Kreis Ludwigsburg
: Genusswandern: Mit Glas in der Tasche zur Erfrischung

Sechstes Genusswandern lockt viele Besucher in die Weinberge rund um Hessigheim, Mundelsheim, Gemmrigheim und Ottmarsheim. Ein Erkennungszeichen haben die Teilnehmenden.
Von
Birgit Riecker
Ludwigsburg
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Ausgestattet mit Hut und Sonnenbrille ging es für viele Besucher am Sonntag in die Weinberge. Das sechste Genusswandern, veranstaltet von 3B-Tourismus fand an diesem Wochenende statt.

/Ralf Poller/Avanti

Genusswandern, aber wie? Gemütlich oder sportlich die 16 Kilometer lange Strecke zwischen den Weinorten Hessigheim, Mundelsheim, Ottmarsheim und Gemmrigheim wandern, der Hitze trotzen und sich fast jeden Kilometer stärken – so geht das. Drei Weingenossenschaften, elf Weingüter und die Obsthalle Kirchheim bieten an 15 Ständen kühle Getränke, süße und herzhafte Häppchen und manchmal sogar Musik. Allein ist dabei keiner. „Ich weiß es nicht sicher, aber anhand der verkauften Gläser rechne ich mit rund 8000 Besuchern“, freut sich Eric Reiter, der Geschäftsführer des 3B-Teams, dem Veranstalter des sechsten Genusswanderns am Sonntag.

Zum Auftakt ein Gecco? Der süße Weißwein der Felsengartenkellerei scheint viele Wanderer zu erfrischen. Dann geht es los für die Wanderinnen der CDU-Frauenunion. Ob sie die ganze Runde schaffen, lassen sie bei ihrer zweiten Station, beim Weingut des Bönnigheimers Tobias Schifferer, offen. „Mal sehen, wie weit wir kommen“, sagt Jutta Schuster-Krautschneider. Zu entdecken gibt es einiges. Mit dabei sind unter anderem die Felsengartenkellerei, der Käsbergkeller Mundelsheim und die Weingärtner Stromberg-Zabergäu sowie die Weingüter Tobias Schifferer, Stephan Muck, Philipp Weigel, Familie Kölle, Familie Vollmer, Christian Bähr aus Erligheim und der Kirchheimer Obstbauverein. „Wir sind gerne miteinander unterwegs und genießen sowohl das Wandern wie auch das Wein trinken“, lacht Schuster-Krautschneider.

Weißwein und Rosé sind gefragt

Dazu kommt, dass man von dort einen wunderbaren Ausblick auf die Neckarschleife hat. Die Sitzbänke haben Sonnenschirme und die Getränke sind gut gekühlt. „Wir sind zum vierten Mal dabei. Unser neuer Standort liegt landschaftlich sehr schön“, findet Tobias Schifferer. Er bestätigt, was auch überall zu sehen ist: Weiß- und Roséweine sind in den Gläsern.

Jutta Schuster-Krautschneider hat wie die meisten unterwegs eine Sonnenbrille und eine kleine schwarze Tasche um den Hals hängen – das ist das Erkennungszeichen. Erfahrende Genusswanderer führen so ihr Weinglas mit sich. Das finden Andreas und Sibylle Heller sowie Angelika und Helmut Büscher aus Ditzingen sehr schön. „Becher wären furchtbar“, sagt Sibylle Heller. „Wertige Getränke müssen auch in wertigen Gläsern serviert werden“, stimmt Eric Reiter zu.

Sie können leider an den Ständen in den Weinbergen nicht gespült werden, daher werden sie verkauft. „Die Preise hier sind fair“, finden die Hellers. Das gelte auch für die Weine und die alkoholfreien Getränke. Sie loben auch die gelungene Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.

Problemlos seien sie mit der Bahn bis Bietigheim gekommen und von dort mit dem Shuttlebus nach Ottmarsheim. Jetzt genießen sie den Schattenplatz bei den Ruinen des Mithrastempels mit Ausblick auf das Windrad, den Fernsehturm, die Alb und die unten liegende Gemeinde Mundelsheim. Ein Schnitz von der neuen Apfelernte wird von der Obsthalle kostenlos angeboten: „Die Sorte Zari ist aus Delbare Estivale und Elstar gezüchtet worden“, erklärt Christel Braun. Zwetschgen, Himbeeren und Melonenschnitze runden das erfrischende Angebot ab.

Hundebar und Mocktail

Doch nicht vergessen werden darf auch der Sommercocktail, der Werkstatt-Gin von Michael Nollenberger und die Hunde-Bar mit frischem Wasser für die ebenfalls durstigen Vierbeiner. Beim Abstieg ins Neckartal lockt manchen der Stand von Christian Bähr aus Erligheim, der am Rand des Industriegebiets von Gemmrigheim aufgeschlagen ist und sich dort über die „riesige Resonanz“ freut.

Dort genießen Sigrun und Klaus Hamm mit Wolfgang Alt aus Bönnigheim Grauburgunder, Chardonnay und Secco. „Unser Interesse gilt dem Wein – nicht nur dem Bönnigheimer“, lachen die beiden und ergänzen: „Und wenn hier so etwas angeboten wird, brauchen wir nicht nach Südtirol zum Genusswandern fahren.“

Unterwegs mit dem Rad

Zwischen den Scharen der Wanderer tauchen auch ab und zu Radfahrer auf. „Zugegeben, wir sind elektrisch unterwegs“, schmunzelt Norbert Loch, der mit seiner Frau Brigitta die Strecke meistern will. Das kleine Stück, das nicht für Radfahrer geeignet ist, werden sie umfahren und trotzdem genießen.