Kreis Ludwigsburg: Das kostet das Trinkwasser

Ein Kubikmeter Leitungswasser ist im Kreis in Möglingen am günstigsten.
Helmut PangerlWie teuer ist das Trinkwasser? Die Gebühren für den Verbrauch variieren im Kreis am 1. Januar 2022 zwischen 1,52 Euro und 2,94 Euro. Während diese Gebühren, zu denen unter anderem noch eine Grundgebühr hinzukommt, in Möglingen am günstigsten waren, belegt Walheim laut Statistischem Landesamt (STALA) erneut den letzten Platz beim kreisweiten Vergleich. Für einen Kubikmeter Leitungswasser müssen die Einwohner hier fast doppelt so viel bezahlen wie in Möglingen.
2,12 Euro im Schnitt im Kreis
Die durchschnittliche Trinkwassergebühr liegt im Landkreis bei 2,12 Euro. Laut einer Berechnung des STALA zahlt ein Einwohner demnach 124 Euro für Trinkwasser pro Jahr.
Unter dem Kreisschnitt liegen im BZ-Verbreitungsgebiet Kirchheim (1,58 Euro), Bietigheim-Bissingen (1,65 Euro), Tamm (1,66 Euro), Vaihingen (1,95 Euro), Erligheim (1,96), Besigheim (1,99 Euro), Pleidelsheim (2,03 Euro), Ingersheim (2,04 Euro), Oberriexingen (2,05 Euro). In Freiberg (2,12 Euro) entsprechen die Gebühren dem Durchschnitt.
Über dem Schnitt im Kreis
Über dem kreisweiten Schnitt liegen Sersheim (2,18 Euro), Ludwigsburg und Mundelsheim (je 2,25 Euro), Freudental (2,24 Euro), Bönnigheim (2,29 Euro), Löchgau (2,40 Euro), Sachsenheim (2,48 Euro), Markgröningen (2,70 Euro) und die Gemeinde Walheim (2,94 Euro).
Im Landesdurchschnitt beträgt die Gebühr für Trinkwasser 2,33 Euro pro Kubikmeter – und damit fünf Cent mehr als 2021.
Rund 200 Euro im Jahr
Die Abwassergebühren belaufen sich im Schnitt im Kreis Ludwigsburg auf 1,69 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser und 0,43 Euro pro Quadratmeter überbauter Fläche für Niederschlagswasser. Sie liegen damit unter dem landesweiten Schnitt von 2 Euro für Schmutzwasser (2021: 1,98 Euro) und 0,49 Euro für Niederschlagswasser (2021: 0,48 Euro). Laut einer Berechnung des STALA zahlt ein Einwohner im Kreis für Trink- und Abwasser 200 Euro pro Jahr.
Lediglich die Teuerung der Grundgebühr für Trinkwasser (5,7 Prozent) liegt laut Statistischem Landesamt zwischen Januar 2022 und Januar 2021 geringfügig über der allgemeinen Teuerungsrate von 4,6 Prozent. Die Verbrauchsgebühr Trinkwasser sei um rund 2,2 Prozent gestiegen, die Schmutzwassergebühr um rund ein Prozent und die Gebühr für Niederschlagswasser um rund zwei Prozent.
Die Gründe für die Unterschiede
Schaut man auf die verschiedenen Gemeinden, unterscheiden sich die Gebühren deutlich. Die Gründe dafür sind laut Statistischem Landesamt vielfältig: Neben den lokalen Gegebenheiten spielt der Aufwand für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung eine Rolle.
Hierzu gehören zum Beispiel auch die Ergiebigkeit und Qualität der Wasservorkommen vor Ort, gewässerspezifische Anforderungen an die Abwasserreinigung, die Dichte der Siedlung sowie darüber hinaus das Höhenprofil im Siedlungsgebiet.
Die Grundgebühr
Außer in Gerlingen enthält die Wasserrechnung in allen Gemeinden des Kreises eine monatliche, auch Bereitstellungs- oder Zählergebühr genannte Grundgebühr für die Wasserversorgung. Die Gebührenunterschiede sind beträchtlich. In Löchgau betragen sie 5,65 Euro pro Jahr, in Ingersheim 22,21 Euro, in Bönnigheim 30,56 Euro, in Sachsenheim 41,09 Euro und in Bietigheim-Bissingen 68,98 Euro. Spitzenreiter bei den Jahresgebühren ist Ludwigsburg mit 107 Euro.
Eine Grundgebühr für die Abwasserbeseitigung wird im Kreis nur von zwei Gemeinden erhoben: Löchgau (5,28 Euro) und Tamm (7,92 Euro).
Wasserbedarf steigt wieder an
Rund 125 Liter Wasser
hat jeder Bürger 2019 durchschnittlich pro Tag verbraucht – das entspricht mehr als zwölf Zehn-Liter-Gießkannen. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, nahm der Verbrauch seit Anfang der 2010er-Jahre wieder zu, nachdem er zwischen 1991 und 2010 von rund 140 Liter auf 115 Liter gefallen war. Da zudem die Bevölkerung wächst, speisen die öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen wieder merklich mehr Trinkwasser in das Netz ein.