Kreis Ludwigsburg: Energiesparen – aber richtig

Wer sich wärmer anzieht und sich so auf eine kältere Temperatur in der Wohnung einstellt, kann einiges an Geld sparen.
dpa/Ole SpataDas Wichtigste ist das Absenken der Raumtemperatur“, sagt Joshua Lampe, Energieberater bei der Ludwigsburger Energieagentur (LEA). Warum? Jedes Grad, das man weniger heizt, spare sechs Prozent pro Jahr an Heizkosten, erklärt der Bauingenieur. Rund Dreiviertel des Verbrauchs werden für Wärme und warmes Wasser benötigt.
Aber wie kalt darf es maximal werden, gibt es eine Grenze nach unten? Nein, sagt Lampe. Wie kalt man es werden lasse, hänge vor allem vom persönlichen Empfinden ab. Also davon, welche Temperatur man selbst noch als angenehm empfindet.
Heizen mit Köpfchen
Man sollte vor allem überlegen, ob jeder Raum gleich stark beheizt werden müsse, rät Lampe. Wenn nicht, sollte man bei dem Zimmer, das kälter bleiben könne, die Tür geschlossen halten. Damit sich die kühlere Luft nicht sofort in den übrigen Zimmern verteile.
Auch für die kühleren Räume sollte man eine Mindesttemperatur festlegen. Müssen alle Räume in der Wohnung oder im Haus den ganzen Tag beheizt werden? Reicht die Nachtabsenkung aus? Oder gibt es Zeiten, in denen die Temperatur herunter geregelt werden kann? Lampe empfiehlt, die Heizkörper zum Beispiel mit Hilfe eines elektronischen Thermostat den Bedürfnissen entsprechend zu programmieren. „In den allermeisten Fällen kann man die Heizkörper ohne großen Aufwand damit nachrüsten“, sagt Lampe. Der Vorteil: Man muss nicht mehr alle Heizkörper manuell einstellen. „Fußbodenheizungen reagieren träger, das muss man berücksichtigen, wenn man diese programmiert“, empfiehlt der Energieberater.
Sechs Liter pro Minute reichen
Auch beim Warmwasser lässt sich Energie sparen. „Ein Duschsparkopf kann für große Einsparungen sorgen“, ist Lampe überzeugt. Mit einem einfachen Trick lässt sich herausfinden, wie viel Liter Wasser pro Minute durch den Duschkopf fließen. Dabei stoppt man die Zeit, die benötigt wird, um einen Zehn-Liter-Eimer zu füllen. Wichtig ist, dass man dabei die Dusche nur so weit aufdreht wie sonst beim Duschen.
Zum Berechnen der Durchflussmenge gibt es eine Formel. Hat es zum Beispiel 40 Sekunden gedauert, bis der Eimer gefüllt war, sieht die Rechnung wie folgt aus: 60 x 10 : 40 = 15 (Liter pro Minute). Während der Durchfluss bei einem regulären Duschkopf bei zwölf bis 15 Litern liegt, reichen dem Wassersparmodell sechs Liter – viel Potenzial zum Sparen, findet Lampe. Durch den Wechsel des Duschkopfes könnten bis zu 100 Euro im Jahr gespart werden, sagt er. „Und das Duschgefühl ist das gleiche.“
Um den Wärmeverlust beim Lüften gering zu halten, empfiehlt er, alle Fenster für drei bis fünf Minuten weit zu öffnen und mit Hilfe der so genannten Querlüftung die Luft auszutauschen. Denn bei der Kipplüftung gehe die Wärme permanent verloren. Wer Angst vor Schimmelbildung habe, könne die Luftfeuchtigkeit für wenige Euro mit einem Hygrometer messen und bei hohen Werten gegensteuern.
Effektiv Strom sparen
Auch beim Strom können Verbraucher sparen. Wer noch herkömmliche Glühbirnen nutzt, sollte diese rasch austauschen. Denn während der Betriebszeit sei der Verbrauch „riesig“, sagt Lampe. Finanziell lohne es sich unterm Strich, sofort auf LED umzustellen.
Bei Kühlschränken und Tiefkühlgeräten, die älter als 15 Jahre sind, sollte man aus energetischer Sicht über die Neuanschaffung eines Geräts mit der besten Effizienzklasse nachdenken.
Ältere Fernseher und Videogeräte sollten zum Beispiel über eine schaltbare Funksteckdose vollständig ausgeschaltet werden. Vor allem bei älterer Technik summiere sich sonst der Verbrauch im Standby-Betrieb. „Allgemein lässt sich sagen: Alles, was man nicht braucht, sollte man auch ausschalten“, rät Energieberater Joshua Lampe.