Investor ändert Pläne für Kirchheimer Entengasse
: Keine Tiefgarage und nur sechs Häuser

Nach Widerstand aus der Bevölkerung ändert Investor Planungen für die Kirchheimer Entengasse.
Von
Jürgen Kunz
Ludwigsburg
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Der Investor hat die geplante Neubebauung in der Kirchheimer Entengasse reduziert.⇥

Martin Kalb

Auf dem etwa 22 Ar großen Gelände Entengasse 7 plante die Paulus-Wohnbau GmbH in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung neun Ketteneinfamilienhäuser und eine Tiefgarage, da die Parksituation dort recht schwierig ist. Nach der Präsentation der Planungen Anfang März regte sich Widerstand gegen das Projekt bei den Anliegern (die BZ berichtete). Jetzt hat der Bauträger die Planungen geändert: Es sollen nur noch sechs Einfamilienhäuser gebaut werden und die Tiefgarage entfällt.

„Aufgrund der Bedenken der Anlieger haben wir uns Gedanken gemacht“, sagte Geschäftsführer Erwin Paulus im Gespräch mit der BZ, aber auch logistische Probleme bei Abtransport des Aushubs für eine Tiefgarage hätten zum Umdenken geführt. Hinzu komme, dass der Stahlbau für eine Tiefgarage zurzeit sehr teuer sei. Der bei einer Infoveranstaltung anwesende Geologe und Diplom-Ingenieur, Holger Jud, wies darauf hin, dass nach dem Stand der heutigen Technik so eine Tiefgarage kein Problem gewesen sei.

Ausschlaggebend für die Aufgabe der Tiefgarage war wohl nicht das Grundwasser oder die Hochwassergefahr: 5000 Kubikmeter Erde hätten hier ausgehoben werden müssen. Angesichts des Sackgassencharakters der Entengasse (kleiner Tunnel am unteren Ende) und der schmalen Straße (Nadelöhr am oberen Ende, enge Kurve in der Mitte) ist der Abtransport von Erde auch ohne die Tiefgarage eine Herausforderung an die Logistik. Insgesamt sei auch mit nur sechs Einfamilienhäusern das innerörtliche Projekt – mit Blick auf die enge Situation in der Entengasse – wirtschaftlich darstellbar, so Paulus.

„Es war offensichtlich, dass die massive Kritik der Anwohner ihre Wirkung sowohl bei Bürgermeister Seibold als auch beim Investor gezeigt hatte“, konstatierte Hans-Peter Rosenberger als Sprecher der Anwohner. Er attestierte bei der Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche, dass sowohl Bürgermeister Uwe Seibold als auch der Investor sichtlich bemüht waren, eine einvernehmliche Lösung mit den Anrainern zu erzielen.

Rosenberger: „Der Investor stellte für die Anrainer überraschend ein alternatives Bauprojekt auf dem 22 Ar großen Gelände vor.“ Statt neun Familien-Eigenheimen „in Form der für den Ortskern untypischen Kettenhäusern“, eine Unterart der Reihenhäuser, mit Tiefgarage gibt es nun sechs Familien-Eigenheime mit Anpassung an die bisherigen Bauten. In Abstimmung mit Städteplaner Rupert Neulinger wurde die Dachneigung mit 48 Prozent an die Umgebung angepasst ebenso wie die Giebelständigkeit der vorderen beiden Häuser zur Gasse hin und von weiteren zwei Häusern in der hinteren Reihe.

Bürgermeister Seibold betonte, dass man angesichts der sensiblen Situation in der Kirchheimer Entengasse nicht nur Nachverdichtung machen könne, sondern andere Aspekte wie die Verkehrssituation berücksichtigen muss. Die neuen Häuser sollen zweigeschossige Einfamilienhäuser mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern sein, also 14 Quadratmeter mehr als beim ersten Konzept. Keller sind bei diesen Fertighäusern aus Holz nicht vorgesehen.

„Wir haben ein Baugesuch gemacht, auf der Basis von neun Häusern“, erklärte Paulus, jetzt sei man bereit, ein neues mit sechs Häusern einzureichen. Diese Lösung sei auch von den Anrainern akzeptiert worden. Er sprach von einer „sehr positiven Veranstaltung“.

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