Jutta und Volkmar Framenau feiern Diamantene Hochzeit: In der Tübinger Asta-Bar kennengelernt

Jutta und Volkmar Framenau feiern ihren 60. Hochzeitstag.⇥
FramenauEs war Donnerstag, der 9. Juni 1960, als Jutta und Volkmar Framenau standesamtlich vermählt wurden. An diesem Dienstag jährt sich ihr Hochzeitstag zum 60. Mal. Dass das Ehepaar nun Diamantene Hochzeit feiern kann, ist für beide etwas Besonderes. „Hätte mir jemand vor 60 Jahren gesagt, dass wir drei Kinder haben und diamantene Hochzeit feiern, hätte ich es nicht geglaubt und ihm den Vogel gezeigt“, sagt Jutta Framenau mit ihrem trockenen Humor, den Freunde und Familie an ihr schätzen.
Aus Freundschaft wurde mehr
Kennengelernt haben sich die beiden 1958 in Tübingen. Dort studierten beide Jura. „Ich kam aus der DDR, wo ich nicht studieren durfte“, sagt Jutta Framenau. Sie flüchtete nach dem Abitur nach Westdeutschland, wo sie die Prüfungen erneut ablegen musste, weil ihr DDR-Abitur nicht anerkannt wurde. Der Fleiß und die Mühen zahlten sich aus und Jutta Framenau konnte studieren. Dass sie ihren zukünftigen Mann dabei kennenlernte, war eher Zufall. Denn die damals 19-Jährige wollte Veterinäramt studieren. „Es gab dafür keine Fakultät, das konnte ich aber nicht wissen und habe mich dann für Jura entschieden.“ Getroffen haben sich die beiden in der Asta-Bar. „Da traf man sich zum Kaffee-, Kakao- oder Milchtrinken. Da ging’s immer lustig zu.“ Zunächst jedoch war es nur Freundschaft. „Wir hatten ja auch nicht viel Geld, um auszugehen“, sagt Jutta Framenau, „es war eine schöne Zeit in Tübingen.“ Trotzdem wurde aus Freundschaft bald mehr und 1960 folgten die Hochzeit und auch die Schwangerschaft mit dem ersten Kind der Framenaus.
Zunächst wohnte die junge Familie bei den Schwiegereltern, bis sie in eine kleine Wohnung umzogen und 1965 nach Bissingen. Dort lebte die Familie mit mittlerweile drei Kindern rund 30 Jahre lang, bis sie 1995 nach Sersheim zog. Sersheim wurde es unter anderem deswegen, weil sie dort ein Haus mit Garten fanden. „Das war uns wichtig wegen unserer Katzen“, erklärt die 81-Jährige, „hier haben wir nette Nachbarn und fühlen uns wohl.“ Von Sersheim aus steuert Jutta Framenau auch ihren Verein „Katzenfreunde Bietigheim-Bissingen“. „Wir sind rund um die Uhr beschäftigt“, sagt Jutta Framenau zu ihrem Verein, bei dem auch ihr Mann tatkräftig unterstützt, „und das wollen wir auch noch ein bisschen machen.“ Obwohl sie seit mehr als 40 Jahren wegen den Katzen, die sie pflegen, nicht mehr im Urlaub waren, doch das ist es ihnen wert.
Nichtstun liegt ihnen nicht
Denn ihr ehrenamtliches Engagement ist es, was die beiden wohl am meisten verbindet. Der pensionierte Richter war lange Zeit aktiver Handballer. Durch seine Zeit als Richter beim Amtsgericht in Stuttgart, wo er bis 1991 tätig war, knüpfte er Kontakte zum Turnverein Stuttgart-Zuffenhausen. „Wir haben in Zuffenhausen geheiratet“, sagt Volkmar Framenau. 30 Jahre lang war er Vorsitzender des Turnvereins Zuffenhausens. Dadurch entstanden Kontakte zum Schwäbischen Turnerbund, zum Baden-Württembergischen Turnerbund, zum Baden-Württembergischen Sportverband sowie zum Handballverband, die jeweils in Ehrenämtern münden. „Meine letzten Berufsjahre war ich beim Amtsgericht in Meißen“, erzählt der 85-Jährige. Dort habe er die Gerichte in der ehemaligen DDR wieder aufgebaut. Auch dadurch entstand ein weiteres Ehrenamt: Seit 25 Jahren ist Volkmar Framenau Vorsitzender des Schiedsgerichts des Landesverbands des Roten Kreuzes Sachsens. Zudem ist er Vorsitzender der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Turnerbunds. Da habe er wenig zu tun, sagt er. „Die dopen ja nicht.“ Doch Nichtstun liege ihm gar nicht und damit passt er gut zu seiner Frau. „Wir ergänzen uns gut. Er ist ein angenehmer Mensch“, sagt sie über ihn und fügt hinzu: „Mein Mann hat die Devise, wenn ich jemandem helfe, dann möchte ich kein Geld dafür.“ Er sei ein ruhiger, besonnener Mensch, sehr freundlich und die Kinder lieben ihn. Sie schätze seine Unterstützung. „Meine Frau ist da etwas emotionaler“, so Volkmar Framenau. „Ich schätze an ihr, dass sie sich so sehr mit den Kindern beschäftigt hat. In ihrer Art und Fröhlichkeit ist sie ein guter Kamerad und Freund. Wir kommen gut zurecht.“
Ihren 60. Hochzeitstag werden sie nicht groß feiern, und das unabhängig von Corona. „Große Feiern sind nicht unser Ding“, erklärt die 81-Jährige. Ob vielleicht die drei Kinder und die zwei Enkel vorbeikommen, das kläre sich noch, und wenn, dann laden sie zum kirchlichen Jahrestag am 14. Juli ein. Trotz keiner großen Feier ist den Framenaus ihr Hochzeitstag wichtig, denn 60 Jahre ist eine lange Zeit, sagt Jutta Framenau und ergänzt: „Das haben wir ganz gut hingekriegt.“