Kitas im Kreis Ludwigsburg: Wie Kinder sich mehr bewegen können

In den Kitas soll durch ein spezielles Programm mehr Bewegung im Einrichtungsalltag gefördert werden, auch in kleinen Räumen gibt es viele Möglichkeiten.
IMAGO/Michael SchickUnter dem Motto „Bildung braucht Bewegung“ hat das baden-württembergische Kultusministerium zusammen mit der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg 2020 ein Programm aufgesetzt, durch das Kinder bereits in den Kitas motorisch besser gefördert werden sollen. Vor Kurzem wurde das Angebot durch eine Kooperation mit der Unfallkasse BW erweitert, sodass jetzt bis zu 200 Kita-Teams pro Jahr die Möglichkeit haben, sich mit einer Inhouse-Fortbildung zum Thema Bewegung schulen zu lassen.
Neue Kooperation
Dabei kommt ein Fortbildungsleiter des Schwäbischen oder Badischen Turnerbundes in die Einrichtungen und vermittelt in fünf Stunden den Mitarbeitern vor Ort, wie sie Bewegung in ihrem Kita-Alltag fördern können. Durch die Kooperation mit der Unfallkasse können die Einrichtungen nun auch an einer zweite Fortbildung teilnehmen. „Die Anfrage für die Inhouse-Fortbildungen war schon zu Beginn sehr hoch und das Angebot erfreut sich einer hohen Nachfrage. Durch die Möglichkeit zur weiteren Fortbildung gingen nochmals verstärkt Nachfragen bei uns ein“, sagt Sarah Hettich von der Kinderturnstiftung. Bereits 29 Einrichtung im Kreis Ludwigsburg haben das Angebot genutzt.
In Sachsenheim hat das Kinderhaus Mobile bereits eine Motorik-Schulung in der Einrichtung erhalten, beim Kinderhaus Pfiffikus steht die Schulung noch aus, heißt es aus dem Presseamt der Stadt. Fünf Kitas in Sachsenheim bieten besondere Bewegungsförderung an: Im Kindergarten Klopferle gibt es einen Rhythmik-Raum und ebenso wie im Kindergarten Regenbogen wird hier das Förderprogramm „Singen-Bewegen-Sprechen“ angeboten. Im Kinderhaus Pfiffikus wird einmal wöchentlich die Schulturnhalle genutzt und im Kinderhaus Mobile wird Kinderyoga angeboten. Kooperationen mit dem Bietigheimer HTC, den Steelers und den Sportfreunden Großsachenheim runden das Bewegungsangebot im Kinderhaus Mobile ab.
In Bönnigheim wird in den Kitas das Thema Bewegung im Rahmen des Orientierungsplans umgesetzt, heißt es aus dem Rathaus. Kooperationen mit Sportvereinen gibt es im Kindergartenbereich nicht.
Gleich drei Kitas haben in Bietigheim-Bissingen bisher die Inhouse-Schulung erhalten: Kita Entenäcker, Kita Lugstraße und das Kinderhaus Buch. „Es wollten sich noch mehr Kitas dafür anmelden, aber es gab und gibt keine freien Plätze mehr“, heißt es aus dem Presseamt der Stadt. Die Kinderturnstiftung führt bereits Wartelisten für die Fortbildung. In Bietigheim fördert jede Kita und jedes Kinderhaus die Bewegung der Kinder, betont das Presseamt. „Dies findet in den jeweiligen Kita-internen Bewegungsräumen, Spielfluren, im Garten, in den kontinuierlichen Waldtagen sowie kontinuierlichen Außenaktivitäten statt“, heißt es aus der Stadt. „Die Kitas sind entsprechend ausgestattet. Das Kinderhaus Domino und das Kinderhaus Mikado haben beispielsweise variable Bewegungslandschaften“, so die Stadt. Zudem gibt es an acht Kitas Kooperationen mit hiesigen Sportvereinen wie dem BHTC, dem Tennisklub Bietigheim, dem TSV, dem FSV 08 Bissingen und dem Schlittschuhclub der Steelers.
Bewegung in kleinen Räumen
„Die Rückmeldungen zu den Inhouse-Fortbildungen sind sehr positiv“, sagt Hettich. „Vor allem, dass das gesamte Kita-Team an der Fortbildung teilnimmt, die Fortbildung vor Ort stattfindet und dass mit der Fortbildung Bewegungsmaterialien zur direkten Umsetzung zur Verfügung gestellt werden, wird von den Kita-Teams besonders positiv bewertet“, sagt Hettich.
Mit Hilfe von Fragebögen lässt die Kinderturnstiftung die Kitas die Fortbildungen bewerten, positiv sehen die Einrichtung, dass man auch Bewegungsanregungen erhalte, die auch in kleinen Räumen umsetzbar seien. In verschiedenen Modulen lernen die Erzieherinnen dann unter anderem, wie man Bewegung mit selbst gemachten Geräten fördert, Bewegungsspiele ganz ohne Material oder auch was für Entspannungsmethoden man nutzen kann.