Kreis Ludwigsburg
: Corona-Zahlen auf niedrigem Niveau

Das Potenzial, eine Pandemie zu verursachen, sieht die Gesundheitsdezernentin des Kreises Karlin Stark eher bei den Influenzaviren.
Von
Claudia Mocek
Ludwigsburg
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Als einer der ersten im Kreis wurde im März 2021 die 81-Jährige Ursula Waizmann gegen Corona in der Hemminger Hausarztpraxis von Dr. Robin Maitra geimpft.

/Martin Kalb

Wie viele Menschen gibt es derzeit im Kreis, die an Corona erkrankt sind? „Aktuell verzeichnen wir eine leicht steigende Tendenz bei den Meldezahlen der Covid-19-Fälle“, heißt es aus der Pressestelle im Landratsamt. Im Juli waren es im Landkreis 154 Fälle, im Juni noch 65. „Allerdings sind die Zahlen tatsächlich auf einem sehr niedrigen Niveau und nicht besorgniserregend“, sagt Sprecherin Franziska Schuster. In den RKH-Kliniken gibt es seit über einem Monat nur einzelne Corona-Fälle. In der vergangenen Woche waren es in Ludwigsburg sechs Fälle, in Bietigheim nur einer. „Und alle diese Fälle sind nicht wegen Corona, sondern mit Corona in Behandlung“, sagt Sprecher Alexander Tsongas.

Gewisser Immunschutz

Wie schwer die Krankheit verläuft, wird nicht mehr erhoben und werde von vielen individuelle Faktoren beeinflusst, erläutert die Dezernentin für Gesundheit und Verbraucherschutz am Landratsamt, Karlin Stark: „Wobei wir in und nach der Pandemie auch schwere Verläufe ohne spezielle Risikofaktoren verzeichneten.“

Grundsätzlich haben ältere Menschen nach dem 60. Lebensjahr, chronisch Kranke und Personen in Pflegeeinrichtungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Geimpfte und Personen, die nach einer durchgemachten Infektion bereits einen gewissen Immunschutz gegen Corona haben, erkranken meist weniger schwer. Stark rät an Corona Erkrankten, dem Körper Zeit und Ruhe zur Genesung geben. Dabei helfen, je nach Schwere und Symptomatik, Medikamente und Anwendungen. Außerdem sollten Erkrankte durch ihr Verhalten die Weiterverbreitung der Erkrankung so gut wie möglich eindämmen – das gelte für alle Erkältungskrankheiten. Das bedeute: Abstand halten, Menschenansammlungen meiden oder eine FFP2-Maske trägen, rät Stark.

Und wie schaut es mit Impfen aus? Ziel der Covid-19-Impfung sei es weiterhin, schwere Krankheitsverläufe, Langzeitfolgen nach Covid-19, Hospitalisierungen und Tod zu reduzieren. „Vor diesem Hintergrund schließe ich mich der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) an: Personen ab 60 Jahren und Risikogruppen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben, sollten sich bei bestehender Grundimmunisierung jährlich im Herbst eine Auffrischimpfung geben lassen.“

In den nächsten Monaten erwartet Karlin Stark für Corona, wie bei anderen Viruserkrankungen, einen jahreszeitlichen Verlauf mit höheren Erkrankungszahlen im Herbst und Winter. Eine Änderung der Meldemodalitäten sei aktuell nicht im Gespräch und wird Stark zufolge auch nur dann erforderlich sein, wenn eine neue, gefährliche Variante auftritt.

Das Potenzial, eine Pandemie zu verursachen, sieht die Gesundheitsdezernentin des Kreises weiterhin bei den Influenzaviren. Zudem könnten Influenzaerkrankungen ebenfalls sehr schwer, teilweise lebensbedrohlich, verlaufen. „Auch für Influenza rate ich Personen ab 60 Jahren und Personen mit entsprechenden Indikationen durch den Beruf oder Vorerkrankungen, eine jährliche Impfung entsprechend den jeweils aktuellen Empfehlungen der Stiko.

Gute Immunitätslage

Zur Gesamtlage und auch im Rückblick auf die Pandemie ist es Stark wichtig, dass die Maßnahmen nicht aufgrund der Schwere von Einzelerkrankungen ergriffen wurden, sondern weil aufgrund der vielen schweren Erkrankungen das Gesamtsystem zu kollabieren drohte. „Durch die mittlerweile gute Immunitätslage der Bevölkerung ist nicht zu erwarten, dass erneut so viele Menschen in so kurzer Zeit schwer an Corona erkranken und somit das Versorgungssystem auf verschiedenen Ebenen gefährdet ist“, sagt sie. Trotzdem komme es weiterhin vor, dass einzelne Personen sehr schwer und mit langwierigen Folgen an Corona erkranken.