werden, „spannender und individueller für die Schüler“, so de Vries.