Kreis Ludwigsburg: Der On-Demand-Verkehr bleibt weiter ein Thema

Der Betrieb des „VVS-Rider“ soll zum Jahresende eingestellt werden. Der Kreis Ludwigsburg will bei dem Thema On-Demand-Verkehr aber dennoch weiter dranbleiben. Foto:
/Landratsamt LudwigsburgDer On-Demand-Verkehr, ein flexibles, bedarfsgesteuertes Angebot ohne festen Fahrplan, bleibt im Landkreis Ludwigsburg weiterhin ein Thema im Öffentlichen Personennahverkehr – auch wenn das aktuelle Pilotprojekt „VVS-Rider“, wie in der BZ berichtet, zum 31. Dezember 2026 eingestellt wird. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat einen Bericht der Kreisverwaltung zum Stand der Dinge zur Kenntnis genommen und beschlossen, einen Antrag der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 13. November 2025 für erledigt zu erklären.
In der strategischen Planung
Die Fraktion hatte beantragt, im Rahmen der vierten Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Landkreis Ludwigsburg zu untersuchen, inwieweit On-Demand-Verkehre flächendeckend eingesetzt werden können, um das Mobilitätsangebot zu verbessern. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob durch die teilweise Ersetzung schwach ausgelasteter Linienverkehre durch bedarfsgesteuerte Angebote Finanzmittel eingespart werden können. Zudem regten die Grünen an, bei künftigen Bündelausschreibungen On-Demand-Verkehre als Option vorzusehen und bestehende Verträge auf mögliche Nachverhandlungen zu überprüfen.
Unabhängig vom Ende des Pilotbetriebs des „VVS-Rider“, das gemeinsam mit dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart umgesetzt wurde und seit dem 4. August 2024 in Betrieb ist, spielt der On-Demand-Verkehr weiterhin eine Rolle in der strategischen Planung, wie Tugba Yedekci vom Fachbereich Verkehr in der Sitzung erläuterte. Bereits der im Juli 2021 beschlossene Nahverkehrsplan befasst sich mit entsprechenden Angeboten. Mit den Verbundlandkreisen ist vereinbart, dass diese Verkehrsform in künftigen Fortschreibungen stärker berücksichtigt wird. Insbesondere in Räumen und zu Zeiten mit geringer Nachfrage sollen flexible Angebote geprüft werden, um einen Mindeststandard der Verkehrsbedienung sicherzustellen, ohne unwirtschaftliche Linienverkehre dauerhaft vorzuhalten.
Die Kreisverwaltung weist jedoch darauf hin, dass Nahverkehrspläne aufgrund ihrer Laufzeit von mindestens fünf Jahren nur grundsätzliche Leitlinien und Prüfaufträge enthalten können. Ob On-Demand-Verkehre tatsächlich eingesetzt werden, müsse jeweils im konkreten Vergabeverfahren anhand aktueller Daten entschieden werden.
Eventuell im Kirbachtal
Gemeinsam mit dem VVS seien jedoch bereits Linien ausgemacht worden, die sich grundsätzlich für eine teilweise Umstellung eignen. Etwa im Oberen Bottwartal mit den Kommunen Oberstenfeld und Großbottwar. Dort könnten drei Linien außerhalb des Schülerverkehrs ganz oder teilweise durch einen fahrplanlosen On-Demand-Verkehr ersetzt werden. Die Planungen hierzu stehen nach Angaben der Verwaltung kurz vor dem Abschluss. CDU-Kreisrat Jochen Biesinger sagte in der Sitzung, das Angebot könne man eventuell im Stromberg und im Kirbachtal ausweiten.
Die ursprüngliche Idee, Verkehrsunternehmen im Vergabeverfahren eigene Vorschläge zur Ersetzung regulärer Linien durch On-Demand-Verkehre unterbreiten zu lassen, wird jedoch nicht weiterverfolgt. Nach rechtlicher Beratung könnte dies die Rechtssicherheit des Vergabeverfahrens und insbesondere die Vergleichbarkeit der Angebote gefährden.
Auch im Rahmen der laufenden Haushaltskonsolidierung prüft die Kreisverwaltung, in welchen Bereichen des ÖPNV Einsparpotenziale bestehen. Dabei wird regelmäßig untersucht, ob schwach ausgelastete Linien – unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und vertraglicher Rahmenbedingungen – außerhalb der Schulzeiten durch flexible Angebote ersetzt werden können. Angesichts der dynamischen Entwicklungen im öffentlichen Verkehr sollen diese Prüfungen künftig in regelmäßigen Abständen erfolgen.
Mit Blick auf diese laufenden Aktivitäten sah die Verwaltung die zentralen Punkte des Grünen-Antrags bereits als Bestandteil des eigenen Arbeitsprogramms an. Der Ausschuss folgte dieser Einschätzung und erklärte den Antrag einstimmig für erledigt, nicht ohne den Grünen dafür zu danken. Fabian Obenland (Grüne) zeigte sich gar „erfreut“ über die Antwort der Kreisverwaltung auf den Antrag. Übereinstimmender Tenor im Gremium: Jetzt komme wieder Schwung in den On-Demand-Verkehr, und man sehe, dass der Landkreis am Thema dranbleibe. Nur müsse geklärt werden, wo er auch Sinn mache.