Kirchheimer Notlagentreffpunkt
: Für Katastrophen gerüstet

Die Gemeinde hat in der Schule im Laiern sowie in den benachbarten Gebäuden einen Notlagentreffpunkt eingerichtet.
Von
Birgit Riecker
Bönnigheim
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An diesem Schalter wird der Strom umgeleitet. Notstrom kann so ins Gebäude fließen, erklärt Bürgermeister Seibold..

/Birgit Riecker

Für viele Katastrophen gerüstet hat sich die Gemeinde Kirchheim. Sie hat in der Schule auf dem Laiern sowie in den benachbarten Gebäuden der Kindertagesstätte und der Sporthalle einen Notlagentreffpunkt eingerichtet. Dort gibt es dann Strom, Wärme und Wasser für alle.

„Das Wichtigste ist für mich ict, dass wir den Notlagentreffpunkt hoffentlich nie brauchen“, sagt Bürgermeister Uwe Seibold. Er war es, der schon vor rund fünf Jahren die Idee dafür hatte. „Es war nicht der Ukrainekrieg“, betont er. Vielmehr ging und geht es um mögliche Naturkatastrophen wie beispielsweise Evakuierungen bei Hochwasser, um großflächige Brände mit Obdachlosigkeit oder um Stromausfälle. Natürlich sind jetzt mit der Diskussion ums Gas auch die Wärmeräume hinzugekommen.

Erhöhte Lage

„Bereits bei den Planungen für die Erweiterung und Sanierung der Schule wurde der Katastrophenschutz mit einbezogen“, sagt Seibold. Die Schule wurde gewählt, weil ihre erhöhte Lage auf dem Laiern Sicherheit vor einer Überflutung gibt. Doch sie liegt niedriger als die beiden Hochwasserbehälter, die Kirchheim mit Trinkwasser versorgen. Dort werden über 1,5 Millionen Liter Trinkwasser gespeichert. „Allein durch die Höhenlage der Wasserbehälter fließt das Wasser ohne Strom zudem in alle Haushalte“, sagt der Verwaltungschef. Beide Hochbehälter sind auch an die Bodensee-Wasserversorgung angeschlossen, die eigene Notfallsysteme bereithalten. Und der eigene Tiefbrunnen an der Hohensteiner Straße kann mit Hilfe eines Notstromaggregats Wasser in die Hochbehälter pumpen. Ein fest installiertes Notstromaggregat gibt es übrigens auch in der Kläranlage, sodass das Abwasser abgepumpt werden kann und ein Rückstau in den Ort vermieden wird.

Und wie sieht es mit Strom und Wärme aus? Die Zentrale der Nahwärmeversorgung liegt im Schulgebäude. Dort wird mit einem Energie-Mix aus Holzpellets und Erdgas Wärme erzeugt. Dabei erzeugen die Blockheizkraftwerke gleichzeitig rund 1,2 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Für die Holzpellets gebe es langfristige Lieferverträge mit einem zuverlässigen Lieferanten, versichert Seibold. „Beim Gas sieht es nicht ganz so gut aus“, räumt er ein. Als Wärmeversorger werde man aber gemäß den bundesweiten Notabschaltplänen länger als andere Kunden am Netz bleiben. „Der Betrieb der Wärmezentralen funktioniert aber nur, solange Strom verfügbar ist“, betont Seibold. Daher kauft die Gemeinde ein weiteres, sehr großes Notstromaggregat, das im Januar 2023 geliefert werde. „Es ist mobil und passt auf einen Anhänger“, berichtet er. Die drei Kabel, die dann die Verbindung zum Umschalter im Gebäude herstellen, wiegen jeweils 70 Kilogramm. Da die Notstromaggregate Kraftstoff brauchen, gibt es einen Vorratstank. Ebenfalls noch in der Planung ist ein Stromspeicher für die Photovoltaikanlagen. Damit könnte weitere Sicherheit gewonnen werden.

Platz für ganz Kirchheim

„Platz haben wir im Notfall für fast ganz Kirchheim“, erklärt Seibold weiter. An die 10 000 Quadratmeter stehen für die Feldbetten des DRK und Turnmatten zur Verfügung. Küchen sind vorhanden, Essen wird spontan organisiert, Trinken kann man notfalls aus der Wasserleitung. Doch manch einer wird bald sein Telefon oder Handy vermissen. „Wir richten im Rathaus und im Feuerwehrhaus Bereitschaftsdienste rund um die Uhr ein“, sagt Uwe Seibold. Notrufe, wichtige Anliegen oder Hilfeleistungen werden dort koordiniert. Die Feuerwehr ist per Funk mit der integrierten Leitstelle des Landkreises verbunden, die Gemeinde wird dann zudem eine Satelliten-Telefonanlage in Betrieb nehmen.

  Birgit Riecker