Kirchheim
: Nahwärmenetz wird weiter ausgebaut

In der Ortsmitte der Gemeinde werden Leitungen gebaut, und im Gebiet Hellebarten entsteht zudem eine weitere Heizzentrale.
Von
Michael Soltys
Bönnigheim
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Das Nahwärmenetz in der Kirchheimer Ortsmitte – im Bild das Rathaus – wird weiter ausgebaut.

/Martin Kalb

Der Drang auf Nahwärme ist in Kirchheim ungebrochen.“ Mit diesen Worten machte Bürgermeister Uwe Seibold in der letzten Sitzung des Kirchheimer Gemeinderats deutlich, wohin die Gemeinde mit dem Thema Energieversorgung steuert. Schon 2006/2007 hatte die Gemeinde mit dem Bau von Nahwärmenetzen begonnen und war damals noch auf Skepsis gestoßen. Mittlerweile, so Seibold, „ist das ein kompletter Selbstläufer.“

Mehrere Gebäude und Straßenzüge im Ort werden bereits über Heizzentralen mit Energie beliefert. Diese Anlagen stehen in der Schillerstraße, im Rathaus und in der Schule. Nächster Schritt ist die Vernetzung der Anlagen, um eine konstante Versorgung zu sichern. „Wir wollen den Ringschluss fortsetzen“, sagte Seibold im Gespräch mit der BZ.

Zweiter Anlauf für den Ausbau des Wärmenetzes

Um Leitungen zwischen den Heizzentralen im Rathaus und in der Schillerstraße zu verlegen und damit das Wärmenetz in der Ortsmitte auszubauen, hatte der Gemeinderat bereits einen Auftrag vergeben. Jetzt erfolgte im zweiten Anlauf eine erneute Vergabe des Leitungsbaus, weil es im damals beauftragten Unternehmen einen Todesfall gegeben hatte. Die Vergabe erfolgte zu einem Preis von 833.000 Euro und damit deutlich günstiger als die kalkulierten Kosten von 1,18 Millionen Euro. „Wir gehen jetzt mit großen Schritten in die Realisierung“, sagte der Bürgermeister. Die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen. „Die privaten Eigentümer warten darauf, weil sie eine Förderung beantragen möchten“, sagte Seibold.

Eine größere Dimension hat ein anderes Vorhaben. Um den wachsenden Bedarf nach Nahwärme zu decken, soll im Gewerbegebiet Hellebarten eine weitere Heizzentrale entstehen, die wesentlicher Teil des Ringschlusses werden soll. Dieses Projekt, das an der Carl-Benz-Straße entstehen wird, soll 2026 in Betrieb gehen. Nach den Plänen des Ingenieurbüros IBS aus Bietigheim-Bissingen wird es mit einem Holzkessel für Pellets, mit Wärmepumpen und Wärmespeicher ausgestattet.

Allein die Technik schlägt mit 3,94 Millionen Euro zu Buche. Die Gemeinde rechnet mit einer Förderung durch den Bund in Höhe von 1,39 Millionen Euro. Die Gemeinde muss allerdings weiteres Geld in die Hand nehmen. Denn hohe Kosten entstehen auch für den Bau eines Gebäudes, das die Heizanlage aufnehmen soll. Für die Heizzentrale selbst, eine Rampe für die Anlieferung der Pellets und das Grundstück werden die Kosten mit 2,27 Millionen Euro angegeben. Auch dafür gibt es eine Förderung aus dem Bundesprogramm für effiziente Wärmenetze, für Kirchheim könnte sie rund 746.000 Euro betragen. Einstimmig vergab der Gemeinderat den Auftrag für die Planung des Gebäudes an das örtliche Büro Gm-Architektur.

Selbst für den Betrieb der neuen Heizzentrale zahlt der Bund jährlich Zuschüsse. Die Betriebskosten sind nach den Berechnungen der Ingenieure gedeckt, wenn ab dem Jahr 2026 rund sieben Millionen Kilowattstunden Wärme verkauft werden können zu einem kalkulierten Preis von 9,42 Cent pro Kilowattstunde.