Kreis Ludwigsburg: „Ein gutes Jahr für die Kreissparkasse“

Der Vorstand der Kreissparkasse Ludwigsburg zeigte sich zufrieden mit der Bilanz für das Jahr 2023 (von links): Thomas Raab, Vorsitzender Dr. Heinz-Werner Schulte und Thomas Geiger.
/Martin KalbEs war ein gutes Jahr für die Kreissparkasse Ludwigsburg“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ludwigsburg (KSK), Dr. Heinz-Werner Schulte, bei der Bilanz-Pressekonferenz am Freitag. Die vorläufigen Zahlen belegten eine „schöne Entwicklung“.
Die Anzahl der Privatgirokonten steige seit Jahren und zeige, dass die Bank im Kreis „tief verankert“ sei, sagte Schulte. Waren es 2022 noch 241 870 Konten, stiegen sie 2023 auf 246 130. Damit hätten fast 50 Prozent der Einwohner im Kreis ein Girokonto bei der KSK. Auch das Gesamtvolumen der Kundeneinlagen wuchs im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 9 Milliarden Euro. „Mit dieser Steigerung haben wir gar nicht gerechnet“, sagte Schulte.
Das Kreditvolumen von rund 7,4 Milliarden Euro, das stark vom Unternehmenskreditgeschäft getrieben sei, lag um 138 Millionen Euro (1,9 Prozent) über dem Wert von 2022.
„Stärke und Wachstum“
Die Bilanzsumme von 12,21 Milliarden Euro habe den Vorjahreswert von 12,09 Milliarden Euro um 1 Prozent leicht übertroffen. „Unsere Kennzahlen belegen Stärke und Wachstum“, sagte Schulte. Das Jahresergebnis betrug wie 2022 einen Gesamtwert von 18 Millionen Euro.
Bei der Kreissparkasse sei laut Schulte auch das Wertpapiergeschäft gut verlaufen. Belief sich das Volumen der Wertpapier-Käufe 2022 auf rund 652 Millionen Euro und das der Verkäufe 391 Millionen Euro, lag der Kauf-Gesamtwert 2023 mit 699 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert. Die Summe der Verkäufe sei mit 330 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Das gemeinnützige Engagement in Höhe von 3,9 Millionen Euro habe 595 Projekten im Landkreis geholfen. Die Fördermaßnahmen bewegten sich auf gleicher Höhe wie 2022. Derzeit beträgt das Stiftungskapital 39 Millionen Euro, eine Aufstockung um zwei Millionen sei geplant.
Für 2024 rechnet Schulte nicht mit einem großen Wachstum. Die Inflation werde auch den Kreis weiter beschäftigen. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, auch im nächsten Jahr an die guten Ergebnisse anzuknüpfen.
1397 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2022: 1364) waren 2023 bei der KSK beschäftigt. Vorstand Thomas Geiger, der 2023 auf Dieter Wizemann gefolgt war, erklärte, dass die Bank mit 129 Azubis zu den größten Ausbildungsbetrieben im Kreis gehöre. Mit einer Ausbildungsquote von über elf Prozent (Vorjahr rund 9,6 Prozent) liege sie über dem Branchendurchschnitt.
92 Filialen im Kreis
„Unsere Kunden fragen digitale Dienstleistungen nach“, sagte Geiger. So sei etwa die Zahl der Online-Banking-Teilnehmer im vergangenen Jahr um 10 500 auf 178 000 gestiegen. 92 Filialen (2022: 94), davon 42 SB-Filialen: „Kein anderer Finanzdienstleister in Landkreis bietet seinen Kunden ein so dichtes Filialnetz wie die Kreissparkasse“, sagte Geiger. Bargeld sei weiter beliebt, aber immer teurer zu verwahren, sagte Schulte. Dennoch halte die KSK an dem Filialnetz fest und habe ihre Beratungs- und Finanzencenter ausgebaut.
„Die mittleren Unternehmen kämpfen“, sagte Vorstandsmitglied Thomas Raab. Zur blutleeren Konjunktur kämen Fachkräftemangel und Bürokratisierung. Kleinere und mittlere Unternehmen müssten seitens der Politik als Förderer der ökologischen und digitalen Transformation unterstützt werden. Die Gesamtzahl der Unternehmen im Kreis beläuft sich laut IHK auf rund 20 950. Bei der Kreissparkasse Ludwigsburg wurden Ende 2023 rund 12 600 Businesskonten geführt, laut Raab so viele wie bei keinem anderen Finanzdienstleister im Kreis. Der Blick auf die Marktanteile zeige, dass die Kreissparkasse mit 41 Prozent vor dem Wettbewerb liegt. Seit dem Jahr 2010 verzeichne die Bank bei den Marktanteilen ein Plus von sieben Prozent, sagte Raab. Die Kredite für den Mittelstand betrugen 2023 rund 3,6 Milliarden Euro (2022: 3,4 Milliarden Euro).
Die auf Auslandsgeschäfte spezialisierte „S-International Baden-Württemberg Nord“ (SIBWN) sei weiter auf Erfolgskurs, so Raab. Das Gemeinschaftsunternehmen mit 16 Partnern gelte mittlerweile als „das größte Experten-Netzwerk seiner Art in ganz Deutschland gilt“, sagte er. 2024 sollen fünf weitere Partner hinzukommen. 2023 seien 283 000 Transaktionen mit einem Volumen von knapp 8,8 Milliarden Euro abgewickelt worden (2022: 252 000). für 2024 „erwarten wir eine weiterhin positive Entwicklung“, sagte Vorstand Thomas Raab.