Kirchheim: Von Beständigkeit, Frisuren und Geschenken

Hubert Deisinger (rechts), zweiter stellvertretende Bürgermeister, übernahm die Verpflichtung von Bürgermeister Uwe Seibold für seine vierte Amtszeit.
/Oliver BürkleEs wird keine acht Jahre des Auslaufens geben“, versprach Bürgermeister Uwe Seibold am Dienstagabend bei der Verpflichtung für seine vierte Amtszeit. Nach dem ihn am 24. September 95 Prozent der Wähler im Amt bestätigten, hat Seibold nach 24 Jahren als Kirchheimer Schultes in den kommenden acht Jahren in seiner 6200 Einwohner zählenden Gemeinde noch viel vor,
Eng ging es zu im Kirchheimer Rathaus. Es ist schließlich nichts Alltägliches einen Bürgermeister für eine vierte Amtszeit zu verpflichten. Der Musikverein Harmonie, der Akkordeon- und Harmonika-Verein und das Herrengedeck, das Männer-a-capella-Ensemble des Liederkranzes, hatten Aufstellung genommen, der Gemeinderat, Abgeordnete und Bürgermeister der Nachbarkommunen waren gekommen um gemeinsam mit vielen Kirchheimern die erneute Amtseinsetzung Seibolds zu begleiten. Von einem „besonderen Moment“, sprach Landrat Dietmar Allgaier, denn ein so langer Dienst für ein Gemeinde sei heutzutage etwas ganz Besonderes. Natürlich würdigte Allgaier die vielfältigen Verdienste des alten und neuen Kirchheimer Bürgermeisters, und ergänzte launig, das die Zeit Seibolds im Landratsamt zu Beginn dessen Laufbahn, ihn für das inzwischen 24 Jahre andauernde Amt als Kirchheims Bürgermeister befähigt habe. In seinen Dankesworten relativierte Seibold allerdings mit einem Augenzwinkern diese Einschätzung: „Ein Viertel Jahr im Landratsamt – darunter noch der Jahresurlaub – hat mich geprägt, und es hat mir den Weg in die Kommune gezeigt.“
Die Kreisumlage ist schuld
Die stellvertretenden Bürgermeister Stephan Hennig, Hubert Deisinger und Inge Schemminger lobten die konsequente, verbindliche Art, aber auch die Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit ihres Bürgermeisters. „Ihr Mut tut uns gut“, so Hennig. Vom Gemeinderat gab es zur Amtseinsetzung ebenso Geschenke, wie von den Vereinen und anderen Festrednern. Nur der Landrat kam außer der Ernennungsurkunde mit leeren Händen: „Es gibt kein Geschenk, denn die Bürgermeister im Kreistag sorgen dafür, dass die Kreisumlage nicht erhöht wird – deshalb gibt es nur einen Händedruck.“
Für den Gemeindeverwaltungsverband Bönnigheim, Kirchheim, Erligheim (GVV) waren der Bönnigheimer Bürgermeister Albrecht Dautel und sein Erligheimer Amtskollege Rainer Schäuffele ins Kirchheimer Rathaus gekommen. Wie Dautel anmerkte, gehöre Seibold „zu Oldies in der Bürgermeisterriege“, deren Sprengelvorsitzender er ist. Im GVV sei es notwendig, Kompromisse zu schließen, und dass Seibold dazu bereit sei, könne man an seiner Frisur erkennen, so Dautel als GVV-Vorsitzender launig. So sei die Haarpracht von Seibold ein eindeutiger Kompromiss zwischen dem Verbandsvorsitzenden und dessen Stellvertreter Rainer Schäuffele. „Über die Frisuren müssen wir uns noch unterhalten“, sagte später Seibold zu seinem Bönnigheimer Kollegen: „Es ist leichter für Dich, die Frisur an uns (Seibold und Schäuffele) anzupassen.“
Sieben Apfelbäumchen
Als persönlichen Dank für die „zurückliegenden 24 guten Jahre“ und als Antrittsgeschenk für die kommende Amtszeit hatte Seibold sieben Apfelbäumchen mitgebracht, die einen Platz in den Außenbereichen der Kindergärten bekommen sollen. Symbolträchtig stünden die Bäumchen, so Seibold, für die Gemeinschaft und das Miteinander in Kirchheim, für Respekt und Toleranz, für friedlichere Zeiten und als Zeichen dafür, wie zerbrechlich unsere Lebensgrundlage sei. Für den gesunden Menschenverstand und den Blick für das Wesentliche und weniger gesetzliche Regelung stehe ein weiteres Apfelbäumchen sowie eines „für eine gute Zukunft für uns alle“, sagt der Bürgermeister, bevor die vielen Gäste bei Häppchen, Kanapees und Weinen der kommunalen Kirchheimer Weinkultur – einem der vielen von Uwe Seibold initiierten Projekte – den offiziellen Teil ausklingen ließen.